
Der Novablast gehört zu den beliebtesten Laufschuhen der letzten Jahre und hat den Markt in Richtung eines neu interpretierten Daily Trainers mitgeprägt, komfortabel, aber mit spürbarer Dynamik. Mit der sechsten Version bringt Asics ein modernes Update, das vor allem im Vorfußbereich ansetzt. Ein neues Trampolin-Pad aus FF Turbo², eingebettet in die bestehende FF Blast Max Mittelsohle, soll für nochmal mehr Bounce sorgen.
Innerhalb der Asics Blast-Familie ist der Novablast mittlerweile das Einstiegsmodell eines gewachsenen Sortiments mit vier Modellen. Der Sonicblast bringt als einziges eine Astroplate mit, hoch gebaut und auf Intervalle und Tempodauerläufe ausgelegt. Der Superblast 3 ist der Allrounder für alle Distanzen, mit FF Leap als reaktiver oberer Schicht. Ganz oben steht der Megablast, komplett auf FF Turbo² aufgebaut, extrem leicht und dynamisch, klar Richtung Racing getrimmt. Der Novablast bleibt dazwischen der zugängliche Daily Trainer mit guter Dämpfung, angenehmer Kontrolle und einer Leichtigkeit, die auch gelegentliche Tempoeinheiten zulässt.
Ferse 41,5mm, Vorfuß 33,5mm, woraus eine Sprengung von 8mm resultiert. Das Gewicht liegt bei rund 250 Gramm in EU 42,5. Preislich steht der Novablast 6 bei 160 Euro, der Vorgänger lag noch bei 150 €.
Woven Mesh ersetzt das bisherige Material und bringt mehr Struktur sowie höhere Robustheit gegen Abrieb mit. Insgesamt wirkt das Obermaterial reifer verarbeitet als beim Vorgänger, bleibt dabei leicht, atmungsaktiv und angenehm flexibel, ohne instabil zu werden. Die Fersenpartie ist gut gepolstert, im unteren Ansatz sitzt eine leichte Fersenkappe für zusätzliche Führung. Bei den ersten beiden Ösen sind Bändchen verbaut, was einen sehr guten Lockdown im Mittelfußbereich ermöglicht, auch bei vollständig genutzter Schnürung. Die Zunge ist angenehm gepolstert, ein spürbares Update gegenüber der fünften Version.
Die Passform bleibt variabel, wirkt insgesamt aber etwas schmaler als beim Vorgänger, auch die Zehenbox ist in der Höhe etwas kompakter geworden. Mit meiner Fußform (etwas schmaler) hat der Lockdown trotzdem sehr gut funktioniert, für alle gängigen Breiten bleibt genug Platz, das flexible Woven Mesh gibt hier zusätzlichen Spielraum.
Das größte Update steckt in der Mittelsohle. FF Blast Max bleibt das Hauptmaterial, wird im Vorfußbereich aber jetzt mit einem zusätzlichen Pad aus FF Turbo² kombiniert, dem sogenannten Trampolin-Pad. Es ist gut eingebettet und macht sich vor allem in Sachen Dynamik und Bounce im Vorfußbereich deutlich bemerkbar. Der geschwungene Rocker bleibt der klassischen Novablast-Charakteristik treu und ermöglicht ein dynamisches Laufgefühl.
FF Blast Max ist insgesamt relativ weich abgestimmt, was sich in der Ferse bemerkbar macht. Hier verliert der Schuh im Vergleich zum ausgeglicheneren Vorgänger etwas an Stabilität. Ausgeprägte Fersenläufer sollten prüfen, ob das Dämpfungsgefühl für ihren Laufstil ausreicht. Die Breite der Mittelsohle sorgt aber weiterhin für eine gute Balance aus Stabilität, Dämpfung und Leichtigkeit, die Flexibilität im Mittelfuß bleibt hoch. Das Trampolin-Pad macht den Schuh gegenüber dem Vorgänger spürbar reaktiver, das ist das markanteste Update dieser Version.
Die Außensohle setzt auf Asics Grip mit AHAR LO, ergänzt durch mehr Material im Vorfußbereich. Beim Vorgänger gab es hier vereinzelt Kritik am Grip, in der neuen Version ist das merklich besser gelöst. Auch bei Nässe funktioniert die Traktion zuverlässig, die Abriebfestigkeit bleibt auf einem guten Niveau.
In der Stadt und Feld- sowie Waldwegen zeigt sich der Novablast 6 ab dem ersten Schritt agiler und dynamischer als sein Vorgänger. Der Charakter der Blast-Familie kommt hier deutlich zum Vorschein, das Zusammenspiel der Mittelsohlenmaterialien wirkt harmonisch, besonders der Übergang zum Trampolin-Pad macht sich als spürbare Reaktivität im Vorfuß bemerkbar. Gleichzeitig bleibt der Schuh angenehm weich gedämpft und komfortabel, klassischer Novablast-Charakter in seiner bisher besten Ausprägung.
Für Grundlagenläufe bis 20 bis 25 Kilometer funktioniert der Schuh sehr gut. Wer viel Wert auf Stabilität und Führung legt, sollte beachten, dass diese im Vergleich zum Vorgänger etwas zurückgegangen ist. Wer lieber mehr Führung möchte, findet bei Asics im Max-Cushion-Segment mit Nimbus 28 oder Cumulus 28 passendere Alternativen. Für höhere Geschwindigkeiten bis etwa 4:30 min/km ist der Novablast 6 gut geeignet, auch kurze Intervalle sind möglich, wenngleich es dynamischere Optionen für diesen Zweck gibt. Die neue Reaktivität sitzt primär im Vorfuß- und Mittelfußbereich, ausgeprägte Fersenläufer profitieren von dem Update entsprechend weniger.
Der Adidas Adizero EVO SL ist nochmal deutlich dynamischer ausgelegt, mit rund 224 Gramm leichter und flacher gebaut. Die Geometrie bringt hier noch mehr Vortrieb, allerdings auf Kosten der Vielseitigkeit für entspanntere Läufe.
Der New Balance Rebel v5 positioniert sich zwischen beiden Polen, komfortabel und leicht, mit einer Bauhöhe von nur 35 Millimetern. Im direkten Vergleich wirkt er nochmal dynamischer als der Novablast.
Der Puma Deviate Pure Nitro bringt ebenfalls einen sehr komfortablen, leichten Aufbau mit, bei ähnlichem Gewicht um 220 Gramm. Im Vorfußbereich ist er aber deutlich weniger dynamisch als der Novablast 6, was den markantesten Unterschied zwischen beiden ausmacht.
Asics Magic Speed 5 ist ein sehr überzeugender Daily Trainer, der Leichtigkeit, Direktheit und Langlebigkeit gut zusammenbringt. FF Turbo² im Vorfuß ist das entscheidende Update, das den Schuh reaktiver und lebendiger macht als seine Vorgänger. Für Intervalle, Tempodauerläufe und ambitionierte Stadtläufer, die aktiv über Mittel- und Vorfuß laufen, ist er eine sehr gute Wahl. Wer Führung, Komfort oder ein variables Einsatzspektrum sucht, schaut sich besser anderweitig um.