Mit dem Metaspeed Sky Tokyo und dem Metaspeed Edge Tokyo brinhatgt ASICS zwei Modelle im Sortiment, die konsequent auf Wettkampfgeschwindigkeit ausgelegt sind. Beide Schuhe richten sich klar an ambitionierte Läuferinnen und Läufer, verfolgen dabei aber unterschiedliche Ansätze in Geometrie und Mittelsohlenaufbau. Während der Metaspeed Sky Tokyo auf längere Schritte und einen sehr direkten Abdruck ausgelegt ist, spricht der Metaspeed Edge Tokyo eher Läuferinnen und Läufer mit höherer Schrittfrequenz an. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Einteilung nur ein Teil der Wahrheit ist.
Zwei Wettkampfschuhe, zwei Laufstile – ASICS Metaspeed Tokyo im Überblick
ASICS hat die Metaspeed-Reihe über mehrere Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Schaumstoffe, optimierte Plattenkonstruktionen und leichtere Obermaterialien haben die Modelle spürbar effizienter gemacht. In der Tokyo-Version kommt erstmals das neue FF Leap Foam zum Einsatz. Dieses Material ist extrem leicht und deutlich reaktiver als bisherige Mischungen. FF Leap wird bei beiden Modellen mit FF Turbo Plus kombiniert, das bereits aus den Vorgängermodellen bekannt ist. Zusammen ergibt sich eine sehr dynamische, aber dennoch kontrollierte Abstimmung. Auch beim Obermaterial gab es Updates, die das Gewicht weiter reduziert haben. So bringt der Metaspeed Sky Tokyo nun rund 170 Gramm auf die Waage, der Edge Tokyo etwas weniger. Beide Modelle haben eine Bauhöhe von 39,5 Millimetern, eine Sprengung von fünf Millimetern und eine unverbindliche Preisempfehlung von 270 Euro.
Obermaterial und Passform – leicht, sicher und stabil
Beide Modelle nutzen das gleiche Obermaterial. ASICS verwendet MOTION WRAP 3.0, ein sehr leichtes und gleichzeitig stabiles Mesh. Trotz des minimalistischen Aufbaus bieten beide Schuhe ein gutes Maß an Tragekomfort. Das Material schmiegt sich gut an den Fuß an und sitzt nach dem Schnüren sehr sicher. Geriffelte Schnürsenkel erleichtern die Feinjustierung und sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung. Positiv fällt auf, dass der Vorfuß nicht extrem schmal geschnitten ist. Bis zu mittelbreite Füße finden ausreichend Platz. ASICS verzichtet in der Ferse auf eine klassische Fersenkappe. Stattdessen ist das Mesh in diesem Bereich strukturierter ausgeführt und gezielt gepolstert, was für Halt sorgt, ohne unnötig Material aufzubauen. Insgesamt gehört dieses Obermaterial für mich zu den gelungensten im aktuellen Performance-Bereich.
Mittelsohle im Vergleich – Sky Tokyo vs. Edge Tokyo
Obwohl Sky Tokyo und Edge Tokyo die gleichen Materialien nutzen, unterscheiden sie sich deutlich im Aufbau. Beim Metaspeed Sky Tokyo sitzt FF Leap als untere Schicht, darüber liegt FF Turbo Plus. Das weichere Material befindet sich somit oberhalb der Carbonfaserplatte. Die Platte ist im Vorfußbereich etwas höher positioniert und insgesamt flacher geformt. Das sorgt für einen sehr direkten Abdruck und kommt besonders Läufern mit längerer Schrittlänge entgegen. Der Metaspeed Edge Tokyo ist anders aufgebaut. Hier liegt FF Leap als obere Schicht, während FF Turbo Plus darunter sitzt. Im Vorfußanteil ist FF Leap deutlich stärker vertreten. Die Carbonplatte ist stärker geschwungen und weiter unten in der Mittelsohle platziert. Zusätzlich ist der Rocker im Vorfuß ausgeprägter, was ein sehr kontrolliertes und rundes Abrollverhalten unterstützt. Beide Außensohlen bestehen aus ASICSGRIP und bieten auf festen Untergründen, auch bei Nässe, sehr zuverlässigen Halt.
Laufgefühl – direkter Abdruck oder flüssiger Rocker?
