Der Speedgoat ist seit Jahren einer der bekanntesten Trailschuhe von Hoka One One. Seine Stärken waren stets der breite Einsatzbereich, der robuste Aufbau und das Laufgefühl, das im Gelände zuverlässig bleibt, ohne dass der Schuh komplett träge wirkt. Version 6 hatte dabei einen Punkt, der von vielen angesprochen wurde: In der Mittelsohle fehlte etwas Lebendigkeit. Genau dort setzt Hoka beim Speedgoat 7 an, ohne das Grundkonzept zu verändern.
Einordnung – wo steht der Speedgoat 7 im Hoka Line-up?
Im Hoka-Sortiment lässt sich der Speedgoat gut einordnen. Der Challenger 8 ist eher ein Gravel-Schuh und funktioniert besonders gut, wenn Asphalt, Schotter und einfache Waldwege gemischt sind. Der Speedgoat sitzt darüber als Allrounder für echte Trails, vor allem, wenn der Untergrund anspruchsvoller wird und man mehr Grip und Schutz benötigt. Wer noch mehr Dämpfung und Reserven für sehr lange Einheiten sucht, für den ist ein Modell wie der Mafate 5 interessant, der stärker auf Komfort und lange Distanzen ausgelegt ist. Der Preis des Speedgoat 7 liegt bei 165 Euro und ist damit für einen mit Vibram-Sohle ausgestatteten Trailschuh weiterhin angemessen, auch wenn er fünf Euro teurer ist als sein Vorgänger. Hoka setzt in Version 7 auf ein superkritisches EVA in der Mittelsohle, das reaktiver arbeiten soll als beim Vorgänger. Die Bauhöhe liegt bei etwa 40 Millimetern in der Ferse und 35 Millimetern im Vorfuß, die Sprengung beträgt 5 Millimeter. Der Aufbau bleibt damit dem des Speedgoat 6 sehr ähnlich, die Abstimmung wirkt aber etwas lebendiger.
Upper und Passform – robust, aber eher schmal geschnitten
Beim Upper kommt ein leichtes Rippstop-Textilgewebe zum Einsatz. Das Material wirkt am Fuß eher fest und minimalistisch und nicht besonders plüschig oder weich. Die Robustheit steht klar im Vordergrund, was zum Charakter des Speedgoat passt. Die Schutzelemente sind klassisch platziert. Eine lange Zehenkappe sorgt für Schutz an den Zehen, ohne zu starr zu wirken. Seitliche Overlays stabilisieren den Mittelfuß und unterstützen den Lockdown. Die Zunge ist sehr dünn und insgesamt zurückhaltend gepolstert. Sie wird über ein Mittelfußband fixiert, zusätzlich gibt es eine Lasche, damit sie an Ort und Stelle bleibt. Der Übergang der Zunge ins Upper ist sehr gut gelöst. Hoka One One nutzt hierfür ein breites, flexibles Textilmaterial, das man inzwischen auch von einigen Straßenmodellen kennt. Dadurch entstehen selbst bei engem Schnüren keine nervigen Falten. In der Ferse sitzt ein stabiler, gut gepolsterter Abschluss, der sicher wirkt, ohne unangenehm steif zu sein. Eine Zuglasche erleichtert das Anziehen und für eine Gamasche ist ein weiterer Punkt vorgesehen. Die Passform fällt eher schmal aus und sitzt kompakt am Fuß. In meiner normalen Größe passt der Schuh zuverlässig. Wer breitere Füße hat, sollte zur Wide-Variante greifen, da das Obermaterial wenig nachgibt und nicht stark dehnbar ist.
