Mit dem Agravic SL bringt Adidas ein neues Modell in die Terrex-Familie, das eine interessante Lücke besetzt. Kein reiner Geschwindigkeitsschuh wie der Speed Ultra 2, kein robuster Allrounder wie der Agravic TT, sondern ein leichter, dynamischer Daily Trainer fürs Gelände, der das Beste aus beiden Welten verbindet. Die vollständige Lightstrike Pro Mittelsohle und die Continental Außensohle machen dabei neugierig, gerade für 160 Euro.
Adidas Terrex Agravic TT: Einordnung im Terrex-Line-up
Im Terrex Line-up von Adidas ist die Einordnung des Agravic SL klar, wenn man sich die Familie anschaut. Speed Ultra 2 ist das Flaggschiff für sehr ambitionierte Läufer mit Lightstrike Pro und EnergyRods. Agravic Speed 2 ist die zugänglichere Geschwindigkeitsvariante. Agravic TT ist der robustere Allrounder mit mehr Schutz für ruppigeres Gelände. Agravic 4 ist der klassische Einstieg ins Trailrunning. Der SL positioniert sich als leichter, reaktiver Daily Trainer fürs Gelände, der Dynamik und Zugänglichkeit verbindet und dabei optisch und technisch vom Adizero Straßensortiment beeinflusst ist. Die Verbindungen zum beliebten Adizero EVO SL sind unschwer erkennbar.
Preislich liegt er bei 160 Euro. Ferse 39mm, Vorfuß 33mm, Sprengung 6mm. Das Gewicht liegt bei rund 278 Gramm in der Mustergröße, die Stollenlänge beträgt 3,5 bis 4mm.
Engineered-Mesh-Upper & Passform: Dünn, funktional, großzügig
Ein Engineered Mesh bildet das Obermaterial, deutlich dünner und atmungsaktiver als bei anderen Agravic-Modellen. Man sieht die Verwandtschaft zum Adizero EVO SL aus dem Straßensortiment, hier aber für den Trailbereich optimiert. Eine gummierte Zehenkappe bietet Schutz an der wichtigsten Stelle, die drei Streifen und das Logo fungieren als zusätzliche Overlays. Geriffelte Schnürsenkel ermöglichen eine sehr gute Justierung, die Zunge ist über ein Mittelfußband fixiert und verrutscht nicht. Fersenpartie ist leicht gepolstert und angenehm am Fuß.
Insgesamt ist es ein minimalistisches Upper, das seinen Job zuverlässig erfüllt. Für sehr anspruchsvolles alpines Gelände mit extremem Schutzanspruch wäre mehr Material wünschenswert, für moderate bis mittelschwere Trails ist der Aufbau sehr gut geeignet.
Zur Passform: Der Vorfuß fällt etwas großzügig aus, in der Länge ist der Schuh ebenfalls nicht eng geschnitten. Mit schmalem und flachem Fuß hat der Sitz funktioniert, eine halbe Nummer kleiner wäre aber die bessere Wahl. Wer breite Füße hat, wird sich im SL sehr wohlfühlen.
Lightstrike-Pro-Mittelsohle: Reaktivität die überzeugt
Komplett Lightstrike Pro in der Mittelsohle ist das entscheidende Statement des Agravic SL. Das reaktive Material ist weich, leicht und bringt eine sehr hohe Energierückgabe mit. Kombiniert mit einem ausgeprägten Rocker sowohl im Vorfuß als auch in der Ferse entsteht ein sehr smoothes, gleichmäßiges Abrollverhalten auf wechselnden Untergründen. Mit 39mm Fersenhöhe ist das für einen Trailschuh beachtlich viel Material unter dem Fuß.
Im Vergleich zum EVO SL für die Straße ist das Lightstrike Pro hier etwas dichter geschäumt, was auf unebenem Untergrund mehr Stabilität bringt. Im Mittelfußbereich gibt es keine Aussparung, was die breite Basis und damit die Stabilität auf unebenem Gelände unterstützt. Trotz der Bauhöhe bekommt man noch gutes Feedback vom Untergrund, bei spitzen Elementen wie Steinen oder Holz merkt man aber, dass weder Platte noch Schutzplatte verbaut sind.