Beide Modelle sind vom ersten Schritt an extrem leicht und klar auf Geschwindigkeit ausgelegt. Der Vortrieb ist deutlich spürbar, ohne dass die Schuhe instabil wirken. Trotz des reaktionsfreudigen und weichen Mittelsohlenmaterials bleiben beide Varianten überraschend kontrolliert. Das liegt vor allem an der Plattform und dem gut abgestimmten Obermaterial. Der Edge Tokyo fühlt sich im Vorfuß weicher an, da FF Leap hier den ersten Bodenkontakt übernimmt. In Kombination mit der stärker geschwungenen Platte entsteht so ein sehr flüssiges Abrollverhalten. Gerade Läuferinnen und Läufer mit hoher Schrittfrequenz profitieren von dieser Abstimmung. Der Sky Tokyo vermittelt ein direkteres Gefühl beim Abdruck. Durch den anderen Schichtaufbau und die flacher positionierte Platte entsteht ein sehr klarer Vortrieb, der besonders bei längeren Schritten gut zur Geltung kommt. Trotz meiner relativ hohen Schrittfrequenz würde ich persönlich eher den Sky wählen, da mir das direktere Gefühl und der aggressivere Abdruck im Wettkampf besser liegen. Beide Schuhe setzen eine saubere Lauftechnik voraus und sind klar auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Sie sind keine Komfortmodelle, sondern Werkzeuge für gezielte Wettkampfeinsätze.
Sky oder Edge – welcher passt besser zu deinem Laufstil?
Die oft genannte Einteilung nach Schrittlänge und Schrittfrequenz kann als Faustformel eine erste Orientierung bieten, sie ist jedoch nicht als feste Regel zu verstehen. Läuferinnen und Läufer mit einer sehr hohen Kadenz von häufig über 180 Schritten pro Minute, teilweise sogar bis über 200 SPM, die dabei eher kompakte Schritte von etwa 1,20 bis 1,40 Metern Länge machen, landen in der Theorie beim Metaspeed Edge Tokyo. Der stärker ausgeprägte Rocker, der weichere erste Bodenkontakt und die tiefer liegende, stärker geschwungene Carbonplatte unterstützen genau diesen Laufstil. Wer hingegen mit einer moderaten Schrittfrequenz von etwa 165 bis 180 SPM im Wettkampf unterwegs ist und dabei längere Schritte von über 1,40 Metern läuft, wird nach dieser Einordnung eher dem Metaspeed Sky Tokyo zugeordnet. Dieser Schuh arbeitet mit direkterem Abdruck und einer flacher positionierten Platte.
In der Praxis ist diese Einteilung jedoch nur ein Teil der Entscheidungsgrundlage. Wichtiger ist das persönliche Laufgefühl. Der Edge Tokyo fühlt sich im Vorfuß weicher an, rollt sehr kontrolliert ab und vermittelt etwas mehr Führung. Das ist gerade bei hoher Frequenz und gleichmäßigem Rhythmus angenehm. Der Sky Tokyo wirkt im Kontakt fester, belohnt diesen Eindruck aber mit einem sehr klaren, aggressiven Vortrieb, sobald man mit längeren Schritten läuft. Trotz meiner relativ hohen Schrittfrequenz würde ich persönlich eher zum Sky greifen, da mir das direktere Gefühl beim Abdruck und der ausgeprägtere Vortrieb im Wettkampf besser liegen. Am Ende entscheidet weniger die Theorie als das individuelle Empfinden. Beide Modelle der Metaspeed Tokyo entfalten ihr Potenzial vor allem dann, wenn Laufstil, Geschwindigkeit und Einsatzbereich zueinander passen.
ASICS Metaspeed Sky Tokyo - KEYFACTS
Gewicht: 170 g – Unisex (Mustergröße)
Sprengung: 5 mm (39,5 – 34,5 mm)
Kategorie: Carbon Racer | Wettkampf
Marke: Asics
Preis: 270 €
ASICS Metaspeed Edge Tokyo - KEYFACTS
Gewicht: 165 g – Unisex (Mustergröße)
Sprengung: 5 mm (39,5 – 34,5 mm)
Kategorie: Carbon Racer | Wettkampf
Marke: Asics
Preis: 270 €
Fazit – zwei kompromisslose Racer für unterschiedliche Typen
Mit dem Metaspeed Sky Tokyo und dem Metaspeed Edge Tokyo hat ASICS zwei klar positionierte Wettkampfschuhe im Angebot, die sich trotz identischer Materialien spürbar unterschiedlich laufen. Das neue FF Leap Foam sorgt für mehr Reaktivität und Leichtigkeit, ohne dass die Kontrolle verloren geht. Der Edge Tokyo richtet sich an Läuferinnen und Läufer, die ein weicheres erstes Bodengefühl und ein stark gerockertes Abrollen bevorzugen. Der Sky Tokyo spielt seine Stärken aus, wenn ein direkter Abdruck und maximaler Vortrieb gefragt sind. Die oft zitierte Einteilung nach Schrittfrequenz und Schrittlänge kann als grobe Orientierung dienen, entscheidend bleibt jedoch das persönliche Laufgefühl. Wer einen kompromisslosen Wettkampfschuh für hohe Geschwindigkeiten sucht und seinen Laufstil kennt, findet in beiden Modellen sehr passende Optionen.
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Der Sonicblast wurde uns von Asics kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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