Brooks Ghost Trail im Test: Der Ghost wird zum Gravel- und Hybrid-Schuh

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Wenn wir Läufer den Namen Ghost in Kombination mit Brooks hören, denken wir mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit zunächst einmal an den Straßenlaufschuh Ghost 17, welcher, ohne jedwede Übertreibung, seit vielen Jahren als einer der herstellerübergreifend beliebtesten und meist gelaufenen Daily Trainer bezeichnet werden darf. Für die Saison 2026 bringt der US-Hersteller eine hybride Version namens Ghost Trail an den Start, kombinierte dabei die bewährten Attribute des Ghost mit der nötigen Robustheit und Traktion, um den Ghost fit und tauglich für Terrains auch abseits des Asphalts zu machen.

Brooks Ghost Trail: Einordnung im Brooks-Line-up

Der Ghost Trail ist ein Paradebeispiel für die Kategorie der Gravel-Schuhe, die es in starker Präsenz am Markt noch gar nicht so lange gibt, jedoch in raschem Tempo immer beliebter und präsenter werden. Wir können die Schuhkategorie wahlweise gerne auch als Hybrid-Schuhe, Urban Trail oder Door to Trail Schuhe bezeichnen. Es geht also um Laufschuhe, die sich vor allem durch vielseitige Verwendbarkeit und gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Terrains auszeichnen und weder klassische Straßenschuhe, noch klassische Trailschuhe sind. Also irgendwo zwischendrin, und bestenfalls, die perfekte Kombination aus beiden Welten Straße und Trail.

Im Lineup von Brooks steht der Ghost Trail also als Hybrid zwischen z.B. dem vielseitigen Ghost 17, dem maximal gedämpften Glycerin Max 2 oder dem variablen Glycerin Flex für die Straße auf der einen, und den ganzheitlichen Trailschuhen wie dem Caldera 8 oder Catamount 4 auf der anderen Seite. In der Mustergröße bringt der Ghost Trail circa 300 g auf die Waage und kostet euch in der UVP 150 €. Die Sprengung liegt bei 8 mm, also etwas weniger als beim Ghost 17 (10mm). Wir befinden uns auf 36 mm Fersenhöhe und 28mm im Vorfuß. Beim Ghost 17 ist die Fersenhöhe mit 36mm exakt identisch, die Differenz in der Sprengung ergibt sich also aus dem Vorfußbereich, wo der Ghost Trail 2mm mehr Schaum bekommen hat.

Brooks Ghost Trail DNA-Loft-v3-Mittelsohle Detailansicht

Obermaterial & Passform: Weich, aber mit Schwächen

Im Obermaterial bringt Brooks ein sehr weiches und auch bequemes Air Mesh zum Einsatz. Die moderaten Verstärkungen im vorderen Bereich rund um die Zehenbox kommen in Form einer 3D-gedruckten Schicht und sollen dazu dienen, Material und Zehen zu schützen. Für die vorgesehenen Einsatzbereiche Straße, Schotter, leichte Trails, ist der Schutz ausreichend. Für dauerhaften Einsatz in sehr unwegsamem Gelände, wie z.B. Geröll oder sprichwörtlich quer durch den Wald, dürfte die Zehenbox noch etwas stärker geschützt sein.

Die Zunge ist meiner Einschätzung nach etwas zu stark gepolstert und kann bei Läufern mit hohem Spann durchaus eine unangenehme Druckstelle hervorrufen. Auch der Übergang von Zunge zum restlichen Upper ist ziemlich holprig konzipiert, hier hat Brooks zu viel Platz gelassen und keinerlei Vernähung zwischen beiden Elementen appliziert. Noch dazu sind die Schnürsenkel leider viel zu kurz geraten, sodass für mich mit breitem Fuß eine Marathonschnürung leider gar nicht möglich ist. Die passgenaue Schnürung erfordert, aufgrund der vorgenannten Distanz zwischen Zunge und Upper, viel Geduld und Akribie. Auch mit Blick auf die Ferse ergibt sich noch ein Kritikpunkt:  Diese ist im Inneren des Schuhs zu stark gepolstert, wodurch man, in Kombination mit der Problematik beim Schnüren, vor allem im Uphill etwas zu wenig Halt hat und mit der Ferse relativ leicht hoch rutschen kann. An diesen Bauteilen darf Brooks bei einer potenziellen Nachfolgeversion des Ghost Trail gerne nachschärfen. Die Passform des Schuhs ist medium breit, für Brooks Verhältnisse sind wir sogar eher auf der schmalen Seite. Der Ghost Trail passt also in jedem Fall auch an schmalere Füße. Das sollte bei der Auswahl auf jeden Fall beachtet werden. Bei schmaleren Füßen hatte unser Zweittester keine Probleme mit dem Tragekomfort.

