Lake Garda 42 in der Edition Zero – Laufen in Italien

Lake Garda 42 in der Edition Zero – Laufen in Italien

„Hey André, du bist doch gerade in Italien oder?“ „Jo, das stimmt.“ „Hast du Bock, in zwei Wochen am Gardasee einen Marathon zu laufen?“ 

So in etwa lief das Gespräch zwischen Jan und mir ab, als er mir verkündete, ich könne ihn bei der Edition Zero des LakeGarda42 von der Communico GmbH vertreten. Meine kurze Bedenkzeit hatte nahezu selbstverständlich die Antwort „ja, auf gehts“ zur Folge. Kurzerhand setzte ich mich mit den Veranstaltern in Verbindung und das Abenteuer nahm seinen Lauf. Als einer von 14 Läufer:innen durfte ich die Laufschuhe schnüren und die gut 42km in der kleinen Gruppe am größten See Italiens bestreiten. Nötige Unterlagen besorgt, Informationen über das Wochenendprogramm bekommen, und schon war es soweit. Es lag ein Wochenende mit tollen Menschen, starkem Programm, leckerem Essen und vor allem eins vor mir: laufen an einem der traumhaftesten Seen, umgeben von unglaublichem Bergpanorama. Das Wetter war einfach herrlich und ließ bereits am Samstag nur Gutes verheißen. Wir Läufer:innen lernten uns kennen, wurden herzlich von den Organisator:innen begrüßt, machten eine Brauereibesichtigung, erhielten ein Live-Coaching von Blackroll und genossen beim gemeinsamen Essen die Vorfreude auf den Lauf am Sonntag.

Lake Garda 42
©Lake Garda 42

Lake Garda 42 Marathon

Am Sonntag wachte ich morgens gegen halb sieben auf. Von Sonnenstrahlen begleitet wanderte mein Blick aus dem Hotelzimmer in Richtung Gardasee. Wie könnte man etwas anderes wollen, als gleich in diesem Panorama die Laufschuhe zu schnüren und einfach nur zu laufen?

Schon der Startpunkt war direkt am Wasser, gelegen im wunderbaren Ort Limone sul Garda. Geplant war eine Pace von 6:30min, sodass wir als geschlossene Gruppe gemeinsam den Weg bestreiten. Eine Polizeieskorte geleitete uns genau so sicher wie unsere Orga-Crew in den Begleitfahrzeugen und auf Fahrrädern zuerst in Richtung Riva del Garda, wo unsere erste Verpflegungsstation auf uns wartete. Der Fahrradweg, auf dem wir am See entlang liefen, war einfach ein Traum. Direkt am Felsen, knapp über dem Wasser ließen wir uns in Richtung Riva treiben und genossen jeden Moment. 

Die insgesamt drei Verpflegungsstationen erreichten wir nach jeweils ca. 10km, sodass die zweite Pause für uns bereits den Halbmarathon bedeutete. Die Freude war schon dort groß, aber das war sie eigentlich die ganze Zeit. Frisch gestärkt, von jubelnden und genauso motivierten Zuschauern umgeben ging es wieder südlich, nachdem wir uns vorher in Richtung Arco im Norden des Gardasees bewegt haben. Die Weinberge ließen wir hinter uns in dem Wissen, dass gleich wieder der See auf uns wartet. 

Und so machten wir unsere dritte Verpflegungspause mal wieder direkt am Seeufer. Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass wir immer noch alle gute Laune hatten, auch wenn die Beine zunehmend schwerer wurden. Aber irgendwie hat das niemanden gestört oder aufgehalten, denn der bunte Austausch in der Gruppe war eine große Bereicherung, vor allem für mich als einzigen deutschen Teilnehmer umgeben von tollen italienischen Mitlaufenden, sodass die Zeit wie im Flug verging.

Lake Garda 42
©Lake Garda 42

Das letzte Teilstück brachte uns nun ans östliche Seeufer, für uns hieß es nun: ab nach Malcesine. Die zwischenzeitlichen Tunnelabschnitte spendeten uns den wohltuenden Schatten, der während der prallen Sonne auf dem Großteil der Strecke doch echt angenehm war. Noch immer bei bester Laune fing meine rechte Wade ein wenig an zu zwicken, aber die letzten Kilometer vergingen dann wie im Flug. Meine Garmin zeigte die letzten beiden Kilometer nochmal einen Schnitt von knapp unter 6 min/km an, sodass wir freudestrahlend und jubelnd das Zielbanner mit einer Zeit von 4 Stunden und 23 Minuten durchquerten. Was für ein Gefühl! Freude, Erleichterung, eine geile Crew, traumhaftes Wetter und atemberaubendes Panorama: mein erster Marathon war geschafft. 

Danach wurde erstmal in Läufermanier mit alkoholfreiem Bier oder mit Aperol Spritz im Palazzo Capitani in Malcesine angestoßen, wo uns ebenfalls ein ausgiebiges Buffet erwartete. Wir konnten in aller Runde entspannen, quatschen und die gute Zeit genießen. Zu diesem Wochenende kann ich nur sagen: ein geiles Event in unvergleichlicher Kulisse mit tollen Leuten, ein abwechslungsreiches Programm und gute Organisation. Was möchte man als Läufer:in denn mehr? 

Lake Garda 42
©Lake Garda 42

Laufen in Italien

Nachdem ich insgesamt acht Monate in Italien leben durfte, war dies für mich ein krönender Abschluss, der vor allem die Zeit der Corona-Pandemie entschädigte, in der echt wenig möglich war. Zu gern hätte ich an coolen Stadtläufen oder herausfordernden Trailevents teilgenommen, doch war mir dies leider während meines Aufenthalts nicht möglich. Was ich aber ausgehend von der Edition Zero sagen kann, ist, dass Italien auf jeden Fall ein laufbegeistertes Land ist. Ob als Aktive:r oder Zuschauer:in, welche mindestens genauso wichtig sind, um ein Laufevent erst zu einem wirklichen Event zu machen. Wie gut es einfach tat, an der Seepromenade durch begeisterte Zuschauende zu laufen, die sofort klatschten und uns jubelnd antrieben. 

Auch an unsere Gruppe aus unterschiedlichsten Läufer:innen machte schnell klar, wie vielseitig laufen ist und jeden begeistern kann. So war es für einige von uns der erste Marathon, ob für mich mit meinen 26 Jahren oder aber für einige weitere von uns, die fast doppelt so alt waren wie ich. Doch auch neben den frischgebackenen Marathonis gab es einige alte Hasen, die schon mehr als zehn Mal die 42 Kilometer schruppten oder als Lokalmatadoren die dortige Trailszene dominierten. Die bunt gemischte Laufgruppe zeigte mir, wie offen, fröhlich und herzlich die Laufcommunity ist, ganz egal, wo man läuft. 

Mein Fazit

Es war definitiv nicht mein letzter Lauf in Italien. Allein das traumhafte Panorama des Gardasees lädt ein, nahe des Sees schnell zu laufen oder auf den nahgelegenen Trails die Landschaft zu genießen. Doch auch meine längeren Aufenthalte am Lago d’Iseo oder in Bergamo zeigten mir, dass unweit des Gardasees einige andere tolle Spots nur so darauf warten entdeckt zu werden und mit einer guten Portion Höhenmetern jedem etwas abverlangen können, der auf der Suche nach Herausforderungen ist. Es ist auf alle Fälle für jeden was dabei.

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