Saucony Endorphin Azura im Test – ohne Platte, dafür mit viel Flow

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Mit dem Azura bringt Saucony einen Laufschuh auf den Markt, der perfekt in den aktuellen Trend der dynamischen Daily Trainer passt. Damit sind Modelle gemeint, die viel Dämpfung bieten, aber im Laufgefühl nicht schwerfällig wirken und auch bei zügigeren Einheiten funktionieren. Der Azura ordnet sich damit in eine ähnliche Kategorie wie der Adidas Adizero EVO SL oder der New Balance Rebel v5 ein.

Einordnung im Saucony Line-up

Saucony setzt beim Azura auf ein klares Konzept. Die komplette Mittelsohle besteht aus PWRRUN PB und ist mit einer stark geschwungenen Geometrie im Vorfuß kombiniert, die das Abrollen unterstützt. Eine Platte oder zusätzliche Elemente sind nicht verbaut. Dadurch bleibt der Schuh im Aufbau eher simpel, soll aber durch Material und Geometrie genügend Dynamik liefern. Mit 40 Millimetern in der Ferse und 32 Millimetern im Vorfuß liegt der Schuh in einem Bereich, der ausreichend Dämpfung für viele Distanzen verspricht. Die Sprengung beträgt 8 Millimeter. Das Gewicht liegt bei rund 240 Gramm in der Mustergröße. Mit einem Preis von 160 Euro ist er in dieser Kategorie attraktiv, gerade wenn man berücksichtigt, dass PWRRUN PB zu den reaktiveren Saucony-Schäumen gehört.

Saucony Azura PWRRUN PB Mittelsohle im Detail

Upper & Passform – Minimalistisch, aber strukturiert

Beim Upper folgt Saucony einem typischen Ansatz. Es wurde ein leichtes Material verwendet, das aber gezielte Elemente für Komfort und Halt bietet. Zum Einsatz kommt ein doppellagiges Mesh, das dünn und atmungsaktiv ist, ohne dabei zu fragil zu wirken. Seitlich sind leichte Verstärkungen in Form von dünnen Overlays angebracht, die dem Obermaterial etwas Struktur geben und dessen Haltbarkeit unterstützen. Die Zunge ist mit kleinen Polsterpads versehen, sodass beim Schnüren kaum Druck entsteht. In der Ferse sitzt eine leichte Polsterung, die durch eine flexible Fersenkappe im Inneren ergänzt wird. Der Abschluss bleibt angenehm, ohne zu weich zu wirken. Insgesamt ist das Obermaterial minimalistisch gestaltet, bietet aber genug Komfort, um auch längere Einheiten nicht unangenehm werden zu lassen. Bei der Passform fällt auf, dass der Vorfuß nicht extrem breit ist, während die Zehenbox in der Höhe spürbar Platz bietet. Mittelfuß und Ferse sitzen angenehm kompakt, wodurch der Schuh sicher am Fuß bleibt. Größenmäßig fällt der Azura typisch für Saucony aus, meine normale Saucony-Größe passt hier.

Saucony Endorphin Azura doppellagiges Mesh-Upper

Mittelsohle & Geometrie – PWRRUN PB ohne Platte

Die Mittelsohle besteht komplett aus PWRRUN PB. Das Material liefert eine reaktive Dämpfung, wirkt dabei aber nicht übertrieben weich. Der stark geschwungene Vorfuß sorgt für ein leichtes Abrollen. Da keine Platte verbaut ist, entsteht der Vortrieb weniger über eine steife Hebelwirkung als vielmehr über die Kombination aus Schaum und Geometrie. Im Bereich des Fußgewölbes ist etwas mehr Material verbaut, wodurch der Schuh zusätzliche Stabilität erhält. Dadurch wirkt der Azura trotz seiner Zugehörigkeit zu einer eher leichten und dynamischen Kategorie nicht instabil. Die Außensohle besteht aus XT-900-Gummi. Grip und Abriebfestigkeit sind im Alltag überzeugend. Auch bei Nässe hatte ich im Test keine Probleme. Eine Flexkerbe im Vorfußbereich unterstützt die Beweglichkeit zusätzlich.

