
Mit dem Metafuji Trail 2 präsentiert Asics den neuesten Racer für die Trails. Das Wort Meta im Namen verspricht hochwertige Materialien und Geschwindigkeit, und im Vergleich zur ersten Version hat sich einiges getan.
Entwicklung bei Trailrunning-Racern verläuft aktuell rasant, immer wieder gibt es Prototypen von Top-Athleten zu. beobachten. 2025 gewann Tom Evans beim UTMB mit einem Prototyp dieses Schuhs. Im direkten Vergleich zur ersten Version zeigt sich, dass hier tatsächlich ein Upgrade stattgefunden hat: neue Materialien im Upper und in der Mittelsohle, dazu eine angepasste Geometrie, die mehr Stabilität mitbringt. Genau die fehlende Stabilität war das größte Manko der Debütversion.
Bauhöhe liegt bei 42mm, Sprengung bei 5mm, Gewicht bei rund 255 Gramm. Auch in der Materialzusammensetzung zeigen sich Anpassungen: FF Leap kombiniert mit FF Blast Plus, dazwischen eine Carbonfaserplatte mit X-förmigem Aufbau. Markant ist zudem das neue Upper aus Motion Wrap. Preislich liegt der Schuh bei 250 Euro.

Beim Upper hat Asics einen deutlichen Schritt gemacht. War der Vorgänger noch klassisch aufgebaut, zeigt sich jetzt ein moderner Ansatz. Grundlage bildet Motion Wrap, ein dünnes, robustes Material, das optisch etwas plastikartig wirkt und praktisch kein Wasser aufnimmt. Klassische Schnürsenkel sind einem Quicklace-System gewichen, das sich im anschließenden Knit-Schaft verstauen lässt. Auch die Zunge besteht aus gestricktem Material, was die Anpassung erleichtert, Druckstellen oder Falten entstehen dadurch nicht, ein klarer Vorteil bei längeren Einheiten.
Knit-Kragen schließt gut um den Knöchel und bietet leichten Schutz vor eindringendem Sand und Steinen, allerdings nur leicht, etwas mehr Höhe hätte hier für besseren Schutz gesorgt. Fersenpartie ist nur leicht strukturiert, nicht zu fest, passt sich trotzdem gut an. Anfängliche Bedenken, ob sich der Schuh sicher am Fuß fixieren lässt, waren nach den ersten Metern verflogen. Meine gewohnte Asics-Größe passt sehr gut, die Passform würde ich als medium einstufen.

In der Mittelsohle zeigen sich ebenfalls große Anpassungen, beginnend beim Materialmix. FF Leap als obere Schicht, FF Blast Plus als untere, mit klar verteilten Aufgaben: oben liefert das reaktivste verfügbare Foam viel Antrieb, unten sorgt eine stabilere, gut dämpfende Basis für Struktur. Dazwischen liegt eine Carbonfaserplatte in X-Form, die mehr Bewegungsspielraum bietet als eine durchgehend starre Platte, wie man sie aktuell bei vielen Carbon-Trailschuhen findet.
Reduzierung der Bauhöhe auf 42mm bringt in Kombination mit den weiteren Anpassungen zusätzliche Stabilität, die Ausrichtung bleibt aber klar auf Geschwindigkeit fokussiert. Das ist eindeutig ein Racer, kein Schuh für die gemütliche Trailrunde.
Asics setzt auf die hauseigene Asicsgrip-Mischung mit 3,5mm langen Stollen. Bis auf eine Aussparung in der Mitte sind die Stollen gleichmäßig über die Länge verteilt, was guten Grip auf festen Trails und Schotter liefert, auch bei Nässe. Hier gibt es nichts zu bemängeln.

Bereits nach den ersten Metern spürt man die Updates deutlich. Alles fühlt sich organischer am Fuß an, auch die Dämpfung wirkt lebendiger. Zur ersten Version lässt sich zusammenfassend sagen, dass sie relativ kantig war und viel von den Metaspeed-Straßenmodellen übernahm, das hat Asics jetzt deutlich angenehmer gelöst. Besonders markant in der Mittelsohle ist FF Leap, bekannt vom Superblast, das deutlich mehr Pop mitbringt. In Kombination mit der Platte sinkt man nicht zu stark in den Schuh ein und spürt den ausgeprägten Rocker klar, der Schuh möchte nach vorne und Geschwindigkeit aufbauen.
Upper bietet durch das Quicklace-System sicheren Halt im Mittelfuß, im Vorfuß gibt es dagegen mehr Platz, was sich bei längeren Einheiten und beim Downhill positiv auswirkt. Das setzt aber eine passende Fußform und den passenden Untergrund voraus. Auf flotten Single Trails war mir das teilweise zu geräumig, ich bin dabei etwas geschlackert. Genau daran zeigt sich der eigentliche Einsatzbereich: Der Schuh ist primär für laufbare Untergründe gebaut und verträgt hin und wieder Single Trails, wird es aber anspruchsvoller, stößt er an seine Grenzen. Für sehr erfahrene Trailläufer sicherlich noch laufbar, für mich persönlich ist an diesem Punkt aber Schluss, dafür gibt es am Markt gutmütigere Modelle.
Insgesamt kommt man mit dem Setup gut ins Rollen und bekommt gute Unterstützung für höhere Geschwindigkeiten. Trailläufe um zwei Stunden waren im Test kein Problem, geht es länger und deutlich ruhiger zu, würde ich eher zu einem stabileren Trailschuh greifen. Die Stabilität ist gegenüber der ersten Version aber deutlich verbessert.

Der Auftrag des Schuhs ist klar: Sobald man die Quicklace-Schnürung schließt, soll es schnell vorangehen. Deutlich besser gelingt das als beim Vorgänger, mehr Bounce, stabileres Laufgefühl und ein verbessertes Upper. Trotzdem gibt es in jedem Bereich Punkte zu beachten, der Schuh will kein Allrounder sein, sondern mit Antrieb punkten. Wenn das Setup zusagt, macht der Schuh viel Spaß, dafür verlangt er mit 250 Euro aber auch einen entsprechenden Preis.