In den vergangenen Tagen blickte die gesamte Trailrunning-Community gespannt nach Chamonix in den französischen Alpen, wo mit den UTMB World Series Finals traditionell in der letzten Augustwoche einmal mehr das größte Trailrunning-Event der Welt stattfand. Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf der Königsdisziplin, dem 100 Meilen-Rennen. Die Läufer mussten dieses Jahr exakt 174,6 Kilometer absolvieren und dabei in einem Rundkurs um das Mont-Blanc Massiv mit Start und Ziel in Chamonix, der aber auch durch die Nachbarländer Italien und Schweiz führt, über 10.000 Höhenmeter überwinden.
Podium UTMB-Race Männer
Der Sieger Tom Evans (GBR) und der zweitplatzierte Ben Dhiman (USA) werden jeweils com japanischen Hersteller Asics ausgerüstet. Im UTMB-Race waren beide Athleten mit einem noch nicht auf dem Markt erhältlichen Prototyp-Modell von Asics unterwegs. Aktuell sind zu dem Schuh noch keine Details oder Spezifikationen bekannt. Auch in der hauseigenen Pressemitteilung von Asics zu den Leistungen von Evans und Dhiman beim UTMB-Race gab der Hersteller keinerlei Informationen zum Schuhmaterial preis. Wir dürfen also gespannt sein, wann die ersten Details zu dem Prototyp-Modell durchsickern und natürlich ob und wann der Schuh schlussendlich auf den Markt kommen wird.
Beim Drittplatzierten Josh Wade (GBR) lässt sich das Schuhmodell eindeutig identifizieren und wir durften euch das Modell auch hier auf dem Blog bereits vorstellen. Der Brite war mit dem Vectiv Pro 3 von The North Face unterwegs. Alle Details zum Carbon-Trailracer und unser Testurteil findet ihr hier.
Podium UTMB-Race Frauen
Beim Blick auf das Podium der Frauen finden wir ebenfalls einige bereits bekannte und bewährte Top-Modelle aus dem Trail-Racing Segment. Die Siegerin Ruth Croft (NZL) lief den Adidas Terrex Agravic Speed Ultra. Platz 2 sicherte sich Camille Bruyas (FRA) mit einer, laut Insider-Berichten, leicht adaptierten Version des bereits bekannten Salomon S/Lab Ultra Glide. Die exakte Modellbezeichnung für die von Camille Bruyas getragene Update-Version lautet S/Lab Ultra Glide 1.5. Aus deutscher Sicht gab es ebenfalls ein Podium zu feiern. Katharina Harmuth sicherte sich Platz 3 bei den Frauen und trug dabei das Modell Mafate 5 von Hoka. Der Schuh ist bereits im Handel erhältlich und hat die, für Hoka-Schuhe klassische, Rocker-Geometrie. In der Zwischensohle kommt im Vorfußbereich eine TPU-Platte zum Einsatz um die beiden Schaum-Schichten zu versteifen. Auf der Außensohle des Schuhs sorgt eine Vibram-Megagrip Sohle für die nötige Traktion im Gelände.
Jim Walmsley gewinnt OCC-Race
Einer der großen Stars der Szene, Jim Walmsley (USA), war im Rahmen der UTMB World Series Finals in diesem Jahr beim OCC-Race über 55,7 Kilometer und knapp 3.400 Höhenmeter am Start und konnte das Rennen auch eindrucksvoll gewinnen. Walmsley trug bei seinem Sieg das Modell Tecton X3 von Hoka.