Saucony Azura XT-900 Außensohle mit Flexkerbe

Laufgefühl – Dynamisch, aber kontrolliert

Der Azura bringt genau das mit, was diese Kategorie ausmacht: ein hervorragendes Laufgefühl. PWRRUN PB sorgt für eine dynamische Dämpfung auf ausgewogenem Niveau. Der Schaum fühlt sich eher straff an, liefert einen guten Rebound, ohne den aggressiven „Pop” extrem weicher Superfoams zu haben. Das passt gut zu einem Schuh, der für viele Einheiten geeignet sein soll. Auch das Fersenlaufen funktioniert, denn der Azura ist stabil genug, um auch über die Ferse kontrolliert zu rollen. Mittel- und Vorfußläufer profitieren stärker vom Rocker, da der Schuh dann besonders geschmeidig läuft. Für lange Läufe bietet er genügend Dämpfung, solange man keine maximal weiche Plattform erwartet. Ein Marathon ist grundsätzlich möglich, wenn man im letzten Drittel nicht zwingend die größten Reserven benötigt. Im Training habe ich auch Tempoeinheiten getestet, unter anderem mit Tempoblöcken von 4:05 bis 4:15 Minuten pro Kilometer. Das hat gut funktioniert. Der Schuh vermittelt ein sicheres Tragegefühl und genügend Führung, ohne sich wie ein steifer Performance-Schuh anzufühlen. Im sehr schnellen Bereich fehlt der letzte Kick, den extrem auf Vortrieb ausgelegte Modelle liefern. Dafür bleibt das Laufgefühl kontrolliert und alltagstauglich.

Saucony Endorphin Azura

Vergleich zum Endorphin Speed, Rebel v5 & EVO SL

Im Vergleich zum Endorphin Speed 5 zeigt sich der Unterschied vor allem über die Platte. Der Endorphin Speed ist durch seine Nylonplatte direkter im Abdruck und im Tempobereich noch etwas stärker. Der Azura bleibt leichter zugänglich und ist weniger wettkampforientiert. Gegenüber dem Adidas Adizero EVO SL fällt auf, dass der Azura im Mittelfuß etwas mehr Struktur und Führung bietet. Das kann gerade bei längeren Läufen angenehm sein. Im Vergleich zum New Balance Rebel v5 wirkt der Azura straffer. Der Rebel läuft sich weicher und entspannter; der Azura setzt dagegen stärker auf Kontrolle und eine geschwungene, sanft laufende Geometrie.

 

Saucony Endorphin Azura - KEYFACTS

Fazit – Vielseitiger Daily Trainer

Der Saucony Azura ist ein sehr stimmiger Schuh in der Kategorie der dynamischen Daily-Trainer. Er eignet sich für viele Einheiten, vom lockeren Dauerlauf bis zu moderaten Tempoeinheiten, ohne dabei zu aggressiv zu wirken. Die Mittelsohle aus PWRRUN PB bietet eine reaktive, eher straffe Dämpfung und ermöglicht in Kombination mit der Geometrie ein flüssiges Abrollen. Mit 240 Gramm bleibt der Schuh angenehm leicht und der Preis von 160 Euro ist in dieser Klasse fair. Wer eine sehr weiche Dämpfung oder eine extrem kompakte Zehenbox bevorzugt, sollte den Sitz vorher testen. Für alle, die einen leichten Trainingsschuh suchen, der sich dynamisch laufen lässt und trotzdem komfortabel bleibt, ist der „Azura” eine interessante Option.

Weitere Saucony Laufschuhe

Saucony Peregrine 16 Seitenprofil mit PWRRUN Mittelsohle
Saucony Xodus Ultra 4 – Seitenprofil mit PWRRUN-PB-Mittelsohle und Vibram-Megagrip-Außensohle
Saucony Hurricane 25 Seitenansicht – 38 mm Fersenhöhe, breite Basis und stabile Mittelsohle für lange Läufe

Der Azura wurde uns von Saucony kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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