Mit dem Deviate Nitro 4 bringt Puma ein Update eines der beliebtesten Schuhe aus dem eigenen Sortiment. Die Ausrichtung bleibt dabei klar. Es handelt sich um einen Tempo-Trainer, der im Training viel abdeckt und nicht so kompromisslos ist wie ein reiner Wettkampfschuh. Genau diese Mischung hat schon den Vorgänger stark gemacht. Version 4 setzt nun an einigen Stellschrauben nach.
Über den Der Puma Deviate Nitro 4
Schon der Deviate Nitro 3 war ein Schuh, der durch seine Abstimmung viel Flexibilität im Einsatz erlaubte. Er bot ausreichend Dämpfung für längere Einheiten und einen spürbaren Antrieb für Tempo. Er ist nicht zu aggressiv, nicht zu weich, sondern eher ausgewogen. Im Puma-Portfolio bleibt er damit der flotte Allrounder fürs Training, während der Deviate Nitro Elite 4 für den reinen Wettkampf die logischere Wahl ist. Beim Update hat Puma mehrere Punkte angepasst. Das Obermaterial ist neu, die Sprengung sinkt von 10 auf 8 Millimeter, die PWRPLATE mit Carbonanteil soll flexibler arbeiten und die zweischichtige Mittelsohle nutzt nun oben 100 Prozent PEBA und unten einen PEBA-Blend. Die Bauhöhe liegt bei 38 Millimetern in der Ferse und bei 30 Millimetern im Vorfuß. Das Gewicht sinkt auf rund 250 Gramm in der Mustergröße. Der Preis liegt bei 170 Euro.
Upper und Passform
Puma setzt auf ein dünnes, luftiges Engineered Mesh mit unterschiedlichen Zonen. Dadurch bleibt das Material flexibel, bietet aber genug Stabilität, um den Fuß sauber zu führen. Die Zunge ist im Mittelfußbereich über ein Band mit dem Schuh verbunden und am Abschluss leicht gepolstert, sodass der Druck der Schnürung gut verteilt wird. In der Ferse fällt der Aufbau angenehm flexibel aus. Es ist ausreichend gepolstert, ohne dass es zu üppig wirkt. Der Halt bleibt trotzdem sehr sicher, obwohl das Upper insgesamt minimalistischer und luftiger als beim Vorgänger wirkt. Die Passform ist spürbar breiter und weniger kompakt als beim Deviate Nitro 3, was vielen entgegenkommen dürfte, da man vorn mehr Platz bekommt und der Schuh insgesamt weniger einengt. Wer den sehr eng anliegenden Sitz der dritten Version mochte, könnte diese Änderung als zu viel Bewegungsfreiheit empfinden. Bei schmalen Füßen würde ich persönlich sogar dazu tendieren, eine Nummer kleiner zu probieren, sofern die Länge dann noch passt.
Dämpfung und Grip
Der grundsätzliche Aufbau bleibt erhalten, es wurden jedoch einige Detailänderungen vorgenommen. Die Fersenhöhe liegt weiterhin bei 38 Millimetern, im Vorfuß sind es 30 Millimeter, wodurch sich eine Sprengung von 8 Millimetern ergibt. Entscheidend ist der Wechsel bei den Mischungen des Nitro Foams. Oben kommt nun ein PEBA-Anteil von 100 Prozent statt eines PEBA-Mixes zum Einsatz, unten wird ein PEBA-Blend statt TPEE verwendet. In der Praxis führt das zu einem weicheren und reaktiveren Gefühl, ohne dass der Schuh instabil wird. Zwischen den Schichten liegt weiterhin die PWRPLATE mit Carbonanteil. Sie hat eine Aussparung bekommen und arbeitet dadurch flexibler. Das ist besonders im Übergang spürbar, da der Schuh weniger steif wirkt als sein Vorgänger und sich deutlich weniger „plattenartig“ anfühlt als viele sehr straffe Modelle auf dem Markt. Der gut ausgeprägte Rocker im Vorfuß unterstützt das Abrollen, ohne sich künstlich anzufühlen. Bei der Außensohle bleibt Puma dem PumaGrip treu. Der Grip ist auf trockener und nasser Straße sehr zuverlässig und die Abriebfestigkeit weiterhin stark. Gerade für einen Trainingsschuh, der viele Kilometer sammeln soll, ist das ein echter Pluspunkt.
