Hoka bringt mit dem Mafate 5 einen sehr komfortablen und stabilen Allrounder für’s Gelände und die Trails auf den Markt. Die deutsche Trail-Athletin Katharina Hartmuth hat mit dem 3. Platz bei den diesjährigen UTMB World Finals über die 170km-Distanz bereits eindrucksvoll bewiesen, dass der Mafate 5 auch im Elite-Bereich bestens funktioniert. Wir waren, mit einem Augenzwinkern, mit dem Schuh auf etwas kürzeren Strecken als den 100 Meilen unterwegs, konnten bei unseren Testläufen dennoch eindrückliche sowie aufschlussreiche Erkenntnisse gewinnen, und berichten im Folgenden davon.
Hoka Mafate 5 – Update mit Fokus auf Komfort und Stabilität
Der Mafate 5 ist, zusammen mit dem in 2025 erstmals erschienenen Carbon-Ableger Mafate X, der meist-gedämpfte Trail-Laufschuh im Sortiment von Hoka. Die Mafate-Reihe soll vor allem diejenigen Läufer unter uns ansprechen, welche gerne lange Ausflüge ins Gelände unternehmen, auf den Trails hohe Umfänge abspulen, und dabei folglich viel Komfort, ein robustes Material sowie hervorragenden Grip auf allen Terrains benötigen. Dabei hat das Modell Mafate nun ein durchaus signifikantes und richtungsweisendes Update erhalten, was sich bereits am Namen des Schuhs erkennen lässt. Der Vorgänger, Mafate Speed 4, war noch mehr auf Dynamik und Tempo ausgelegt. Beim Mafate 5 steht eher der Komfort für lange Strecken im Vordergrund. Die Sprengung beträgt nun 8mm (45mm Ferse, 37mm Vorfuß), der Mafate Speed 4 hatte eine Sprengung von lediglich 4mm. Version Nr. 5 bringt in der Männer-Mustergröße circa 330 Gramm auf die Wage, der Vorgänger wog circa 295 Gramm, und kostet gemäß Hersteller-UVP 190,-€. Zum Vergleich: Der Mafate Speed 4 hatte eine UVP von 180,-€.
Upper & Passform – robust, sicher, aber etwas schmal
Das Obermaterial ist größtenteils aus einer sogenannten Kettenwirkware konzipiert, welche besonders ausfranssicher und robuster sein soll als ein herkömmliches Mesh. Damit fühlt sich das Upper im Vergleich zum Straßen- oder Gravelschuh natürlich auch nicht ganz so weich am Fuß an. Mein Eindruck bei den Testläufen war aber eindeutig, dass das in Sachen Komfort auch für längere Einheiten noch total ausreicht. Rund um die Zehenbox finden wir die für den Trailschuh übliche Verstärkung des Materials. Die Fersenkappe ist gut und weich gepolstert. Einige kleine Kritikpunkte ergaben sich aber auch. Zum einen die Zunge, welche sehr dünn und im Ansatz an den Schaft auch ziemlich kurz geraten ist. Das führte zu dem ein oder anderen Problem beim passgenauen und festen Schnüren. Ebenfalls eher negativ aufgefallen sind die vergleichsweise relativ kurzen Schnürsenkel.
Zur Passform: Die Modelle von Hoka sind ja tendenziell eher auf der schmalen Seite einzuordnen. Ich hatte, mit ziemlich breitem Fuß, allerdings bei der Breite des Schuhs keine Probleme. Im Vorfußbereich ist das Volumen allerdings schon eher knapp geraten. Bei steileren, technischen, Downhills rutscht man, eben auch aufgrund der Defizite bei Zunge und Schnürsystem schnell nach vorn und stößt dann leider mit den Zehen auch vorne an.
