
Im Winter ändern sich die Bedingungen beim Laufen deutlich. Nasse Straßen, Pfützen, Schneematsch, feuchtes Laub und rutschige Waldwege stellen andere Anforderungen an den Laufschuh als ein trockener Sommertag. Zwei Punkte rücken dabei in den Vordergrund: Schutz vor Nässe und Grip.
Beim Schutz vor Nässe gibt es zwei Ansätze. Eine Membran wie Gore-Tex hält Wasser von außen ab und sorgt dafür, dass die Füße auch bei Regen und Matsch trocken bleiben. Wasserabweisende Obermaterialien sind atmungsaktiver und leichter, halten aber nur leichte Nässe ab. Beim Grip helfen eine strukturiertere Außensohle, griffigere Gummimischungen und je nach Untergrund kleine Stollen.
Wir haben sechs Modelle zusammengestellt: vier Straßenmodelle für das Kilometersammeln im Winter und zwei Modelle für Schotter, Feld- und Waldwege. Grundlage sind unsere Tests der jeweiligen Modelle, ergänzt um das, was die Winterversionen auszeichnet.
Der 880 v15 ist ein klassisch gebauter Daily Trainer für lange Grundlageneinheiten. Beim Basismodell sorgt Fresh Foam X bei 38 mm Fersenhöhe, 32 mm im Vorfuß und 6 mm Sprengung für eine ausgewogen komfortable Dämpfung. Eine Eingewöhnung braucht der Schuh nicht, im Grundlagentempo läuft er sich unaufgeregt und rund. Für Tempodauerläufe und Intervalle fehlt ihm dagegen etwas Dynamik. Passform und Vielseitigkeit sind seine Stärken, neben der Normalweite gibt es auch die Spezialweiten 2A und 2E. Zu beachten ist die harte untere Fersenkappe. In der Gore-Tex-Version kommt eine Membran dazu, die Nässe von außen abhält. Damit eignet sich der 880 v15 Gore-Tex für alle, die auch bei Regen und auf nassem Asphalt ihre Grundlagenkilometer laufen wollen. Die Außensohle ist auf Straße ausgelegt, für Schotter und Offroad ist er nicht gedacht.

Gore-Tex-Membran, klassischer Daily Trainer für Grundlagenkilometer
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Der Vomero 18 setzt auf viel Dämpfung, ohne träge zu wirken. Beim Basismodell bildet React X die stabilisierende Basis, darüber sorgt ZoomX für Energierückgabe, bei 46 mm Fersenhöhe und 10 mm Sprengung. Das Abrollen ist weich, reaktiv und stabil, auch leichte Pronation steckt der Schuh gut weg. Die Passform fällt eher großzügig aus, die Ferse ist gut gepolstert. Für Intervalle oder sehr schnelle Läufe ist er nicht ausgelegt, sein Platz sind komfortable Kilometer auf langen Strecken. In der Gore-Tex-Version kommt ein GTX-Upper zum Einsatz, dazu bekommt die Außensohle mit Nike Storm-Tread mehr Struktur für besseren Grip. Wer im Winter einen komfortablen Begleiter für lange, ruhige Läufe auf nassen Straßen sucht, ist hier gut aufgehoben.

Gore-Tex-Upper, Storm-Tread-Außensohle, viel Komfort für lange Läufe
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Der Novablast 6 bringt unter den Straßenmodellen in dieser Auswahl die meiste Dynamik mit. Beim Basismodell kombiniert Asics FF Blast Max mit einem Trampolin-Pad aus FF Turbo² im Vorfuß, bei 41,5 mm Fersenhöhe, 33,5 mm im Vorfuß und 8 mm Sprengung. Das Laufgefühl ist weich und komfortabel, die Reaktivität sitzt vor allem im Vorfuß und Mittelfuß. Wer aktiv über Mittel- und Vorfuß läuft, profitiert am meisten, Fersenläufer weniger. Einsetzbar ist er für Grundlageneinheiten bis etwa 20 bis 25 Kilometer und Tempo bis etwa 4:30 min/km. Schon beim Basismodell wurde der Grip mit Asics Grip und AHAR LO verbessert, die Traktion auf Nässe ist zuverlässig. In der GTX-Version kommt ein Gore-Tex-Upper dazu, und die Außensohle bekommt mehr Struktur. Damit bleibt der Novablast auch im Winter eine Option für alle, die neben ruhigen Kilometern auch mal etwas Tempo machen wollen.

