Suunto 9 im Test

Suunto 9 im Test

Die Suunto 9 ist die aktuelle Multisport-GPS-Uhr aus dem Sortiment der Finnen. Vor allem eine Akkulaufzeit von bis 120 Stunden und die vielen Sportmodi sind die Key Features der Laufuhr. Ich habe sie in den letzten Wochen ausführlich auf Straßen und Trails getestet.

Ich trage bei intensiven Einheiten, längeren Läufen und in Wettkämpfen seit einigen Jahren die Suunto Ambit 3 Peak. Daher war ich bereits mit Suunto Laufuhren vertraut und sehr gespannt auf die neue Suunto 9. Mit Suunto verbinde ich seitdem eine klasse Verarbeitung und vor allem die Zuverlässigkeit bei der Aufzeichnung von Läufen.

Ausstattung der Suunto 9

Die Ausstattung lässt auf den ersten Blick nichts zu wünschen übrig: neuste GPS Sensoren, Herzfrequenzmessung am Handgelenk, mehr als 80 Sportmodi und ein intelligentes Batteriemanagement bis zu 120 Stunden Aufzeichnung. Einzig der Barometer fehlt in der Auflistung, dieses gibt es nur in der Baro Variante der Suunto 9. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, alles schließt bündig ab, die Knöpfe besitzen eine gute Druckfestigkeit und an schmalere Handgelenke lässt sich das angenehme Band fest und sicher anlegen. Wer möchte, kann das Armband nach Belieben ganz einfach wechseln. Das Display besitzt eine gute Auflösung und lässt sich auch bei Sonneneinstrahlung sehr gut ablesen. Steuern lässt sich die Suunto 9 mit drei Knöpfen an der rechten Seite in Kombination mit dem Touch Display.

Suunto 9 im Alltag

Für den Alltag bietet die Suunto 9 eine grundlegende Ausstattung mit dauerhafter Herzfrequenzmessung, Schrittzähler und Darstellung des Kalorienverbrauchs. Zusätzlich lässt sich der Schlaf tracken inklusive Angaben über die Wachzeit, Tiefschlafzeit und die durchschnittliche Herzfrequenz. Alle Daten lassen sich in der Suunto App auswerten. Das Anzeigen von Smart Notifications unterstützt die Suunto 9 auch sehr zuverlässig, welche über das gute Display angenehm betrachtet werden können.

Suunto 9 beim Laufen

Mit drei Klicks ist man schnell im Trainingsmodus und kann das Aufzeichnen des Laufs starten. GPS ist schnell gefunden und auch die Herzfrequenz ist direkt startklar. Das Wechseln der Anzeigen während einer Einheit funktioniert schnell und durch die gut funktionierenden Knöpfe ist auch die Lap-Taste bei Intervallen bei hoher Pace einfach drückbar. Der Touchscreen ist während des Trainings standardmäßig deaktiviert, so kommt es zu keinen ungewollten Aktionen. Die Auto-Lap-Anzeigen liefern je nach Sportmodus passende Informationen, so bekommt man beim Trailrunning zum Beispiel die zurückgelegten Höhenmeter des letzten Kilometers angezeigt.

Vor dem Start hat man noch die Möglichkeit, sich Ziele wie Intensität, Dauer und Distanz zu setzen, Intervalle zu erstellen, eine Route zum Nachlaufen auszuwählen und den Batteriemodus auszuwählen. So lässt es sich zwischen 8h – Leistung, 12h – Ausdauer, 45h – Ultra und einem individuellen Modus auswählen. Gerade für die Ultraläufer ist das eine wichtige Option. Vor dem Start warnt die Suunto 9 zudem bei einem geringen Batteriestand, um nicht doch einen anderen Modus auszuwählen, damit der Akku für den Lauf ausreicht. Durch Suunto Fusedtrack wird zusätzlich Batterie gespart und das Tracking wird durch die Kombination von GPS-Daten und Bewegungsdaten unterstützt.

Die GPS-Genauigkeit hat mich überzeugt und funktionierte auch beim Nachlaufen von Routen richtig gut. Bei meinem Test hatte ich das Modell ohne Barometer am Handgelenk und das merkt man sehr bei der Aufzeichnung der Höhenmeter. Den wenn es oft auf und ab geht, dann funktioniert die GPS-basierte Höhenmessung nicht wirklich gut. Wenn man wiederum eine GPX-Route nachläuft, dann ist die Messung ganz ok. Aber ganz klar: wer in den Bergen unterwegs ist, der sollte auf jeden Fall die Variante mit Barometer wählen. So habe ich so ganz nebenbei beim Berliner Halbmarathon über 200 Höhenmeter gesammelt, naja nicht wirklich plausibel. Mit der Herzfrequenzmessung am Handgelenk war ich überrascht und generell zufrieden, es gab fast keine Aussetzer und plausible Werte. Zusätzlich lässt sich über Bluetooth ein Herzfrequenz Gurt koppeln.