Dämpfung & Grip – Vibram Megagrip und breite Auflagefläche
In der Mittelsohle setzt Hoka beim Mafate 5 auf zwei Materialschichten, die für eine ausgewogene Dämpfung sorgen. Dazu soll mit der herstellertypischen Rocker-Geometrie die nötige Dynamik für den Vortrieb generiert werden. Die Auflagefläche des Trailschuh ist sehr breit und ragt sichtbar über den oberen Korpus des Schuhs hinaus. Das soll uns im unebenen und kupierten Gelände die nötige Stabilität verleihen. Auf der Außensohle finden wir eine äußerst griffige und kompetente Version der Vibram-Megagrip-Sohle, die zudem 5mm Stollen aufweist. Der Grip und die Traktion waren auf allen Untergründen und bei jeglichen Witterungsbedingungen, auch im technischen oder steilen Downhill, wirklich hervorragend.
Laufgefühl – komfortabel und stabil, weniger dynamisch
Bei meinen Testeinheiten sind vor allem das hohe Maß Stabilität und Komfort positiv in Erscheinung getreten. Man kann mit dem Mafate 5 alle Terrains und Untergründe in Angriff nehmen und innerhalb der Einheiten auch richtig schön mixen, z.B. von der Straße auf Schotter in den Single-Trail, etc., und kommt nach dem Wechsel des Terrains sofort wieder sicheres Feedback vom Schuh sowie einen guten Halt. Im Downhill können es geübte und erfahrene(re) Trailläufer aufgrund der sehr kompetenten Außensohle so richtig krachen lassen, ohne ein Ausrutschen oder Umknicken befürchten zu müssen. Kleiner Kritikpunkt hierbei, siehe Abschnitt Upper & Passform: Ich bin immer wieder ziemlich stark nach vorne gerutscht und stand dann mit den Zehen direkt vorne am Schuh an.
Für längere Teilstücke auf Asphalt und Beton ist der Schuh leider etwas zu klobig. Vor allem beim nahezu üblichen Schluss-Segment auf der Straße mit tendenziell etwas müden Beinen, nach dem Verlassen der Trails bis nach Hause, entsteht in Anbetracht der Stapelhöhe von 45mm/37mm ein eher schwerfälliges Gefühl und man bekommt sehr wenig Push aus der Sohle. Auf längeren Steigungssegmenten, oder auch bei kurzen Anstiegen in sehr steilem Gelände, lässt der Schuh merklich Agilität und Leichtigkeit vermissen. Diese dynamischen Attribute wurden beim Mafate 5, meinen Test-Erkenntnissen nach, zugunsten von Komfort und Stabilität etwas hinten angestellt.
Hoka Mafate 5 - KEYFACTS
Gewicht: 286 g – Damen | 330 g – Männer (Mustergröße)
Sprengung: 8 mm (45 – 37 mm)
Kategorie: Trailrunning
Marke: Hoka
Preis: 190 €
Shop Empfehlungen*
Fazit – Trail-Komfortschuh für lange Distanzen
Der Mafate 5 von Hoka ist ein Schuh für die langen Ausflüge ins Gelände. Das Modell soll diejenigen Trail-Läufer unter uns ansprechen, die für die langen Einheiten und / oder Wettkämpfe vor allem Wert auf Stabilität, Komfort sowie einen hervorragenden Grip legen und dafür mitunter das ein oder andere Defizit bei Speed, Bounce und Agilität, vor allem im Uphill, in Kauf nehmen. Unter dem Strich geht diese Rechnung aus meiner Sicht durchaus gut auf und man bekommt mit dem Mafate 5 sowohl im Training, bei langen Grundlageneinheiten, als auch im Wettkampf, auf der Marathon-Distanz oder darüber hinaus bei einem Ultra, ein grundsolides sowie strapazierfähiges Gesamtpaket an den Fuß. Für kürzere Einheiten oder Wettkämpfe im Gelände, bei denen eher Speed und Dynamik im Vordergrund stehen, gibt es sowohl von Hoka als natürlich auch allgemein am Markt, mit Sicherheit viele passendere Alternativen.
Weitere Hoka Laufschuhe
Der Mafate 5 wurde uns von Hoka kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
*Affiliate Link





Bisher kein Kommentar