In den letzten Jahren hat Adidas die Terrex Agravic-Familie konsequent ausgebaut und klar strukturiert. Mit dem Agravic TT kommt nun ein Modell hinzu, das sich von den geschwindigkeitsorientierten Speed-Varianten bewusst absetzt. Stattdessen legt der Schuh den Fokus auf Robustheit, Stabilität und Kontrolle in anspruchsvollem Gelände. Der Schuh richtet sich an Läufer:innen, die im Alpinbereich oder auf wechselnden, technischen Untergründen unterwegs sind und dabei mehr Führung benötigen als die Modelle Speed Ultra oder Speed bieten.
Adidas Terrex Agravic TT: Einordnung im Terrex-Line-up
Im Adidas Terrex Line-up besetzt der Agravic TT eine klar definierte Lücke. Der Speed Ultra 2 ist das Flaggschiff für maximale Geschwindigkeit, der Speed 2 ist die etwas zugänglichere, aber ebenfalls dynamische Option und der Agravic 4 ist der klassische Allrounder im Einstiegssegment. Der TT ordnet sich als robustester Vertreter der Reihe ein, mit mehr Materialaufwand, breiterer Basis und einer Schutzplatte in der Mittelsohle. Er ist kein minimaler Racer, sondern ein Schuh für lange, anspruchsvolle Läufe in unwegsamem Gelände. Der Preis liegt bei 180 Euro. Der Vorfußstack beträgt 31 mm, die Ferse 39 mm, woraus eine Sprengung von 8 mm resultiert. Die Stollenlänge beträgt 4,5 mm. Das Gewicht liegt bei 275 Gramm in der Mustergröße.
Obermaterial & Passform: Ripstop, Overlays und Mittelfußband
Das reißfeste Obermaterial ist mit Polyamid verstärkt und in Ripstop-Optik gestaltet. Es ist dünn und flexibel, bietet durch die Verstärkung aber eine gute Grundstruktur. Ergänzt wird es durch Overlays an der Zehenkappe und an den Seiten, die für zusätzlichen Schutz sorgen. Im Inneren zieht sich ein strukturierendes Skelett durch den Schuh, das für einen stabilen Sitz sorgt. Die dezent gepolsterte Zunge ist über ein Mittelfußband fixiert, das ein Verrutschen verhindert. Der Schaftabschluss ist flexibel gestaltet, ohne zu drücken. Im Vergleich zu anderen Agravic-Modellen setzt Adidas in der Fersenpartie mehr Polsterung ein, was den Tragekomfort und den Halt bei Downhills spürbar verbessert. Eine klassische Fersenkappe ist nicht verbaut; stattdessen sorgt ein großflächigeres Overlay mit Naht für Struktur und Festigkeit. Die Passform entspricht der typischen Terrex-Linie – meine normale Größe hat gut gepasst. Der Schuh ist eher für schmalere bis mittlere Füße ausgelegt. Wer mehr Volumen benötigt, könnte den Sitz als zu straff empfinden.
Mittelsohle: Lightstrike-Doppelschicht mit Rockblade-Platte
Adidas kombiniert zwei Schaumstoffmaterialien. Als untere Schicht kommt Lightstrike zum Einsatz: eine feste, stabile Basis mit solider Dämpfung. Darüber sitzt Lightstrike Pro als reaktive Einlage. Zwischen beiden Schichten liegt eine Rockblade-Platte. Sie bietet neben Stabilität auch Führung auf wechselndem Untergrund und Schutz vor spitzen Elementen. Auffällig ist die überraschende Flexibilität des Schuhs trotz dieser Schutzplatte. Sowohl bei der geraden Abrollbewegung als auch bei seitlicher Belastung gibt der Schuh mehr nach, als man bei einem solchen Aufbau erwarten würde. Die Plattform ist breiter als beim Speed Ultra, besonders im Mittelfuß- und Fersenbereich. Das erhöht die Standfestigkeit und Stabilität. Der ausgeprägt geschwungene Rocker unterstützt das Abrollen, ohne dabei aggressiv zu wirken.
Continental-Außensohle: Grip auf Fels, Wurzeln und nassem Gestein
Die Außensohle aus Continental-Gummi ist mit 4,5 mm langen Stollen strukturiert aufgebaut. Der Grip auf Fels, nassem Gestein und Wurzeln ist sehr gut. Auf Schlamm stoßen die etwas eng gesetzten Stollen an ihre Grenzen, was bei einem Schuh mit diesem Einsatzprofil aber kein entscheidender Kritikpunk
Laufgefühl: Führung statt Bounce
Der Schuh muss erst eingelaufen werden. Die untere Schicht aus Lightstrike ist fest geschäumt und der Übergang zur oberen Schicht aus Lightstrike Pro ist in den ersten Kilometern spürbar unharmonisch. Nach rund 30 Kilometern haben sich die Materialien jedoch besser aufeinander eingespielt, sodass sich ein runderes Gesamtgefühl ergibt. Das ist kein gravierendes Problem, aber etwas, das man wissen sollte. Auf ruppigem, losem Untergrund mit Steinen und Wurzeln überzeugt der Schuh hingegen. Der Grip ist stark, die Rockblade schützt zuverlässig und trotz der Stabilität bleibt eine gewisse Agilität erhalten. Auf laufbaren Untergründen kommt man dank der Rocker-Geometrie gut voran und der Schuh rollt angenehm ab. Spritzigkeit oder einen aktiven Vortrieb wie beim Speed Ultra sollte man jedoch nicht erwarten. Man läuft mit Führung, nicht mit Schwung. Fersenläufer erhalten mit dem TT eine solide Basis und gute Kontrolle. Mittelfußläufer profitieren besonders auf langen Distanzen von der Dämpfung und dem Halt. Für Ultraläufe bis 100 km ist der Schuh grundsätzlich geeignet. Für kurze, flotte Runden im Gelände gibt es im Adidas-Sortiment jedoch bessere Optionen.
adidas Terrex Agravic TT - KEYFACTS
Gewicht: 234 – Damen | 272 g – Herren (Mustergröße)
Sprengung: 8 mm (39 – 31 mm)
Kategorie: Trailrunning
Marke: Adidas
Preis: 180 €
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Fazit – Für wen ist der Adidas Terrex Agravic TT geeignet?
Der Adidas Terrex Agravic TT ist ein robuster, stabiler Trailschuh, der seinen Job in anspruchsvollem Gelände zuverlässig erledigt. Wer die Modelle Speed Ultra und Speed als zu schmal und zu minimalistisch empfindet, findet im TT die passende Alternative aus demselben Sortiment. Die breitere Basis, die Rockblades und das verstärkte Obermaterial machen ihn zu einem verlässlichen Begleiter für lange Distanzen auf wechselndem Terrain. Dynamik und Spritzigkeit sind nicht seine Stärken, aber das ist auch nicht sein Anspruch. Der Preis von 180 Euro ist angemessen, bei 160 Euro wäre das Gesamtpaket noch überzeugender.
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Der Agravic TT wurde uns von adidas kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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