Gore-Tex-Upper, strukturierte Außensohle, dynamisch auf nassen Straßen
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Grundlage ist der Hyperboost Edge, ein Supertrainer für Läufer, die viel Material unter dem Fuß wollen, ohne auf Dynamik zu verzichten. Hyperboost Pro, ein PEBA-Partikelschaum, sitzt beim Basismodell bei 45 mm Fersenhöhe, 39 mm im Vorfuß und 6 mm Sprengung. Bei ruhigem Tempo läuft sich der Schuh fest, ab moderatem bis zügigem Tempo wird er snappy und kontrolliert. Seine Stärken liegen bei Tempowechseln und Long Runs mit schnelleren Passagen. Das eher geschlossene Upper, das im Sommer warm werden kann, ist im Winter ein Vorteil. Die Passform im Vorfuß fällt schmal aus, die Fersenkappe ist steif. In der GTX-Version kommt ein Gore-Tex-Upper zum Einsatz, dazu eine angepasste Continental-Außensohle mit kleinen Stollen für mehr Grip. Damit funktioniert der Hyperboost GTX nicht nur auf nassem Asphalt, sondern auch auf gemischten Untergründen in der Stadt.

Gore-Tex-Upper, Continental-Außensohle mit kleinen Stollen
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Der Evo SL ATR ist die Allwettervariante des Evo SL. Gewicht, Sprengung und Bauhöhe entsprechen der normalen Version: 253 Gramm (Herren) beziehungsweise 217 Gramm (Damen), 39 mm Fersenhöhe und 6 mm Sprengung. Der Preis liegt bei 160 Euro, also nur 10 Euro über der normalen Version. Lightstrike Pro mit ausgeprägtem Rocker sorgt weiterhin für ein gut gedämpftes, dynamisches Laufgefühl. Für den Winter interessant sind zwei Anpassungen. Das Upper besteht aus wasserabweisendem Ripstop-Mesh mit seitlichen Overlays, die zusätzlichen Schutz bieten. Eine Membran gibt es nicht. An der Außensohle kommt mehr Continental-Gummi mit 1,5 mm langen Stollen zum Einsatz, was spürbar mehr Grip auf nassen und losen Untergründen bringt. Auf feuchter Straße, Schotter und leicht matschigen Wegen bleibt die Traktion zuverlässig. Damit eignet er sich für ruhige Dauerläufe, Tempodauerläufe und Intervalle auf wechselnden Untergründen. Für echtes Trailrunning ist er zu instabil.

Wasserabweisendes Upper, Continental-Grip für Straße und Schotter
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Der Aero Blaze 4 GRVL GTX ist als Herbst- und Wintermodell gedacht. Er wiegt 280 Gramm (Herren) beziehungsweise 239 Gramm (Damen), hat 37 mm Fersenhöhe, 29 mm im Vorfuß und 8 mm Sprengung und kostet in der Gore-Tex-Version 160 Euro. Die optiFOAM-Mittelsohle dämpft die Landung weich ab und federt im Abdruck aktiv, das Bodengefühl bleibt dabei spürbar. Wetterschutz bietet ein Engineered Mesh mit sensiFIT-Konstruktion und Gore-Tex-Membran, das trotzdem angenehm atmungsaktiv bleibt. Die Schnellschnürung quickLACE neo sorgt für einen schnellen, sicheren Sitz, auch mit kalten Fingern. An der Außensohle setzt Salomon auf Gravel contaGRIP mit Stollen unter dem Vorfuß und umlaufenden Längskerben. Damit funktioniert der Schuh auf Straße, leichten Trails, Forst- und Waldwegen, Sand, Schotter und leicht matschigen Passagen. Auf tiefen, feuchten Böden stößt das Profil an seine Grenzen. Einsetzbar ist er von 5 Kilometern bis zum Marathon, für Tempoeinheiten fehlt ihm aber etwas Stabilität.

Gore-Tex-Membran, contaGRIP für Gravel und Waldwege
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Welcher Winterschuh passt, hängt vor allem vom Untergrund ab. Wer überwiegend auf der Straße läuft, findet in den vier Straßenmodellen passende Begleiter. Der New Balance 880 v15 Gore-Tex ist die klassische Wahl für Grundlageneinheiten, der Nike Vomero 18 Gore-Tex bietet viel Komfort für lange Läufe. Der ASICS Novablast 6 GTX bringt mehr Dynamik für aktive Läufer, und der Adidas Hyperboost GTX eignet sich für Tempowechsel und gemischte Stadtuntergründe. Für Schotter, Feld- und Waldwege sind der Adidas Adizero Evo SL ATR und der Salomon Aero Blaze 4 GRVL GTX die bessere Wahl. Der Evo SL ATR ist leichter und dynamischer, setzt aber nur auf ein wasserabweisendes Upper. Der Aero Blaze 4 GRVL GTX hält mit seiner Membran mehr Nässe ab und deckt mehr unterschiedliche Untergründe ab.
Bei der Wahl zwischen Membran und wasserabweisendem Upper lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die eigenen Bedingungen. Eine Membran hält Regen und Matsch zuverlässig ab, ist aber weniger atmungsaktiv. Wasserabweisende Materialien sind leichter und luftiger, halten aber nur leichte Nässe ab. Wer viel bei Regen oder auf matschigen Wegen unterwegs ist, profitiert von Gore-Tex, wer vor allem bei Kälte und trockenen bis leicht feuchten Bedingungen läuft, kommt auch ohne Membran gut zurecht.