Laufgefühl
Auf der Straße fällt zunächst die weichere Mittelsohle auf. In Kombination mit dem leichteren, dezenteren Upper ergibt sich ein spürbar leichteres Laufgefühl. Das geringere Gewicht verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Dabei geht kein Komfort verloren: Lange Einheiten bis hin zur Marathon-Distanz sind problemlos machbar, da genug Dämpfung vorhanden ist und das Obermaterial angenehm bleibt. Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell zeigt sich der Unterschied vor allem im Freiheitsgrad. Version 3 wirkte kompakter und bot über das Obermaterial etwas mehr Führung. Version 4 hingegen lässt mehr Bewegung zu, da das Material dünner ist und die Passform breiter. Dafür wirkt der Schuh agiler und im Vorfuß dynamischer. Der größere Gewinn liegt aus meiner Sicht in der Flexibilität und im Pop im Vorfußbereich. Gerade dort fühlt sich der Abdruck lebendiger an als zuvor. Bergsprints haben damit überraschend gut funktioniert, während mir der Vorgänger dafür manchmal zu fest und zu steif war.
Ich sehe den Schuh im idealen Tempo bis in den Tempobereich hinein, bei mir etwa bei 4:00 bis 4:10 Minuten pro Kilometer. Schneller als das fehlt mir persönlich etwas der letzte Kick, den man von klareren Racern kennt. Dafür eignet er sich sehr gut für Dauerläufe, egal ob entspannt oder mit Tempospitzen. Diese Bandbreite bleibt seine größte Stärke. Auch als Wettkampfschuh ist er für viele realistisch. Bei Marathon-Zielzeiten von etwa 3:30 bis 4:00 Stunden passt das Gesamtpaket gut, da Komfort, Dämpfung und Stabilität vorhanden sind, ohne dass der Schuh sich träge anfühlt. In diese Richtung würde ich auch Modelle wie den Adidas Boston 13 oder den Saucony Endorphin Speed 5 einordnen: Sie sind ebenfalls nicht zu hoch gebaut und vielseitig einsetzbar.
Der Puma Deviate Nitro 4 - KEYFACTS
Gewicht: 205 g – Damen | 250 g – Männer (Mustergröße)
Sprengung: 8 mm (38 – 30 mm)
Kategorie: Daily Trainer | Tempo Trainer
Marke: Puma
Preis: 170 €
Fazit zum Der Puma Deviate Nitro 4
Der Puma Deviate Nitro 4 ist ein gelungenes Update, da er die Stärken des Vorgängers beibehält und gleichzeitig moderner wirkt. Mehr Flexibilität, etwas mehr Dynamik im Vorfuß und ein luftigeres Obermaterial sorgen dafür, dass sich der Schuh leichter und freier laufen lässt. Die PumaGrip-Technologie ist ein starkes Argument, gerade wenn man viel auf wechselnden Untergründen und bei Nässe unterwegs ist.
Wer einen Trainingsschuh für Long Runs, Tempodauerläufe und Intervalle sucht, macht mit dem Deviate Nitro 4 wenig falsch. Mit einem Preis von 170 Euro liegt er im üblichen Bereich, zumal viele Alternativen inzwischen deutlich teurer geworden sind. Bei schmalen Füßen lohnt es sich, die Größe bewusst zu testen, da die Passform nicht mehr so kompakt ausfällt wie beim Vorgängermodell.
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Der Puma Deviate Nitro 4 wurde uns von Puma kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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