Mit der Pace 4 bringt Coros eine neue Version seines Einstiegsmodells für das Lauftraining und den Triathlonsport auf den Markt. Nach mehreren Wochen im Einsatz bleibt vor allem ein Eindruck hängen: Die Uhr funktioniert zuverlässig und wirkt in vielen Punkten wie ein echtes Upgrade zur Pace 3, bleibt dabei aber preislich attraktiv – gerade, wenn man bedenkt, wie viel Hardware und Trainingsfunktionen inzwischen in dieser Klasse verfügbar sind.
Coros Pace 4: Einordnung im Coros-Line-up
Die Pace 4 ist bei Coros klar als Einstiegsmodell positioniert, richtet sich aber nicht nur an Anfänger:innen. Wer strukturiert trainiert, Intervalle läuft oder mehrere Sportarten kombiniert, erhält mit der Pace 4 bereits viele nützliche Funktionen. Der UVP liegt bei 269 Euro, ich nutze die Variante mit Nylonband.
Im Coros-Line-up ordnet sie sich unterhalb der Pace Pro und der Apex 4 ein. Kartenmaterial und Outdoor-Fokus bleiben Themen der Apex. Die Pace Pro ist die richtige Wahl, wenn man ein größeres Display, mehr Navigationsfunktionen und insgesamt eine größere Coros-Uhr möchte. Die Pace 4 zielt dagegen auf das ab, was viele im Training tatsächlich nutzen: zuverlässiges GPS, gute Trainingssteuerung, starke Akkulaufzeit und ein leichtes, unauffälliges Tragegefühl.
Design & Tragekomfort: 32 Gramm am Handgelenk
Das erste, was im Alltag auffällt, ist das geringe Gewicht der Pace 4. Mit rund 32 Gramm am Handgelenk fühlt sich die Pace 4, insbesondere mit dem Nylonband, sehr unaufdringlich an. Das neue AMOLED-Display wirkt deutlich moderner und heller als das der Pace 3 und ist in der Praxis sehr gut ablesbar, auch bei schnellem Tempo oder wechselndem Licht. Hinzu kommt ein hochwertigeres Gehäusegefühl. Insgesamt wirkt die Uhr weniger wie ein Einsteigergerät, als es ihre Positionierung vermuten lässt.

AMOLED-Display & Bedienung: Touchscreen oder Knöpfe?
Zur Bedienung bleibt Coros seinem Ansatz treu. Zwei Knöpfe und die Krone funktionieren logisch, die Menüführung ist simpel, ohne dass man auf Funktionen verzichten muss. Ein Touchscreen ist vorhanden und arbeitet zuverlässig, ich nutze ihn aber kaum. Unter einer Jacke oder bei viel Feuchtigkeit kann es schnell passieren, dass sich die Ansicht versehentlich ändert. In der Praxis schalte ich den Touchscreen daher meist ab und nutze Krone und Tasten.
GPS & Akku: Dual-Frequenz beim Laufen
Die Akkulaufzeit ist im Alltag ein echtes Argument. Mit konsequentem Dual-Frequenz-GPS kommt man trotzdem entspannt durch die Wochen. 40 Stunden GPS und rund 19 Tage im Alltag sind auch dann ausreichend, wenn man regelmäßig trainiert. Die Uhr bleibt im Stand-by-Modus stabil und enttäuscht nicht mit einer überraschend leeren Batterie.

Training & Sport: Laufen, Trail und Indoor-Rad
Ich habe die Pace 4 über zwei Monate getestet, vor allem beim Laufen, Trailrunning und Indoor-Radfahren in Kombination mit einem Smarttrainer. Der Einstieg ist einfach, besonders, wenn man vorher schon eine Coros-Uhr genutzt hat. Einstellungen lassen sich übernehmen und Sensoren sind schnell gekoppelt.
Das GPS ist einer der Punkte, bei denen die Pace 4 wirklich überzeugt. Die Dual-Frequenz läuft stabil, auch in schwierigen Umgebungen. Ich hatte die Uhr in Häuserschluchten im Einsatz, unter anderem in Tokio und Osaka, und hatte keine Ausfälle oder extreme Abweichungen. Start drücken, GPS steht schnell, die Aufzeichnung bleibt sauber.
Die Navigation funktioniert, bleibt aber in der Pace-Reihe bewusst reduziert. Es ist weiterhin eine Liniennavigation. Für Stadtläufe und einfache Routen reicht das, im Gelände ist es jedoch weniger komfortabel als echtes Kartenmaterial. Wer regelmäßig auf Trails unterwegs ist, die oft Abzweigungen oder unübersichtliche Abschnitte haben, merkt schnell den Unterschied zu einer Uhr mit Kartenmaterial.
Herzfrequenz, Sensoren & Pod-Integration
Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk ist in Ordnung, mit den üblichen kleinen Abweichungen. Spitzen werden nicht immer perfekt erfasst, Totalausfälle hatte ich jedoch keine. Wenn ich wirklich nach Pulswerten trainieren möchte, nutze ich den Coros HR-Sensor am Oberarm. Der Wechsel funktioniert problemlos. Gleiches gilt für den Pod, den ich oft für zusätzliche Genauigkeit nutze. Das Indoor-Rad mit Smarttrainer lief stabil. Nachdem es einmal gekoppelt war, funktionierte es im täglichen Einsatz ohne Aussetzer.