Brooks Ghost Trail Obermaterial

DNA-Loft-v3-Mittelsohle & Trail-Track-Außensohle im Detail

In der Mittelsohle kommt mit dem stickstoff-injizierten DNA Loft v3 Schaum dasselbe Material wie beim Ghost 17 zum Einsatz. Das Setup funktioniert damit auf der Straße einwandfrei. Für die Untergründe abseits der Straße soll die profilierte, herstellereigene, Außensohle mit Trail-Track Green Rubber Material und 3 mm tiefem Profil die nötige Traktion verleihen. Für Waldwege, Schotterwege, Urban Trail, aber auch hin und wieder Single Trails mit anspruchsvollem Downhill, ist der Grip absolut ausreichend und die Sohle packt sicher zu. Kleiner Nachteil: In dem relativ engmaschigen Profil bleibt feuchte oder Nasse Erde sehr leicht haften. Bei meinen Testeinheiten im Spätwinter bzw. frühen Frühjahr 2026 hat sich in matschigem Terrain das ein oder andere Mal ordentlich viel Material in der Sohle angesammelt, welches während der Einheit gar nicht bis kaum wieder abgefallen ist. Logische Folge: Der Schuh nimmt deutlich an Gewicht zu und man muss deutlich mehr Kraft investieren um vorwärts zu kommen.

Brooks Ghost Trail Trail-Track-Außensohle 3mm Profil Detail

Laufgefühl: Vielseitig von Straße bis Singletrail

Der Ghost Trail wurde als Hybrid- bzw. Gravel-Schuh konzipiert und funktioniert auch entsprechend, d.h. zum einen flüssig, progressiv und unkompliziert auf der Straße. Zum anderen zuverlässig und solide im Gelände, dabei auch angenehm direkt und agil im Uphill. Die, für das Jahr 2026, vergleichsweise niedrige Stapelhöhe von 36mm/28mm macht sich positiv bemerkbar. Schuh wurde auch bei langen Einheiten, mit, für Mittelgebirgs-Terrain vielen Höhenmetern, hinten raus nicht zum Klotz am Bein (sofern das Profil nicht voll mit Erde war, siehe oben). Im Gegenteil, auf den üblichen letzten Passagen zwischen Trail und Zuhause lässt es sich mit dem Schuh auf der Straße gerne nochmal leicht und dynamisch beschleunigen. Von kurzen Freestyle Einheiten ohne spezifisches Trainingsziel bis hin zu grundsoliden und qualitativen Longruns (gerne auch über 2 Stunden hinaus oder bis 30-35 Kilometer) deckt der Schuh alles ab. Im Bereich Tempo / Intervall ist der Ghost Trail natürlich eher limitiert, Beschleunigungen oder Tempowechsel sind aber jederzeit möglich.

Die Stabilität der Sohle ist, für geübte Trail-Läufer, völlig ausreichend für Wald, Feldwege, aber auch die allermeisten Single-Trails im Mittelgebirge. Die Geländeübergänge funktionieren nahtlos und flüssig. Einen Einsatz im Hochgebirge sehe ich, aufgrund des ausbaufähigen Halts in der Ferse beim Uphill, und der verbesserungswürdigen Konzeption des Uppers im Bereich der Zunge, eher kritisch. Die fehlende Stabilität in diesen Bereichen könnte im steilen oder unwegsamen Dowhnill, z.B. über Geröllfelder, zum Problem werden. Für Läufer, die bisher noch keine Erfahrungen auf den Trails haben, eignet sich der Schuh meiner Ansicht nach zwar auch, dann aber vor allem im Bereich Urban Trail, also z.B. auf Parkwegen mit Gravel-Untergrund, oder auf der klassischen Schotter-Waldautobahn.

Brooks Ghost Trail

Brooks Ghost Trail - KEYFACTS

Gewicht: 272 g – Damen | 300 g – Männer (Mustergröße)

Sprengung: 8 mm (36 – 28 mm)

Kategorie: Gravel

Marke: Brooks

Preis: 150 €

Für wen ist der Brooks Ghost Trail geeignet?

Brooks hat mit dem ersten Hybrid-Ghost ein solides Modell zum Graveln, für wechselnde Untergründe und gerne auch leichte Trails aufgelegt. Der Schuh bietet in Sachen Preis / Leistung ein sehr attraktives Gesamtpaket und weist, außer den kleinen Schwachstellen bei Zunge und Upper, keine eklatanten Schwächen auf. Der Ghost Trail ist vielseitig und variabel einsetzbar und besticht durch die unkomplizierte Einsezbarkeit auf unterschiedlichen Terrains sowie hohe Tempovarianz. Ein ziemlich perfekter Schuh z.B. für einen Kurzurlaub oder eine Dienstreise, wofür ihr nur einen Schuh mitnehmen könnt und noch nicht genau wisst, welches Terrain euch vor Ort erwartet. Und ebenfalls eine spannenden Option für Läufer, die erste Luft abseits des Asphalts schnuppern wollen, mit dem Schuh aber auch Segmente auf der Straße abdecken möchten.

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Fazit – Komfort trifft Beweglichkeit

Der Ghost Trail wurde uns von Brooks kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

 


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