Hoka Skyward X 2 ist die überarbeitete Version eines Schuhs, der sich klar von den klassischen Hoka-Modellen abhebt. Viel Dämpfung kennt man von der Marke, aber die Kombination aus PEBA-Schaum und Carbonplatte in einem hochgedämpften Trainingsschuh ist eine eigene Kategorie. Mit der zweiten Version hat Hoka einige gezielte Anpassungen vorgenommen, darunter eine leichtere Konstruktion und eine besser abgestimmte Mittelsohle. Getestet habe ich ihn auf Stadtstraßen.
Hoka Skyward X 2: Einordnung im Hoka-Line-up
Im Hoka Line-up besetzt der Skyward X 2 eine sehr spezifische Rolle. Bondi 9 ist der klassische maximale Dämpfungsschuh ohne Platte, komfortorientiert und etwas weicher im Charakter. Der Mach X 3 geht in die andere Richtung, deutlich mehr auf Tempo ausgelegt, leichter und mit aggressiverem Rocker. Skyward X 2 sitzt zwischen diesen beiden Polen, mit viel Dämpfung, aber mehr Dynamik als der Bondi und mehr Führung als der Mach X. Kein Racer, kein reiner Komfortschuh, sondern ein Kilometerfressen mit aktivem Charakter. Preislich liegt er bei 230 Euro. Ferse 44mm, Vorfuß 39mm, Sprengung 5mm. Das Gewicht beträgt rund 312 Gramm in EU 44, rund 20 Gramm leichter als der Vorgänger.
Jacquard-Mesh & Passform: Schmal, kompakt, sicher
Ein Jacquard Mesh bildet das Obermaterial, überarbeitet gegenüber dem Vorgänger. Nicht extrem atmungsaktiv, im Sommer könnte es etwas warm werden, aber angenehm am Fuß und in verschiedenen Zonen unterschiedlich strukturiert. Seitlich etwas fester, in der Zehenbox etwas luftiger. Die Zunge ist leichter geworden, auch hier hat Hoka Gewicht eingespart ohne Komfort zu opfern. Fersenpartie ist angenehm gepolstert und sitzt sicher.
Die Passform ist eher schmal, was für Hoka-Verhältnisse typisch ist und in Kombination mit der hohen Mittelsohle sehr gut funktioniert. Man sitzt kompakt und sicher im Schuh, kein Wackeln, keine Unsicherheit trotz der Bauhöhe. Mit schmalem Fuß hat das sehr gut gepasst, der Lockdown ist überzeugend. Wer breitere Füße hat, sollte den Schuh vor dem Kauf anprobieren.
PEBA-EVA-Doppelschicht & Carbonplatte: Geführt statt katapultiert
Zwei Materialschichten bauen die Mittelsohle auf. PEBA-Schaum als obere Schicht sorgt für eine leichte, dynamische Dämpfung mit spürbarem Rebound. Darunter sitzt eine EVA-Mischung als stabilere Basis, die dem hochgebauten Schuh die nötige Führung gibt. Dazwischen liegt die Carbonplatte, die mit Flexelementen ausgestattet ist und damit nicht komplett starr ist. Hauptaufgabe der Platte ist hier weniger der explosive Vortrieb als vielmehr die Unterstützung beim gleichmäßigen Abrollen in Kombination mit dem typischen Hoka Rocker.
Gegenüber dem Vorgänger wirkt das Zusammenspiel der beiden Materialien harmonischer und angenehmer beim Laufen. Man sinkt nicht zu tief ein, bekommt aber spürbar den PEBA-Schaum beim Abdruck zurück. Der Rocker ist moderat ausgebildet, nicht aggressiv wie bei reinen Tempoläufern, sondern auf ein breites Geschwindigkeitsspektrum ausgelegt. Für einen hochgedämpften Schuh mit Carbonplatte ist das eine stimmige Lösung. Die Außensohle besteht aus langgezogenen Gummipads, die sehr guten Grip auf Asphalt und gelegentlichem Schotter liefern. Auch bei Nässe greift der Schuh zuverlässig zu. Abriebfestigkeit macht einen soliden und langlebigen Eindruck.
Laufgefühl: Stabiler Begleiter auf langen Distanzen
Auf Stadtstraßen zeigt der Skyward X 2 genau den Charakter, für den er gebaut ist. Geführt, stabil, mit ausreichend Dämpfung für lange Distanzen und einem leichten Antrieb durch Platte und PEBA-Schaum. Long Runs und regenerative Läufe sind sein Kernrevier. Wer sich nach langen Einheiten oder in belastungsreichen Trainingsphasen mehr Unterstützung wünscht, ist hier gut aufgehoben.
Fersenläufer bekommen mit dem Skyward X 2 einen sehr passenden Schuh, der gute Stabilität und Führung bietet ohne auf einen Stabilitätsschuh im klassischen Sinne zurückgreifen zu müssen. Auch für schwerere Läufer, die mehr Unterstützung und Schutz suchen, ist der Schuh eine sinnvolle Option. Für höhere Geschwindigkeiten, Intervalle oder Tempodauerläufe ist er nicht gedacht. Der Schuh drückt nicht konsequent nach vorn, sondern begleitet gleichmäßig durch die Einheit.
Hoka Skyward X 2 vs. Bondí 9, Mach X, Superblast 3 & Hyperboost Edge
Innerhalb des Hoka Sortiments sind die Unterschiede klar. Mach X 3 ist wesentlich leichter, reaktiver und für Tempo ausgelegt, mit aggressiverem Rocker und luftigerem Upper. Bondi 9 ist komfortorientierter, ohne Platte und ohne PEBA-Schaum, dafür etwas leichter als der Skyward X 2. Alle drei teilen die 5mm Sprengung, gehen aber in sehr unterschiedliche Richtungen. Gegenüber anderen maximalen Dämpfungsschuhen wie dem Asics Superblast 3, dem Adidas Hyperboost Edge oder dem On Cloudmonster 3 Hyper wirkt der Skyward X 2 kontrollierter und weniger dynamisch. Wer Bounce und Reaktivität priorisiert, ist dort besser aufgehoben. Wer Führung, Stabilität und sichere Dämpfung für lange Distanzen sucht, findet im Skyward X 2 eine passendere Option.
Hoka Skyward X 2 - KEYFACTS
Gewicht: 264 g – Damen | 312 g – Männer (Mustergröße)
Sprengung: 5 mm (44 – 39 mm)
Kategorie: Daily Trainer | Max Cushion
Marke: Hoka
Preis: 230 €
Für wen ist der Hoka Skyward X 2 geeignet?
Der Hoka Skyward X 2 ist ein solides Update eines spezifischen Schuhs für ein klar definiertes Einsatzgebiet. Leichter als der Vorgänger, besser abgestimmte Mittelsohle, kompakter und sicherer Sitz. Für Long Runs, regenerative Einheiten und Läufer, die bei hoher Dämpfung mehr Führung als Dynamik suchen, ist er eine sehr passende Wahl. Vielseitigkeit als Supertrainer für alle Pacebereiche bietet er nicht, das ist aber auch nicht sein Anspruch. Für 230 Euro bekommt man einen sehr spezifischen, gut gemachten Schuh, der genau das liefert, wofür er gebaut wurde.
Der Skyward X 2 wurde uns von Hoka kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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