Die Modellreihe Gel Cumulus zählt zu den Dauerbrennern beim japanischen Hersteller Asics. Im jährlichen Turnus bringt Asics seit 1999 ein Update des leichten und dynamischen Daily Trainers auf den Markt. Dieses Jahr sind wir bei Version 28 des Schuhs angekommen, doch der Gel Cumulus 28 ist weder altbacken noch aus der Zeit gefallen, sondern im Jahr 2026 – vielleicht mehr denn je – ein belebendes Element für den Markt der Trainings-Laufschuhe. Warum das so ist, und alle Details zum Schuh, lest ihr in unserem Testbericht.
Einordnung – wo steht der Cumulus 28 im ASICS Line-up?
Die grundlegend richtungsgebenden Attribute bleiben beim Gel Cumulus 28 unverändert. Das Modell sticht unter den aktuellen Daily Trainern am Markt in erster Linie durch Leichtigkeit und ein direktes, unkompliziertes Laufgefühl heraus und sortiert sich in der sehr breiten Palette, die Asics bei den Daily Trainern anbietet, im Bereich der äußerst vielseitigen Allrounder ein, sowohl was Distanzen als auch Tempovarianz betrifft. Der Schuh funktioniert für Läufer, die sich in punkto Abrollverhalten eher im Bereich Supnation wiederfinden, als auch für Neutralläufer sowie solche mit leichter Pronation. Die Umfänge sollten zum allergrößten Teil auf der Straße, bzw. auf befestigten Wegen und grob in einem Distanzbereich von circa 5 bis maximal 30 Kilometern abgespult werden. Wer im Regal der Asics-Trainingsschuhe noch mehr Dämpfung und Komfort für die Long-Runs sucht, findet mit dem Gel Nimbus 28 eine sinnvolle Alternative. Für Dynamik und Agilität im Tempotraining sind z.B. der Novablast 5 oder der Glideride Max 2 spannende Optionen. Ausreichend Stabilität bei Überpronation liefern vor allem der Gel Kayano 32 oder GT2000-14. In Zahlen ausgedrückt wiegt der Cumulus 28 circa 260 g in der Mustergröße. Aus der Stapelhöhe von 38,5mm in der Ferse bzw. 30,5mm im Vorfußbereich ergibt sich eine Sprengung von 8mm. Die UVP für den Daily Trainer liegt bei 160,-€.
Upper und Passform – flexibel, aber mit kleiner Größenproblematik
Das Obermaterial ist beim Gel Cumulus 28 ein leichtes, atmungsaktives, Engineered Mesh, in welches die kaum gepolsterte Zunge fast komplett mit integriert ist. Der Vorteil dieser Konzeption: Der Schuh fühlt sich wie eine zweite Socke am Fuß an und es gibt keinerlei Potenzial für Druck- oder Reibestellen auf dem Spann. Nachteil: Die Polsterung an der Zunge ist so minimal gehalten, dass passgenaue und vor allem ausreichend feste Schnürung durchaus schwer fällt. Ich musste vor den Einheiten stets mehrmals Nachschnüren und Adjustieren, um ein adäquates Sicherheits- und Tragegefühl zu bekommen. Gut finde ich hingegen die ausreichende Länge und gute Elastizität der Schnürsenkel. Auch die Marathon-Schnürung lässt sich ohne Probleme, sogar noch mit einer Doppelschleife oben drauf, umsetzen.
Die Passform des Schuhs ist medium breit, funktioniert damit auch für schmale oder breitere Füße sehr gut. Aufgrund des weichen und flexiblen Uppers in Kombination mit der elastischen Zunge habe ich, mit sehr breitem Fuß, keine Probleme oder Druckstellen bekommen. Äußerst wichtig, das solltet ihr beim Gel Cumulus 28 unbedingt beachten: Der Schuh fällt, wie viele der aktuellen Asics-Modelle, sehr klein aus. Ich bin mit meiner Standard-Schuhgröße zwar solide klargekommen, hätte mir bei längeren Einheiten, mit dann logischerweise größer werdendem Fuß, aber mehr Spielraum in der Zehenbox gewünscht. Die Empfehlung ist daher, den Schuh mindestens eine Halbe, vielleicht sogar eine ganze Schuhgröße, größer zu nehmen.
