Asics Trabuco 14 im Test: Bewährter Trail-Allrounder

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Das Modell Trabuco von Asics darf man getrost als eines der Urgesteine unter den Trail-Laufschuhen bezeichnen, denn es gibt herstellerübergreifend nicht viele weitere Trailschuhe am Markt, die bereits 14 mal oder gar häufiger aufgelegt wurden. Und dabei hat Asics just beim Trabuco 14 eine weitreichende Änderung vorgenommen, den Schuh erstmals ohne das patentierte Asics-Gel Element in der Ferse konzipiert.

Asics Trabuco 14: Einordnung im Asics Trail-Line-up

Im Trailschuh-Lineup von Asics nimmt der Trabuco die Rolle des flexibel einsetzbaren Allrounders ein. In dieser Funktion soll der Schuh eine hohe Bandbreite an Läufern ansprechen, angefangen bei Trail-Einsteigern, die erste Schritte und Erfahrungen im Geländelauf wagen möchten, bis hin zu erfahrenen und routinierten Trail-Läufern, die einen Großteil ihrer Kilometer abseits asphaltierter Straßen abspulen.

Ein kurzer Blick auf die Zahlen: Die Sprengung des Trabuco 14 liegt bei 8mm (35mm Ferse, 27mm vorne). Der Schuh wiegt in der Mustergröße circa 280 Gramm und kostet in der UVP 160 €. Für 10€ mehr gäbe es auch noch die wasserdichte Gore-Tex Variante des Schuhs.

Asics ist bei den Trailschuhen, anders als im Bereich der Straßen- und Wettkampf-Laufschuhe, nicht so breit aufgestellt, aber es gibt vom japanischen Hersteller natürlich noch Alternativen fürs Gelände. Da wäre zum einen der Trabuco Max 5, ein Schuh welcher grundlegend auf dem Chassis des Trabuco 14 basiert. Der Trabuco Max 5 besitzt, ganz dem Namen nach, mehr Stapelhöhe in der Sohle und soll damit nochmal mehr Dämpfung und Komfort für längere Einheiten bieten. Die Sprengung ist mit 5mm etwas geringer als beim Trabuco 14, der Trabuco Max ist um circa 20 Gramm schwerer und in der Zwischensohle befindet sich das FF Blast+ Material. Für den Race- und Speedbereich im Gelände gibt es bei Asics die mit einer Trail-spezifischen Carbonplatte ausgestatteten Metafuji-Modelle.

Asics Trabuco 14 FF-Blast-Max-Mittelsohle Rock-Plate Detail

Obermaterial & Passform: Robust, aber mit Schwächen

Wir starten mit der Passform. Der Schuh ist im vorderen Bereich maximal Medium breit und auch Raumvolumen her nicht allzu großzügig konzipiert. Bedeutet im Umkehrschluss: Schmale, mittelbreite Füße, eher flacher oder moderat hoher Spann, alles kein Problem. Für breitere Füße bzw. einen kräftigen Spann sind wir im Grenzbereich, es kann funktionieren. Ich selbst (breiter Fuß, hoher Spann) hatte auch bei Einheiten bis 2 Stunden keine merklichen Probleme, möchte allerdings darauf hinweisen, dass der Trailschuh-Markt deutlich geräumigere Alternativen bietet.

Das Obermaterial, aus einem Engineered Mesh konzipiert, erschien mir direkt beim Auspacken des Schuhs als sehr robust und widerstandsfähig. Dies hat sich in der Praxis bestätigt, ohne dass das Material sich in Sachen Komfort je unangenehm anfühlte. Der Trabuco 14 ist damit bestens gerüstet für Ausflüge in die Wildnis. Egal ob Gestrüpp, stachelige Hecken, Geröll, etc., der Upper schützt gut und hält auch einiges aus. Die Atmungsaktivität des Materials habe ich, für einen robusten Trailschuh, im Übrigen als völlig okay empfunden.

Leider gibt es auch Schwachstellen am Material. Zum einen die Zunge, welche zwar ausreichend gepolstert ist, aber leider etwas zu kurz. Die Schnürsenkel sind ebenfalls viel zu kurz. Das ergibt in Summe leider ein ziemlich großes Problem bei der passgenauen, und vor allem für lange Ausflüge in unwegsames Gelände umso wichtigeren, festen und sicheren Schnürung.

Die Fersenkappe ist zwar gut, aber auch nicht zu stark, gepolstert, doch leider viel zu flach. Ich bin bei den Testeinheiten in steilerem Gelände beim Uphill ständig nach oben raus gerutscht und hätte teilweise fast die Schuhe verloren, so extrem war das auf- und abrutschen. Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis mit den zur Problemstelle Zunge/Schnürsenkel, denn aufgrund der dortigen Defizite kann man den fehlenden Halt in der Ferse leider nicht über eine festere Schnürung lösen.

Asics Trabuco 14 Engineered-Mesh-Upper Detailansicht

FF-Blast-Max-Mittelsohle & Rock Plate: Schutz statt Vortrieb

In der Zwischensohle des Trabuco 14 versteckt sich FF Blast Max, welches z.B. auch beim Novablast 5 oder in der unteren Schicht des Sonicblast zu finden ist. Für mein Empfinden ist die Mixtur dieses Materials beim Trabuco 14 deutlich weniger weich und bouncig als bei einem Novablast oder Sonicblast. Klar, wir können und wollen die Anforderungen von Straße und Trail nicht direkt vergleichen, aber ein Allrounder wie der Trabuco, der irgendwie ein bisschen in allen Terrains zuhause sein soll, dürfte meiner Meinung nach etwas mehr Pepp in der Sohle durchaus vertragen.