Coros-App: Auswertung und Trainingssteuerung
Die Coros-App ist nach wie vor ein großer Pluspunkt. Sie ist einfach aufgebaut, sodass man schnell die relevanten Werte findet, bei Bedarf aber auch tiefer in die Daten einsteigen kann. Workouts lassen sich einfach erstellen oder importieren. Im Alltag hilft die saubere Darstellung von Belastung, Erholung und Gesundheitswerten wie Schlaf und HRV, wenn man die Uhr dauerhaft trägt.
Smart-Features sind vorhanden, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Benachrichtigungen funktionieren, wie bei einer Apple Watch lässt sich aber nichts aktiv beantworten. Musik bleibt ein Nischenthema, da eine direkte Anbindung an große Anbieter fehlt. Die Musiksteuerung vom Handy über die Uhr funktioniert dagegen zuverlässig und ist im Alltag praktisch.
Coros Pace 4 vs. Pace 3, Pace Pro & Apex 4
Im Vergleich zur Pace 3 ist der Fortschritt spürbar. Das AMOLED-Display, das überarbeitete Gehäuse und das stabilere GPS machen die Pace 4 zu einer deutlich runderen Uhr, ohne dass der Preis stark gestiegen ist. Wer die Pace 3 nutzt und regelmäßig trainiert, für den ist die Pace 4 ein sinnvolles Upgrade.

Gegenüber der Pace Pro und der Apex 4 bleibt die Pace 4 das kompaktere, leichtere Modell mit weniger Fokus auf Navigation und Outdoor-Funktionen. Wer Kartenmaterial benötigt oder häufig in unbekanntem Gelände unterwegs ist, ist mit der Apex 4 besser bedient. Die Pace Pro ist die richtige Wahl, wenn man ein größeres Display und mehr Navigationskomfort innerhalb der Pace-Linie möchte. Für alle anderen, die einen zuverlässigen Trainingsbegleiter für Straße, Trail und Indoor suchen, ist die Pace 4 die schlankere und leichtere Option.
| MODELL | GEWICHT | DISPLAY | GPS-AKKU | ALLTAG | NAVIGATION | KARTEN | PREIS |
| Pace 4 | 32 g | 1,2″ AMOLED | 41 h | 19 Tage | Breadcrumb | Nein | 269 € |
| Pace 3 | 30 g | 1,2″ MIP | 38 h | 24 Tage | Breadcrumb | Nein | 199 € |
| Pace Pro | 37 g | 1,3″ AMOLED | 38 h | 20 Tage | Turn-by-Turn | Ja | 439 € |
| Apex 4 | 64 g | 1,2–1,3″ MIP | 65 h | 24 Tage | Turn-by-Turn | Ja | 449–499 € |
Fazit – Für wen lohnt sich die Coros Pace 4?
Die Coros Pace 4 ist eines der stimmigsten Gesamtpakete im Preisbereich um 269 Euro. Im Vergleich zum Vorgängermodell wirkt sie moderner, hochwertiger und ist im GPS-Bereich deutlich souveräner. Dual-Frequenz, starke Akkulaufzeit und das helle AMOLED-Display sind im Alltag echte Vorteile. Die Pace 4 ist sehr gut für reines Lauftraining, die Kombination aus Straße, Trail und Indoor-Rad sowie für alle, die eine leichte Uhr mit zuverlässiger Aufzeichnung suchen, geeignet. Wer Karten benötigt und häufig im Gelände unterwegs ist, ist mit der Apex 4 oder Pace Pro besser beraten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier kein Schlagwort, sondern in der Praxis spürbar.
Stärken
- leichte Gehäuse
- helles AMOLED-Display
- starkes Dual-Frequenz-GPS
- lange Akkulaufzeit und die übersichtliche Coros App zur Auswertung –
Schwächen
- nur Liniennavigation, kein Kartenmaterial
- Touchscreen bei Nässe oder unter Jacke unpraktisch
- keine Musikanbindung an große Streaming-Dienste.
Häufige Fragen zur Coros Pace 4
Lohnt sich das Upgrade von Coros Pace 3 auf Pace 4?
Ja – AMOLED-Display, stabileres Dual-Frequenz-GPS und höherwertiges Gehäuse sind spürbare Verbesserungen bei kaum gestiegenem Preis.
Wie lange hält der Akku der Coros Pace 4?
40 Stunden mit Dual-Frequenz-GPS, rund 19 Tage im Alltag.
Was wiegt die Coros Pace 4?
Rund 32 Gramm – mit Nylonband kaum spürbar am Handgelenk.
Was ist der Unterschied zwischen Coros Pace 4 und Apex 4?
Die Apex 4 bietet Kartenmaterial und mehr Outdoor-Funktionen. Die Pace 4 ist leichter, kompakter und günstiger – ideal für Straße, Trail und Indoor ohne Navigationsbedarf.
Hat die Coros Pace 4 einen Touchscreen?
Ja – bei Nässe oder unter einer Jacke empfiehlt sich jedoch die Deaktivierung und Nutzung von Krone und Tasten.
Kann man mit der Coros Pace 4 Musik hören?
Keine direkte Anbindung an Streaming-Dienste. Die Musiksteuerung des Smartphones über die Uhr funktioniert aber zuverlässig.
Die Pace 4 wurde uns von Coros für das Review kostenfrei zur Verfügung gestellt.

2 Kommentare
Habt Ihr Erfahrungen mit den Höhenangaben gemacht? Meine aktuelle Uhr (Decathlon mit Coros-Technologie) gibt regelrechte Fantasiewerte an, identischer Start- und Zielpunkt liegen da gerne mal 50 und mehr Höhenmeter auseinander.
Hi, mit der Höhenmeter Messung hatten wir keinerlei Probleme. Hat dir Uhr einen Baromoeter oder erfolgt die Höhenmessung über GPS?