Auswertung und Planung mit der Suunto App

Vor kurzer Zeit berichtete Suunto, dass die Movescount Plattform zur Synchronisierung von Suunto GPS-Uhren voraussichtlich 2020 eingestellt wird. Im gleichen Atemzug wurde daher die Suunto App präsentiert, welche es aktuell nur für das Smartphone gibt. Somit geht Suunto ganz klar den Schritt „Mobil First“. Wie oben bereits erwähnt, lassen sich mit dieser die Bewegungsdaten des Tages und natürlich die getrackten Trainingseinheiten auswerten. Hier werden die üblichen Trainingsdaten übersichtlich angezeigt, wie z.B. Dauer, Distanz und Höhenangaben. Zusätzlich berechnet die Suunto App eigene Messwerte. Darunter befinden sich der PTE und EPOC, Erklärungen findest du in der Box. Grafische Darstellungen von Strecke, Herzfrequenz, Höhenangabe und Splitzeiten runden die übersichtliche Darstellung ab.

PTE
Der Peak-Trainingseffekt (PTE) gibt die Auswirkungen einer Trainingseinheit auf Ihre maximale aerobische Leistung an und wird beim Training mit mittlerer bis hoher Intensität am präzisesten ermittelt. Die gemessenen Werte stehen in Relation zu Ihrem aktuellen Fitnessniveau. Je fitter Sie sind, desto härter müssen Sie trainieren, um einen höheren PTE zu erreichen. Ihre Suunto Uhr bewertet den Trainingseffekt Ihrer Übungen und zeichnet den während der Trainingsphase gemessenen höchsten PTE auf. Als Hilfe für die Planung Ihrer Trainingsintensität können Sie Ihren PTE auf Suunto Movescount im Zeitablauf verfolgen. – www.suunto.com
EPOC
Die erhöhte Sauerstoffaufnahme nach dem Training EPOC (Excess Post-exercise Oxygen Consumption) stellt den Regenerationsbedarf nach dem Training dar und kann für die Bewertung der Trainingseffekte verwendet werden. – www.firstbeat.com

Kommen wir zur Trainingsplanung mit der Suunto 9 und der Suunto App. Detaillierte Intervalltrainings können leider nicht mehr erstellt werden, das ging über die ältere Movescount Plattform. Einfache IntervallAbläufe lassen sich dann direkt auf der Uhr vor dem Start des Trainings planen. Fürs Navigieren von Strecken muss ganz einfach das GPX File im Smartphone geöffnet werden und dann die Suunto App ausgewählt werden. Danach kann man sie ganz einfach mit der Suunto 9 synchronisieren.

Die vorhandenen Sportmodi lassen sich natürlich auch über die Suunto App nach Belieben anpassen. Hier kann man sich bis zu 7 Datenfelder grafisch sehr anschaulich zusammensetzen. Cool finde ich dabei, dass jedes Datenfeld ein passendes Icon besitzt, das sieht einfach stark aus. Auch Spalten mit Rundenzeiten, Intensitätszonen oder spezielle Intervall-Anzeigen sind nach Belieben kombinierbar. Jedoch kommt die Suunto 9 nicht ganz ohne Computer aus, denn über ein kleines Tool am Rechner werden die Softwareupdates auf die Suunto 9 geladen und installiert. Echt schade, dass man das Update nicht über die App durchführen kann. Dies wäre in meinen Augen der logische Schritt für Mobil First.

Fazit

Mit der Suunto 9 bekommt man eine sehr gute Laufuhr ans Handgelenk. Ein einfaches Handling, viele Daten und die Möglichkeit für Personalisierung stechen dabei heraus. Die lange Akkulaufzeit und die robuste Verarbeitung richten sich vor allem an die Ultratrail-Läufer. Diese sollten jedoch zu der Suunto 9 Baro greifen. Für wen die Höhenmessung nicht relevant ist, der bekommt auch mit der einfacheren Suunto 9 eine zeitgemäße Laufuhr ans Handgelenk.


Die Suunto 9 wurde uns von Suunto Leihweise zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Artikel.

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