Mittelsohle – superkritisches EVA für mehr Pop
Beim Speedgoat 7 nutzt Hoka ein superkritisches EVA, das etwas lebendiger wirkt als das Material im Vorgängermodell. Trotzdem ist das Setup nicht butterweich. Die Abstimmung bleibt eher kontrolliert, was in anspruchsvollem Gelände von Vorteil ist. Im Fersenbereich sitzt man etwas in der Mittelsohle. Das erhöht die Stabilität und sorgt für ein sicheres Trittgefühl. Dazu kommt eine Basis, die nicht zu schmal ausfällt. Typisch für Hoka ist die Rocker-Geometrie, die beim Abrollen deutlich hilft. Gerade bei einem höher gebauten Trailschuh sorgt das dafür, dass sich der Speedgoat 7 geschmeidiger läuft, als es die Zahlen vermuten lassen. Der Schuh zielt nicht auf maximale Flexibilität ab, sondern auf ein rundes Abrollverhalten, das vor allem auf längeren Strecken und bei müden Beinen angenehm ist.
Außensohle und Grip – Vibram Megagrip
Bei der Außensohle bleibt Hoka bei Vibram Megagrip. Das Profil ähnelt dem des Vorgängermodells und setzt auf viele einzelne Stollen über die gesamte Länge. Die 5 Millimeter langen Stollen greifen im Gelände sehr zuverlässig, auch bei Nässe. Wie bei vielen Vibram-Lösungen gilt jedoch: Asphalt ist nicht das ideale Einsatzgebiet, da die Mischung dort schneller abnutzen kann.
Fazit – sinnvolles Update für Trailrunner
Der Speedgoat 7 wirkt insgesamt kontrollierter und etwas lebendiger als sein Vorgängermodell, der Speedgoat 6. Er bietet mehr Pop, ohne dabei in Richtung Racer zu kippen. Auf technischem Terrain funktioniert das Setup sehr gut. Stabilität, Grip und Trittsicherheit stehen klar im Vordergrund. Auf laufbaren Trails und flacheren Untergründen läuft er etwas flotter als der Vorgänger, ist aber immer noch kein Schuh für reine Waldautobahnen. Dafür gibt es Modelle, die geschmeidiger ins Rollen kommen, etwa der Challenger im Gravel-Bereich. Der Speedgoat verlangt etwas mehr Eigenarbeit, fühlt sich dafür aber auch nach mehreren Stunden nicht behäbig an. Bei Einheiten von drei bis vier Stunden blieb dieser Eindruck bei mir stabil. Der Vortrieb ist vorhanden, aber eher auf einem ruhigen, kontrollierten Level. Für mich ist der Speedgoat 7 vor allem dann stark, wenn man einen Trailschuh sucht, auf den man sich einfach verlassen kann. Genau dadurch ist er auch für Ultratrails geeignet. Nicht, weil er der schnellste Schuh auf dem Markt ist, sondern weil er Sicherheit, Grip und ein konstantes Laufgefühl bietet – selbst wenn die Beine müde werden und der Untergrund unruhiger wird.
Hoka Speedgoat 7 - KEYFACTS
Gewicht: 235 g – Damen | 275 g – Männer (Mustergröße)
Sprengung: 5 mm (40 – 35 mm)
Kategorie: Trailrunning
Marke: Hoka
Preis: 165 €
Fazit – sinnvolles Update für den Klassiker
Der Hoka Speedgoat 7 ist ein sinnvolles Update eines etablierten Trail-Allrounders. Das neue Mittelsohlenmaterial bringt etwas mehr Lebendigkeit, ohne die Stärken im Gelände zu verwässern. Stabilität, Grip und Trittsicherheit bleiben die Hauptargumente, besonders wenn der Untergrund anspruchsvoller wird. Für reine Waldautobahn-Läufe gibt es dynamischere Alternativen und für sehr lange Distanzen mit maximaler Dämpfung ist oft ein Mafate 5 die passendere Wahl. Wer vom Speedgoat 6 kommt und sich etwas mehr „Pop” wünscht, bekommt hier genau das. Wichtig bleibt die Passform. In normaler Größe passt der Schuh zuverlässig, bei breiten Füßen sollte man direkt zur Wide-Variante greifen. Mit 165 Euro ist er preislich in der Kategorie fair eingeordnet.
Der Speedgoat 7 wurde uns von Hoka kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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