Weitere Trailrunning Schuh Releases zum UTMB
In den letzten Jahren hat sich der UTMB zu einem der wichtigsten Zeitpunkte für die Vorstellung neuer Trailrunning-Schuhe entwickelt. Während der Rennwoche präsentieren Marken Prototypen, legen Spezifikationen fest und nennen erste Termine. Wir haben die spannendsten Modelle herausgepickt und alle verlässlichen Informationen zusammengetragen.
adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2
In Chamonix hat adidas einen Prototypen des Agravic Speed Ultra 2 gezeigt. Das auffällige Tarnmuster auf dem Obermaterial soll Linien und Konturen verbergen. Offizielle Daten wie Gewicht, Stack, Preis und Termin sind noch nicht veröffentlicht. Der Auftritt fand explizit als Prototyp-Premiere im Rahmen der UTMB-Woche statt. Als Referenz dient der aktuelle Speed Ultra der ersten Generation. Er verfügt über Lightstrike Pro Dämpfung, EnergyRods in der Mittelsohle und eine Continental Außensohle mit etwa 2,5 bis 3 Millimeter hohen Stollen. Angaben zu Stack und Drop variieren je nach Größe und Listung. In der Regel werden etwa 38 Millimeter hinten, 30 Millimeter vorn und 8 Millimeter Sprengung genannt. Das Gewicht liegt bei 264 bis 270 Gramm in US Herren 9.
Brooks Cascadia Elite
Rund um die UTMB-Woche hat Brooks den Cascadia Elite vorgestellt. Der neue Super-Trail-Schuh kombiniert eine DNA-Gold-Zwischensohle aus 100-prozentigem PEBA, eine carboninfundierte Pebax-SpeedVault Plus Trailplatte, ein MATRYX-Obermaterial mit Kevlar-Verstärkung sowie eine Vibram-Megagrip-Elite-Außensohle. Die Eckdaten betragen etwa 266 Gramm in US Herren 9, eine Stackhöhe von 39,85 bis 33,85 Millimetern und eine Sprengung von 6 Millimetern, die Stollenhöhe liegt bei circa 3,75 Millimetern. Der Marktstart ist laut Outside Run und Brooks-Kommunikation für den März 2026 vorgesehen.
Hoka Rocket X Trail
Hoka bringt den Spirit der Straßenracer auf den Trail. Bestätigt sind ein leichtes Mesh-Obermaterial, eine zweilagige A-TPU-Superfoam-Mittelsohle, eine H-förmige Carbonplatte, eine leichte Außensohle mit 3 mm Stollen sowie eine Sprengung von 6 mm. Das angegebene Gewicht liegt bei 9,45 Unzen (ca. 268 Gramm) in US Herren 9. Der Schuh ist auf der Hoka-Seite mit einem Preis von 225 € gelistet. Erste Tests ordnen den Rocket X Trail klar als schnellen Schuh für laufbare Trails und Schotterpassagen ein. Die Kombination aus hoher Dämpfung, aggressivem Rocker und flacher Stollenhöhe ist ideal für Kurse mit hohem Tempoanteil, während sehr technisches, nasses Gelände nicht das Spezialgebiet des Schuhs ist.
Nike ACG Ultrafly
Nike positioniert den Nachfolger des Ultrafly offiziell in der ACG-Linie. Das Modell kombiniert eine ZoomX-Mittelsohle samt ZoomX-Einlegesohle, eine neu gestaltete Carbon-FlyPlate mit geteiltem Rücken sowie eine Vibram Litebase Megagrip Außensohle. Der Marktstart ist für Frühjahr 2026 geplant. Das Modell wurde über mehr als zwei Jahre und 30.000 Testmeilen mit Athletinnen und Athleten entwickelt. Als Prototyp wurde es bereits bei großen Rennen eingesetzt, unter anderem im Umfeld von Western States. Parallel dazu hat Nike das Trailprogramm im Elite-Bereich als All Conditions Racing neu aufgestellt.
Fazit und Trendbeobachtung
Der UTMB bleibt die Bühne für Premieren und Prototypen. Ein Muster setzt sich 2025 und 2026 fort. Superfoams und Platten sind auch im Trail angekommen. Die Marken achten dabei sichtbar stärker auf Plattformbreite, Torsionsflex und Planbarkeit als auf die maximale Bauhöhe. Für schnelle, laufbare Kurse gibt es mehr echte Race-Optionen, während für technisches Terrain weiterhin Sohlengummis und Stollenprofile wichtig sind.
© Bilder: UTMB









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