Mittelsohle – PureGel und FF Blast Max im Zusammenspiel
Beim Gel Cumulus versteckt sich, in Form des patentierten Asics-Gel-Pads, eines der signifikantesten Bauteile schon im Modellnamen. Bei Version 28 ist im Fersenbereich das PureGel Element integriert, welches laut Herstellerangaben um bis zu 65% softer sein soll als die herkömmliche StandardGel Komponente. Das FF Blast Max Material im vorderen Bereich der Zwischensohle soll im Kombination dazu eine weiche und durchaus auch reaktionsfreudige Dämpfung bieten. Dieses Tandem funktioniert in der Praxis erstaunlich gut. Wer, hin und wieder z.B. Downhill oder aber auch dauerhaft, eher über die Ferse abrollt, bekommt mit dem PureGel die nötige Absorption. Der Übergang in den Vorfußbereich ist nahezu nahtlos, hier übernimmt die weiche und, für mein Empfunden, überraschend reaktive FF Blast Max Mixtur und sorgt damit neben einem guten Dämpfungslevel auch für eine solide Agilität im Abdruck nach vorne.
Außensohle und Grip – zuverlässig auf Straße und festen Wegen
Auf der Außensohle befindet sich das herstellereigene Fluidride-Material, eine Mischung aus EVA und Gummi, die uns auf Asphalt und befestigten Wegen einen soliden Grip liefert, dies auch bei Feuchte oder Nässe. Kurze Segmente abseits befestigter Wege, z.B. Feldwege oder Schotterwege im Wald, lassen sich auch problemlos mit einbauen. Auf losen Untergründen oder bei feuchten und nassen Bedingungen stößt die Sohle des Cumulus 28 selbstredend an ihre Grenzen.
Laufgefühl – direkt, agil und ungewöhnlich vielseitig
Das Modell Gel Cumulus 28 habe ich im Praxistest als richtig belebendes Element unter den Daily Trainern des Jahres 2026 empfunden. Der Schuh erlaubte mir viel Fuß- bzw. Zehenaktivität und ließ markant viel Tempovarianz zu, gibt dabei die nötigen Rahmenbedingungen in Sachen Dämpfung, Agilität aber auch Stabilität. Der Rest liegt im Freigeist des Nutzers, man kann über Ferse, Mittelfuß, Vorfuß, abrollen, alle drei Varianten funktionieren sehr gut. Im Vergleich zu den allermeisten Daily Trainern 2026 läuft sich der Cumulus 28 sehr direkt und unkompliziert, da der Schaum nicht zu weich ist und die Rocker-Geometrie eher wenig aggressiv. Dafür ist mehr Aktivität vom Fuß selber erwünscht, und der große Zeh kriegt viel Handlungsspielraum. Die sinnvolle Reichweite würde ich bei bis 25, max. 30 Kilometer einstufen, beim Tempo ist von sehr locker bis zügig progressiv alles möglich. Der Schuh hat mir vor allem beim – einfach mal drauf los laufen- richtig Spaß gemacht, daher erachte ich das Modell vor allem auch für Einsteiger ohne festen Plan mit vorgegebenen Zeiten, etc., als sehr spannend. Aber auch für Hobbyläufer, die maximal 2-3 mal pro Woche unterwegs sind und diese Einheiten mir nur einem Schuh abspulen möchten wäre der Schuh eine sehr solide Option. Arrivierte Läufer könnten den Gel Cumulus 28 als flexiblen Joker gut und gerne mit in die Schuh-Rotation einbauen.
Asics Gel Cumulus 28 - KEYFACTS
Gewicht: 223 g – Damen | 259 g – Männer (Mustergröße)
Sprengung: 8 mm (38,5 – 30,5 mm)
Kategorie: Daily Trainer
Marke: Asics
Preis: 160 €
Fazit – ein Daily Trainer der überzeugt
Der Gel Cumulus 28 hat im Test positiv überzeugt und gibt für 160,-€ verdammt viel. Klar einordnend muss hier angemerkt werden, dass es in den trainingsspezifischen Spezialbereichen, also maximale Dämpfung für Long Runs oder aber Speed für Tempotraining bzw. Intervalle sowohl von Asics als auch von allen anderen Herstellern Modelle gibt, die auf das jeweilige Segment passender konzipiert sind.
In Sachen Vielseitigkeit und Einsatzvarianz können, meiner Ansicht nach, aktuell wenige Daily Trainer dem Cumulus 28 das Wasser reichen, denn er ist ein gutes Stück agiler und variabler, dabei auch noch stabiler, als die meisten Konkurrenzmodelle im selben Segment. Eine spannenden Alternative im selben Preis- und Leistungsspektrum wäre vor allem der Ghost 17 von Brooks.
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Der Glideride Max 2 wurde uns von Asics kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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