Continental-Außensohle: Bester Grip im Segment
Eine Continental Außensohle mit 3,5 bis 4mm Stollenlänge zieht sich über die gesamte Länge, mit einer einzelnen Aussparung im vorderen Mittelfußbereich für mehr Flexibilität. Grip auf sandigen, nassen und felsigen Untergründen ist sehr gut und zählt zu den besten im Segment. Auf sehr festen Untergründen wie Asphalt spürt man das ausgeprägte Profil, was der Schuh aber problemlos verträgt.
Laufgefühl: Dynamisch auf rollbaren Trails, Grenzen im Alpin
Auf den Trails zeigt der Agravic SL sofort seinen Charakter. Dynamisch, leicht, reaktiv und dabei ausreichend stabil für moderate bis mittelschwere Trails. Lightstrike Pro und Rocker arbeiten sehr gut zusammen, man kommt gleichmäßig voran und der Schuh macht auf rollbaren Untergründen richtig Spaß. Bei höheren Geschwindigkeiten entfaltet sich der Charakter am besten, der Antrieb ist spürbar und das Abrollen sehr smooth.
Für entspannte Grundlagenläufe im Gelände ist er genauso geeignet wie für schnellere Einheiten. Für Ultra-Distanzen ist er grundsätzlich tauglich, wer aber mehr Dämpfung oder mehr Schutz benötigt, sollte auf andere Modelle zurückgreifen. Ganz oben in den Bergen auf sehr technischem Gelände wären mehr Schutzelemente wünschenswert, aber das ist auch nicht das Einsatzgebiet des SL.
Agravic SL vs. Agravic TT, EVO SL & Hoka Speedgoat
Gegenüber dem Agravic TT ist der SL deutlich dynamischer und reaktiver, direkt aus der Box mehr Bounce und Antrieb. Der TT ist robuster, strukturierter, mit kompakterer Passform und Schutzplatte, was ihn für anspruchsvolleres Gelände besser geeignet macht. Wer den TT als zu schmal empfindet, findet im SL die passendere Alternative.
Der Adizero EVO SL ist der logische Straßenbruder des Agravic SL. Beide teilen die Philosophie eines leichten, reaktiven Schuhs mit Lightstrike Pro Mittelsohle und ausgeprägtem Rocker. Was man vom EVO SL auf der Straße kennt, überträgt der Agravic SL ins Gelände: viel Dynamik, smoothes Abrollen, reaktives Laufgefühl. Der Unterschied liegt in der Außensohle und dem leicht dichter geschäumten Lightstrike Pro, das auf unebenem Untergrund mehr Stabilität liefert. Wer den EVO SL mag und das gleiche Gefühl auf dem Trail sucht, ist beim Agravic SL sehr gut aufgehoben.
Gegenüber dem Adizero EVO SL ATR, der für den Winter und leichtere Waldwege mit wasserabweisendem Material optimiert ist, ist der Agravic SL die bessere Wahl für richtiges Trailrunning mit mehr Außensohle und mehr Stabilität. Gegenüber dem Hoka Speedgoat 7 ist der SL nochmal dynamischer und reaktiver durch das Lightstrike Pro, der Speedgoat ist dafür robuster im Upper und etwas stabiler auf ruppigem Untergrund.
adidas Terrex Agravic SL - KEYFACTS
Gewicht: 241 – Damen | 278 g – Herren (Mustergröße)
Sprengung: 6 mm (39 – 33 mm)
Kategorie: Trailrunning
Marke: Adidas
Preis: 160 €
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Für wen ist der Adidas Terrex Agravic SL geeignet?
Mit dem Agravic SL bringt Adidas für 160 Euro ein sehr überzeugendes Paket auf den Markt. Vollständige Lightstrike Pro Mittelsohle, Continental Außensohle und ein leichtes, funktionales Upper ergeben einen reaktiven, vielseitigen Trailschuh, der auf moderaten bis mittelschweren Trails richtig Spaß macht. Passform fällt im Vorfuß großzügig aus, eine halbe Nummer kleiner ist bei schmalem Fuß empfehlenswert. Für sehr technisches alpines Gelände fehlen Schutzelemente, für alles darunter ist der SL eine der besten Optionen im Preissegment.
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Der Agravic TT wurde uns von adidas kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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