
Asics bringt mit dem Blazeblast einen neuen Trail- beziehungsweise Gravel-Laufschuh auf den Markt, der stark an den beliebten Novablast erinnert, nicht nur im Design, sondern auch in den verbauten Komponenten. Ob dieses Konzept aufgeht, zeigt der Test.
Asics hat sich über die Jahre ein großes Trailrunning-Sortiment aufgebaut, von den Klassikern Trabuco und Trabuco Max bis zu Modellen für höhere Geschwindigkeiten wie dem Fuji Lite 7 oder dem Metaspeed Fuji Trail 2. Der neue Blazeblast positioniert sich als Einstieg in diesen Bereich und übernimmt die Rolle des Gravel- beziehungsweise Door-to-Trail-Schuhs.
Dabei greift Asics auf bewährte Elemente zurück, der Schuh trägt nicht nur Blast im Namen, sondern teilt auch viele Parallelen mit dem Novablast, kein schlechter Ansatz. Konkret bedeutet das FF Blast Max in der Mittelsohle, das bekannte Trampolin-Pad im Vorfuß, eine Bauhöhe von 43mm und eine Sprengung von 8mm. Der Preis liegt bei 160 Euro.

Geschmeidiges Mesh-Material bildet das Obermaterial, dünn, flexibel und gut atmungsaktiv, passend gewählt für den Einsatzzweck. Klassische Overlays gibt es trotz des Designs nicht, stattdessen kommen eingewebte Passagen im Zehenbereich und am Übergang zur Mittelsohle zum Einsatz. Die Zunge fällt vergleichsweise minimalistisch und leicht gepolstert aus, die Ferse bringt gute Struktur mit, nicht überladen und mit einer nicht zu steifen Fersenkappe versehen.
Insgesamt entsteht ein guter Lockdown, wobei ich zunächst etwas skeptisch war, da der Novablast dem Fuß bekanntlich etwas Spielraum lässt. Hier helfen die zwei mittleren Ösen, die direkt aufs Upper aufgehen, kombiniert mit strukturierten Schnürsenkeln funktioniert die Schnürung wunderbar. Damit ein passendes Upper für Gravel-Strecken. Die Passform ist medium breit, bei sehr breiten Füßen empfiehlt sich vorheriges Anprobieren. Meine gewohnte Asics-Größe hat problemlos gepasst.

Die Mittelsohle besteht komplett aus FF Blast Max. Markant ist der gut ausgeprägte Rocker im Vorfuß sowie das typische Trampolin-Pad, bekannt von anderen Blast-Modellen. Die FF-Blast-Max-Mischung liefert eine sehr gute Dämpfung und fühlt sich weich an, dabei nicht extrem weich und damit auch nicht instabil. Die breite Basis sorgt für guten Halt. Damit bietet die Mittelsohle ausreichend Struktur im Mittelfuß bis zur Ferse, Flexibilität ist vorhanden, aber nicht übertrieben.
Bei der Außensohle greift Asics auf die bewährte Asicsgrip-Mischung aus dem Trailbereich zurück, die sich über die Außenseiten zieht, mit Trittstellen an der Spitze. Auch das Trampolin-Pad ist mit der Mischung bedeckt. Die Stollen sind mit 2,5mm nicht zu lang, was auf Schotterpisten, Waldwegen und Asphalt wunderbar funktioniert. Zu lose oder schlammige Untergründe stoßen erwartungsgemäß an die typischen Grenzen von Gravel-Modellen.

Wer den Novablast von der Straße kennt, wird sich hier schnell wohlfühlen. Der gute Lockdown und die Mittelsohle laufen sich vom ersten Meter an sehr rund, die großzügige Dämpfung bringt spürbaren Komfort mit, bleibt dabei aber simpel und hält einen sicher im Schuh. Auf passenden Gravel-Passagen rollte sich der Blazeblast wunderbar, ein Abstecher auf einen Single Trail funktionierte ebenfalls gut, wenn auch mit spürbaren Grenzen bei der Agilität, was aber vertretbar bleibt. Auch Asphalt ist keinerlei Problem, insgesamt deckt der Schuh sehr viel ab und zeigt kaum echte Schwachstellen.
Zu beachten ist, dass sich der Blazeblast seine Dynamik primär über die Geometrie holt und nicht so bouncy ist wie beispielsweise der Salomon Aero Glide 4 GRVL.

Auf dem Gravel-Markt gibt es viele Alternativen, und der Blazeblast bringt ein sehr rundes, vor allem rollendes Laufgefühl mit. Gegenüber dem Salomon Aero Glide 4 GRVL spürt man weniger Bounce, dafür passt er gut für Läufer, die einen Schuh mit ausgeprägter Rockergeometrie suchen. Das macht ihn auch spritziger als etwa den Nike ACG Pegasus Trail oder den Brooks Ghost Trail, die in ihrem Laufgefühl klassischer ausgerichtet sind. Man spürt zudem das größere Mittelsohlenvolumen des Blazeblast in der Dämpfung. Im Vergleich zum Novablast 6 fehlt im Abdruck vor allem das FF-Turbo-2-Pad, dafür ist der Blazeblast die passendere Wahl für wechselnde Untergründe und nicht nur für die Stadt einsetzbar wie der Novablast.
Der Asics Blazeblast ist ein sehr spannender Schuh, der mit seinem Aufbau und den verbauten Materialien vieles richtig macht. Wer einen Schuh für wechselnde Untergründe sucht, macht hier nichts verkehrt. Der Preis von 160 Euro ist passend und marktgerecht. Die Grenzen liegen erwartungsgemäß bei anspruchsvolleren Untergründen, genau dort trennt sich aber ohnehin das Gravel- vom echten Trail-Segment.