Wie eingangs bereits erwähnt, verzichtet Asics beim Trabuco 14, anders als noch beim direkten Vorgänger auf das Gel-Pad im hinteren Bereich der Zwischensohle. Man könnte durchaus behaupten, das Gel braucht es auf weichen Untergründen eher sowieso nicht. Grundlegend bin ich da einverstanden! Für Passagen auf der Straße oder festeren Untergründen hingegen würde das Gel dem Schuh meiner Meinung nach echt gut tun. Gerade um, bei langen Einheiten, wo wir zum Ende hin in der Regel zwangsläufig mehr über die Ferse abrollen, die eher platte und stumpfe FF Blast Max Mixtur etwas auszugleichen und unseren müden Beinen etwas mehr gefühlten Komfort zu bieten.

Im vorderen Bereich der Zwischensohle ist zudem eine Steinschutzplatte mit integriert, Asics nennt dieses Element Rock Plate. Sinn und Zweck der Platte ist der Schutz des Fußes auf ruppigem Gelände, z.B. auf Geröll. Darüber hinaus soll dieses Element der Sohle etwas mehr Steifigkeit verleihen, wobei die Platte in erster Linie, anders als bei den Carbon-Racern für die Straße bzw. die Bahn, zur Sicherheit für den Fuß und nicht als verstärkender Hebel für mehr Vortrieb integriert ist.

Asicsgrip-Außensohle: 4mm Stollen, zuverlässiger Grip

An der hauseigenen Asicsgrip-Außensohle gibt es nichts zu bemängeln. Die Stollen haben, laut meiner handeigenen Maßstab-Messung, eine Tiefe von rund 4mm und geben in allen Terrains, auch im Downhill, bei schmierigen oder rutschigen Untergründen eine solide Traktion.

Asics Trabuco 14 Asicsgrip-Außensohle 4mm Stollen Trailprofil

Laufgefühl: Generalist mit klaren Grenzen

Meine Testeinheiten verliefen größtenteils, im besten Sinne, relativ unaufgeregt, das heißt allerdings auch: Es kommt eher wenig Push aus der Sohle, kaum Agilität bzw. Vortrieb, und das Material wirkt vor allem auf festeren Untergründen ziemlich träge. Für Übergangssegmente auf z.B. Asphalt könnte das FF Blast Max Material um ein gutes Stück weicher sein, ohne dass es dann im Gelände nicht mehr funktionieren würde. Dafür hat mir gefallen, dass man in kupiertem Gelände relativ leicht, direkt und wendig agieren kann.

Im Uphill hingegen empfand ich den Trabuco 14 ebenfalls als durchaus direkt und aktiv, hier bleibt leider die akute Problemstelle an der Ferse negativ haften. Im Downhill hat alles soweit stabil und solide gepasst, für sehr technisches oder gar alpines Gelände wäre mir der Schuh allerdings zu instabil und zu wackelig, bzw. der Halt im Schuh nicht ausreichend.

Im Distanzspektrum konnte ich, nach circa 90 Minuten maximal aber 2 Stunden, klare Limitationen feststellen. Mit vor-ermüdeten Beinen wird es zunehmend anstrengend, weil aus der Sohle einfach wenig Push kommt, und teilweise in Folge dann auch riskant aufgrund der fehlenden Stabilität.

Asics Trabuco 14 vs. Trabuco Max 5, Speedgoat 7 & Peregrine 16

Mit Blick auf ähnliche Modelle anderer Hersteller ergäben sich einige valide Alternativen zum Trabuco 14. Für mein persönliches Empfinden bietet der Brooks Ghost Trail, welchen ich kürzlich ebenfalls ausgiebig testen durfte, ein stimmigeres Laufgefühl und mehr Dynamik. Der Nike Kiger 10 hat ähnliche Schwächen auf festen Untergründen, ist aber im Gelände deutlich agiler und stabiler. Der Saucony Peregrine 16 wäre ein Modell, welches auf einer breiten Varianz an Terrains, inklusive Asphalt, sehr kompetent aufgestellt ist. Allerdings ist dieser vom Material her weniger komfortabel. All den vorgenannten Modellen im Gesamtpaket leicht voraus dürfte der Hoka Speedgoat 7 sein, hier gilt es allerdings auf die sehr schmale Passform zu achten.

Asics Trabuco 14

ASICS Trabuco 14 - KEYFACTS

Gewicht: 249 g – Damen | 281 g – Männer (Mustergröße)

Sprengung: 8 mm (35 – 27 mm)

Kategorie: Trailrunning

Marke: Asics

Preis: 180 €

Für wen ist der Asics Trabuco 14 geeignet?

Das Modell Trabuco bleibt auch in der 14. Version ein passabler Allrounder für die Trails, ist dabei viel mehr Generalist als Spezialist. Heißt, der Schuh kann grundsätzlich auf allen Terrains verwendet werden und funktionieren, allerdings habe ich mich mit dem Schuh nirgendwo so wirklich zuhause gefühlt. Das liegt meiner Ansicht nach vor allem an den Schwachstellen in den Bereichen Zunge und Ferse die einem während einer intensiven Trail-Einheit früher oder später leider fast zwangsläufig zum Verhängnis werden.

Wer in der Regel maximal 2 Stunden auf den Trails unterwegs ist, dabei Strecken bis um die 25 Kilometer anpeilt und nicht allzu zu technisches oder gar hochalpines Terrain vor sich hat, bekommt vom Trabuco 14 ein solides Gesamtpaket. Damit ist der Schuh aus meiner Sicht z.B. eine gute Option für Neulinge im Trail, die sich erst mal ans Laufen im Gelände herantasten wollen, oder auch für Gelegenheitstrailläufer, die einen Schuh wollen, der überall einsetzbar ist und abschnittsweise auch auf Asphalt gut laufbar ist.

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Der Trabuco 14 wurde uns von Asics kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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