On Cloudsurfer 3 seitliche Ansicht Daily Trainer

On Cloudsurfer 3 im Test: Surreal Foam bringt spürbar mehr Bounce

On bringt mit dem Cloudsurfer 3 nicht nur ein Update des bekannten Daily Trainers, sondern zeigt mit Surreal Foam erstmals einen supercritical Foam im On Sortiment. Dazu kommen Anpassungen an der CloudTec-Phase-Struktur sowie am Upper. Getestet habe ich ihn über mehrere Läufe auf verschiedenen Stadtuntergründen.

Daten und Preis: Was steckt im Cloudsurfer 3?

Im On Line-up bleibt der Cloudsurfer 3 ein Daily Trainer, jetzt aber in einer deutlich moderneren Umsetzung. Die erste Version war sehr weich abgestimmt, der Cloudsurfer 2 eher fest. Mit der dritten Version setzt On erstmals auf Surreal Foam, an dessen Entwicklung die Marke länger gearbeitet hat, das Ergebnis ist ein spürbar reaktiveres Laufgefühl als bei den Vorgängern.

In Größe 42 wiegt der Schuh rund 285 Gramm, dazu kommen 38 Millimeter Bauhöhe in der Ferse und 8 Millimeter Sprengung. Preislich liegt der Schuh bei 170 Euro.

On Cloudsurfer 3 Surreal-Foam-Mittelsohle CloudTec Phase Detail

Warp-Knit-Upper und Passform: True to size

Warp-Knit nennt On die Konstruktion des Obermaterials. Verschiedene Zonen sorgen für Atmungsaktivität und sicheren Halt, das funktioniert ohne großes Nachschnüren. Für gängige Fußbreiten bietet die Passform ausreichend Platz, auch mit schmalen Füßen hat der Sitz im Test gut funktioniert. Die Größe fällt true to size aus, meine gewohnte On-Laufschuhgröße hat gepasst.

Zunge und Fersenpartie sind gut gepolstert, Reibungsprobleme gab es keine. Strukturiert aufgebaut ist die Fersenkappe, das ist Geschmackssache, wirkte im Test aber nicht einengend. Für heiße Sommertage könnte die Materialstärke im Upper etwas viel sein.

On Cloudsurfer 3 Warp-Knit-Upper Zonen Fersenkappe Detailansicht

Surreal Foam und CloudTec Phase: Das große Update

Gleich bleibt die Designsprache mit der CloudTec-Phase-Mittelsohle, in der Umsetzung hat sich aber viel getan. Weiches und gleichzeitig reaktiveres Laufgefühl liefert die neue Surreal-Mischung. Man sinkt nicht zu stark ein, die Mischung wirkt aber auch nicht so straff wie bei einigen anderen On Daily Trainern. Zusätzlich optimiert wurde die Struktur der CloudTec-Phase-Mittelsohle, mit schräg angeordneten Clouds, die das Laufgefühl smoother machen sollen. Nicht zu schmal ist die Basis, sie vermittelt durchgehend sicheren Stand. Mehr zur neuen Surreal-Mischung findest du in unserem separaten Interview-Artikel dazu, für den wir uns direkt mit On austauschen konnten.

Außensohle: Drei Pads, starker Grip bei Nässe

Drei großzügige Pads decken die wichtigen Auftrittsflächen ab. Hoch ist die Abriebfestigkeit, der Grip überzeugt ebenfalls, selbst bei einem längeren Lauf im Dauerregen gab es auf Gehwegplatten und Pflaster keine Unsicherheiten.

On Cloudsurfer 3 Außensohle drei Gummipads Grip auf Pflaster

Laufgefühl: Smoother und dynamischer als die Vorgänger

Ab dem ersten Meter stellt sich das typische Cloudsurfer-Laufgefühl ein, der eigentliche Unterschied zeigt sich aber nach einigen Kilometern, wenn die Surreal-Mittelsohle etwas eingelaufen ist. Dann kommt spürbar mehr Bounce zum Vorschein als beim Vorgänger oder bei anderen On Daily Trainern. Ausgewogen bleibt das Laufgefühl dabei, weder extrem weich noch fest, was mit der CloudTec-Phase-Struktur gut zusammenspielt. Bei der Kontrolle hilft die etwas breitere Basis, ohne dass der Cloudsurfer in Richtung Stabilitätsschuh abrutscht, dafür gibt es im On Sortiment den Cloudrunner.

Nicht extrem schnell ist der Cloudsurfer 3, eher smoother und dynamischer als seine Vorgänger. In Richtung Adidas Adizero EVO SL oder New Balance Rebel bewegt er sich nicht, sondern bleibt klar in seiner Daily-Trainer-Kategorie. Im Dauerlauf lässt sich trotzdem gern das Tempo steigern, die Geometrie der Mittelsohle unterstützt das, ohne einen ständig zu schnellerem Laufen zu drängen.

Nach über 100 Kilometern zeigte der Testschuh nur minimale Abnutzung. Im Einsatz eignet er sich für alle Distanzen im Training oder als Begleiter für einen ersten Wettkampf, wenn Sicherheit und Komfort im Vordergrund stehen und Max Cushion nicht die passende Kategorie ist.

On Cloudsurfer 3

Cloudsurfer 3 vs. Cloudmonster 3 und Hoka Clifton Pro

Ähnlich sind die Eckdaten und das Laufgefühl beim Hoka Clifton Pro, wobei sich die CloudTec-Phase-Mittelsohle des Cloudsurfer klar abhebt. Beide verbindet der Mix aus Komfort und Dynamik fürs Training.

Smoother läuft sich der Cloudsurfer gegenüber dem Cloudmonster 3, mit mehr Bounce im Laufgefühl. Klassischer und direkter im Abdruck ist dagegen der Cloudmonster, im Upper minimaler und luftiger, während der Cloudsurfer stärker gepolstert ist.

GEWICHT ♂ 286 g
SPRENGUNG 8 mm
FERSENHÖHE 38 mm
PREIS UVP 170 €
Cloudsurfer 3

On Cloudsurfer 3

4.0/5

Vorteile

  • Erstmals supercritical Foam bei On, mehr Bounce als bei Vorgängern
  • True to size Passform, auch für schmale Füße geeignet
  • Zuverlässiger Grip bei Nässe, im Test auch bei Dauerregen
  • Geringe Abnutzung nach über 100 Testkilometern

Nachteile

  • Preis von 170 Euro im oberen Bereich der Kategorie
  • Upper im Sommer eventuell zu warm
  • Kein Schuh für maximale Geschwindigkeit, bleibt klar im Daily-Trainer-Segment

Für wen ist der On Cloudsurfer 3 geeignet?

Mit dem Cloudsurfer 3 gelingt On ein wichtiger Schritt: erstmals eine supercritical Mittelsohle im Sortiment, die im Zusammenspiel mit der CloudTec-Phase-Struktur gut funktioniert. Sicher nicht das aufregendste Modell am Markt, aber der modernste und vielseitigste Daily Trainer, den On aktuell im Programm hat. Typisch für On ist der Preis von 170 Euro, er könnte etwas niedriger liegen.

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert