Apple Watch Series 12 als Laufuhr im Test: Wie gut ist sie für Läufer?

Mit der Series 12 bringt Apple das jährliche Update seiner Smartwatch, und für Läufer ist es eines der interessanteren der letzten Jahre. Im Mittelpunkt steht ein neuer optischer Herzfrequenzsensor, der mich im Test positiv überrascht hat. Bei der Herzfrequenz liegt die Series 12 auf dem Niveau einer COROS, Pace und Kadenz fallen bei Tempowechseln dagegen ab, und einen Precision Start gibt es weiterhin nicht.

Getestet habe ich die Series 12 über drei unterschiedliche Einheiten parallel zu einer COROS Pace Pro mit Oberarmsensor und Foot Pod, um herauszufinden, wie gut sich die Apple Watch als Laufuhr schlägt. Für Läufer, die eine Smartwatch für den Alltag suchen und im Training vor allem nach Herzfrequenz sowie Durchschnitts- und Lap-Pace steuern, ist sie eine gute Wahl. Wer Intervalle strikt nach Live-Pace läuft, GPX-Strecken nachlaufen möchte oder Ultras und Mehrtagestouren plant, findet bessere Optionen, auch bei Apple selbst.

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Was ist neu an der Apple Watch Series 12?

Wer die letzten Generationen verfolgt hat, weiß, dass sich die Updates oft im Detail abspielen. Bei der Series 12 gibt es aber eine Neuerung, die für Läufer wirklich relevant ist: das neue Herzfrequenz-System. Im Hintergrund misst die Uhr die Herzfrequenz nun alle 5 Sekunden statt rechnerisch etwa alle 5 Minuten bei der Series 11. Bei der HRV geht der Sprung von etwa alle 2 Stunden, vor allem nachts, auf alle 5 Minuten. Das klingt zunächst technisch, hat aber praktische Folgen. Eine dichtere Messung bedeutet eine bessere Datengrundlage, sowohl für die Auswertung im Training als auch für den neuen Readiness Score, auf den ich weiter unten eingehe.

Angetrieben wird die Series 12 vom neuen S11-Chip. Beim Akku nennt Apple weiterhin 24 Stunden im normalen Betrieb, im Low-Power-Modus sind es nun 38 statt 36 Stunden, beim Outdoor-Training 10 statt 8 Stunden. Unverändert bleiben das Display mit 2.000 Nits und der Einführungspreis ab 449 Euro. Multiband-GPS bietet die Series 12 weiterhin nicht, das bleibt der Ultra vorbehalten.

Merkmal Series 11 Series 12
Herzfrequenz-Hintergrundmessung Alle 5 min (rechnerisch) Alle 5 s
HRV-Messung Ca. alle 2 h, vor allem nachts (rechnerisch) Alle 5 min
Readiness Score Nein Ja
Chip S10 S11
Akku (Herstellerangabe) 24 h, 36 h Low-Power, 8 h Outdoor-Training 24 h, 38 h Low-Power, 10 h Outdoor-Training
Display 2.000 Nits 2.000 Nits (unverändert)
Multiband-GPS Nein Nein
Preis (Einführung) ab 449 € ab 449 €

Testsetup: So habe ich die Series 12 getestet

Ein Gefühl dafür, ob eine Uhr “irgendwie passt”, bekommt man schnell. Wie genau sie wirklich misst, sieht man aber erst im direkten Vergleich. Deshalb habe ich die Apple Watch Series 12 in der 46-mm-Version mit Cellular am Handgelenk getragen und parallel eine COROS Pace Pro laufen lassen. Dazu kamen das COROS HRM am Oberarm für die Herzfrequenz und ein Foot Pod am Schuh für Pace und Kadenz. Als Vergleichsbasis dient die COROS mit ihren Sensoren.

Für den Test habe ich bewusst drei unterschiedliche Einheiten gewählt, um die Uhr in verschiedenen Situationen zu sehen:

  • Intervalltraining (1:18 h): viele schnelle Wechsel zwischen Belastung und Pause, eine echte Herausforderung für jeden Sensor
  • 3 × 3 km (1:06 h): längere Tempoblöcke mit Trabpausen dazwischen
  • Dauerlauf (1:30 h): überwiegend gleichmäßig, im letzten Drittel mit gesteigertem Tempo

 

Anschließend habe ich die FIT-Dateien beider Uhren im DCR Analyzer übereinandergelegt. Das Tool zeigt als “Agreement” an, wie nah die Kurven beider Geräte beieinanderliegen. 100 Prozent bedeutet praktisch deckungsgleich. Wichtig ist aber: Der Wert sagt nur, wie ähnlich beide messen, nicht, welches Gerät richtig liegt.

Zur Einordnung noch ein ehrlicher Hinweis: Auch das COROS HRM misst optisch und ist kein EKG-Brustgurt. Wenn zwei optische Sensoren an unterschiedlichen Körperstellen fast identische Werte liefern, ist das ein starkes Indiz für eine gute Messung. Ein Beweis für absolute Genauigkeit ist es nicht.

Wie genau misst die Apple Watch Series 12 beim Laufen?

Herzfrequenz: auf Niveau der COROS

Vergleich Herzfrequenz: Intervalltraining mit 20 x 400m

Optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk hat beim Laufen einen schwierigen Job. Die Uhr bewegt sich, der Arm schwingt, und gerade bei schnellen Tempowechseln hinken viele Sensoren hinterher. Umso überraschter war ich, als ich die Kurven der Series 12 und der COROS übereinandergelegt habe. In allen drei Läufen stimmen sie sehr gut überein:

  • Intervalle: 98,5 %
  • 3 × 3 km: 99,8 %
  • Dauerlauf: 98,6 %

 

Besonders beeindruckt hat mich das Intervalltraining. Gerade hier, wo die Herzfrequenz in kurzer Zeit stark ansteigt und wieder abfällt, zeigen sich bei vielen Uhren Verzögerungen. Bei der Series 12 war davon nichts zu sehen, sie bildet die Wechsel zwischen Belastung und Pause ohne erkennbaren Verzug ab. Bei den Durchschnittswerten lagen beide Geräte in jeder Einheit weniger als 1 bpm auseinander.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es trotzdem: kurze Aussetzer. Bei der Apple Watch gab es bis zu vier davon, im Dauerlauf zusammen 36 Sekunden. Fairerweise war auch die COROS nicht fehlerfrei: Bei 3 × 3 km hatte sie zwei Aussetzer mit zusammen 43 Sekunden. Für die Auswertung einer Einheit fallen solche kurzen Lücken kaum ins Gewicht.

Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Tests. Wer nach Herzfrequenz trainiert, kann sich bei den getesteten Einheiten auf die Series 12 verlassen. Einen zusätzlichen Gurt hätte ich in meinen drei Läufen nicht gebraucht.

GPS, Distanz und Pace: Durchschnitt gut, Live-Pace unruhig

Vergleich Geschwindigkeit: 3 × 3 km (1:06 h): längere Tempoblöcke mit Trabpausen dazwischen
Vergleich Geschwindigkeit: 3 × 3 km (1:06 h): längere Tempoblöcke mit Trabpausen dazwischen

Bei der Pace sieht das Bild differenzierter aus. Schaut man nur auf die Durchschnittsgeschwindigkeit, liegt die Apple Watch nah an der COROS, die Differenz beträgt je nach Einheit zwischen 0,02 und 0,31 km/h. Für die Auswertung nach dem Lauf ist das völlig in Ordnung.

Anders sieht es bei der Momentan-Pace aus, also der Anzeige, die man während des Laufens auf dem Display sieht. Hier schwankt die Apple Watch deutlich stärker als die COROS mit Foot Pod, besonders in schnellen Abschnitten. Im Dauerlauf reagierte sie laut Analyzer rund 5 Sekunden später auf Tempowechsel. Das klingt nach wenig, macht sich aber bemerkbar, wenn man im Intervall auf eine bestimmte Pace laufen will und die Anzeige erst verzögert nachzieht.

Bei der Distanz gab es kleine Abweichungen in beide Richtungen. Im Dauerlauf lag die Apple Watch am Ende rund 0,3 km über der COROS, bei 3 × 3 km rechnerisch rund 0,3 km darunter (beides Näherungswerte). Welches Gerät näher an der Wahrheit liegt, lässt sich ohne vermessene Strecke nicht sagen. Ein klares Muster, dass die Apple Watch grundsätzlich zu viel oder zu wenig misst, habe ich nicht festgestellt.

Für die Praxis heißt das: Durchschnitts- und Lap-Pace sind bei der Series 12 gut brauchbar. Wer Intervalle nach Live-Pace steuert, sollte sich eher an der Lap-Pace orientieren.

Kadenz: im Dauerlauf stark, bei Tempowechseln schwächer

Vergleich Kadenz: 3 × 3 km (1:06 h): längere Tempoblöcke mit Trabpausen dazwischen

Ähnlich wie bei der Pace hängt auch die Qualität der Kadenzmessung stark vom Tempo ab. Im konstanten Lauf liegt die Apple Watch nah an der COROS mit Foot Pod, im Dauerlauf mit 85,8 Prozent Agreement. Sobald es aber an Blockwechsel und hohes Tempo geht, wird es schwächer. Bei 3 × 3 km sinkt das Agreement auf 62,9 Prozent, die Apple Watch lag im Schnitt rund 2 Schritte pro Minute niedriger.

Für einen groben Überblick über die eigene Schrittfrequenz reicht die Uhr damit aus. Wer aber gezielt an seiner Lauftechnik arbeitet und die Kadenz im Tempo analysieren möchte, ist mit einem Foot Pod besser beraten. Dem würde ich in diesem Bereich mehr vertrauen.

Alle drei Einheiten im Überblick

Einheit Dauer HF Agreement Ø HF Differenz Ø Speed Differenz Kadenz Agreement
Intervalle 1:18 h 98,5 % < 1 bpm −0,02 km/h 78,0 %
3 × 3 km 1:06 h 99,8 % < 1 bpm −0,31 km/h 62,9 %
Dauerlauf 1:30 h 98,6 % < 1 bpm +0,04 km/h 85,8 %

Differenz = Apple Watch minus COROS.

Fazit aus den Messungen

Die Apple Watch Series 12 ist als Laufuhr besser, als ich vor dem Test erwartet hatte, mit einer klaren Einschränkung.

Herzfrequenz: Hier ist sie in allen drei Einheiten auf Augenhöhe mit der COROS. Auch bei Intervallen mit schnellen Wechseln war kein Verzug zu erkennen.

Pace und Kadenz: Die Durchschnittswerte passen. Die Live-Anzeige schwankt aber stärker und reagiert bei Tempowechseln mit Verzögerung. Je gleichmäßiger das Tempo, desto besser die Übereinstimmung. Beim Dauerlauf war sie am besten, bei Intervallen und Tempoblöcken am schwächsten.

Für wen reicht die Uhr? Wer nach Herzfrequenz trainiert und seine Läufe nachträglich auswertet, bekommt mit der Series 12 solide Daten. Wer Intervalle nach Live-Pace steuert oder seine Kadenz im Tempo analysieren will, ist mit einem Foot Pod besser bedient.

Grenzen des Tests: Drei Läufe, ein Läufer, ein Handgelenk. Als Referenz diente ein optischer Sensor und keine vermessene Strecke. Die Ergebnisse sind ein belastbarer Praxiseindruck, aber keine Laborstudie.

Laufen mit der Series 12 im Alltag

Abseits der Messwerte zählt im Alltag vor allem, wie unkompliziert sich eine Uhr nutzen lässt. Hier spielt die Apple Watch ihre Stärken aus. Einheiten zu tracken geht leicht von der Hand, gefühlt gibt es für jede Sportart einen eigenen Modus, und das Display zeigt jeweils die passenden Daten an. Fürs Laufen lassen sich strukturierte Workouts direkt auf der Uhr erstellen oder aus anderen Apps wie TrainingPeaks importieren. Das hat bei mir ohne Probleme funktioniert, die Einheiten landen auf der Uhr und lassen sich direkt starten.

Was mich weiterhin ärgert: GPX-Strecken lassen sich über die herkömmliche Trainings-App nicht ablaufen. Wer gern neue Routen erkundet oder eine geplante Strecke nachlaufen möchte, muss auf Alternativen aus dem App Store ausweichen. Die gibt es, eine native Lösung wäre aber deutlich bequemer. An diesem Punkt hat sich auch bei der neuen Auflage nichts verändert.

Positiv ist dagegen, wie einfach sich externe Sensoren koppeln lassen. Einen Herzfrequenzgurt oder andere Sensoren verbindet man ohne großen Aufwand, und das funktioniert zuverlässig.

Beim Akku muss man realistisch bleiben. Apple nennt 24 Stunden im normalen Betrieb, bis zu 38 Stunden im Low-Power-Modus und 10 Stunden beim Outdoor-Training. Für die meisten Trainingseinheiten reicht das problemlos. Beim Laufen mit GPS lag mein Verbrauch bei etwa 8 Prozent pro Stunde, was gut zur Herstellerangabe passt. Praktisch ist die Schnellladefunktion: Wer kurz vor dem Training merkt, dass der Akku knapp wird, kann in wenigen Minuten noch etwas nachladen. Im Alltag muss die Uhr bei mir trotzdem nach etwa 1 bis 1,5 Tagen wieder ans Ladekabel. Wer das tägliche Laden nicht mag, ist mit der Ultra besser bedient.

Vitalwerte und Readiness Score: Herzfrequenz-Auswertung im Alltag

Neu unter den Vitalwerten ist ein Tagesformwert, der Readiness Score. Anhand von Vitalzeichen und Schlaf zeigt die Apple Watch auf einer Skala von 1 bis 10, wie bereit man für den Tag ist. Gefallen hat mir, dass die Uhr nicht nur eine Zahl ausgibt, sondern bei einem niedrigeren Wert auch den Grund nennt, etwa wenn man nachts oft aufgewacht ist. Das macht den Wert nachvollziehbarer. Für die ersten Werte braucht die Uhr Daten aus 7 Nächten mit jeweils mindestens 4 Stunden Schlaf, man sollte also etwas Geduld mitbringen.

So spannend solche Werte sind, man sollte sie richtig einordnen. Ein Readiness Score ist ein Anhaltspunkt für die Tagesform, kein Befehl. Das eigene Körpergefühl sollte immer an erster Stelle stehen. Wer sich fit fühlt, muss bei einem mittleren Wert nicht automatisch das Training streichen, und umgekehrt.

Stärker im Fokus steht bei der Series 12 außerdem die HRV-Messung. Alle 5 Minuten wird sie erfasst, was eine deutlich bessere Datengrundlage bietet als bei früheren Modellen. Beim Schlaftracking gibt es dagegen keine großen Veränderungen. Die Uhr zeigt die Schlafphasen an und gibt eine Übersicht über die Entwicklung im Zeitverlauf. Alles läuft stabil und zuverlässig.

Für mich persönlich gilt: Ich schaue mir die Werte gern an, und es ist interessant zu sehen, wie sich Schlaf und Belastung widerspiegeln. Einen großen Einfluss auf meine Trainingsplanung haben sie aber nicht. Hier verlasse ich mich weiterhin auf mein Gefühl.

Größe und Tragekomfort

Am Tragekomfort der Series 12 gibt es weiterhin wenig auszusetzen. Die Uhr sitzt angenehm am Handgelenk, beim Laufen genauso wie im Alltag und in der Nacht. Auch an meinem eher schmalen Handgelenk hatte ich mit der größeren 46-mm-Variante keine Probleme. Die Armbänder lassen sich wie gewohnt einfach wechseln, bei mir ist ein Band im Einsatz, das ich schon seit einigen Jahren nutze. Wer bereits eine Apple Watch hat, kann seine Bänder also weiterverwenden.

Im Vergleich zur Ultra ist die Series 12 durch die geringere Größe dezenter und fällt am Handgelenk weniger auf. Gerade wer die Uhr auch im Büro oder zu schickeren Anlässen trägt, wird das zu schätzen wissen.

Series 12 oder Ultra 4?

Die Series 12 bringt vieles mit, vor allem die neue Herzfrequenzmessung, die sie mit der Ultra 4 teilt. Trotzdem gibt es einige Unterschiede, die für Läufer relevant sind. Der Series 12 fehlen:

  • Action-Button und Precision Start, es gibt nur einen 3-Sekunden-Countdown
  • Satellitenkommunikation und Sirene
  • Nachtmodus und das Modular- bzw. Waypoints-Zifferblatt
  • 6 statt 7 Datenfelder pro Sportmodus

 

Identisch sind bei beiden Modellen:

  • watchOS 27, S11-Chip und 64 GB Speicher
  • Neues Herzfrequenz-System, HRV, Readiness Score, Sleep Score und Hypertonie-Erkennung
  • Alle Sportmodi, Workout Buddy, Offline-Karten, Backtrack und Double Tap
  • Audio Intelligence mit Instant Shazam und Sound Recognition

 

Für dich als Läufer heißt das: Wenn dir 10 Stunden GPS und 1 bis 1,5 Tage Akku im Alltag reichen, ist die Series 12 die günstigere Option und bekommt die wichtigste Neuerung, die Herzfrequenzmessung, ohne Abstriche. Wer Ultras läuft, auf Mehrtagestouren unterwegs ist oder Funktionen wie Precision Start und Satellitenkommunikation braucht, ist mit der Ultra 4 besser beraten.

FAQ

Ist die Apple Watch Series 12 als Laufuhr geeignet?
Ja. Herzfrequenz, Durchschnitts- und Lap-Pace misst sie zuverlässig, strukturierte Workouts lassen sich erstellen oder importieren, und externe Sensoren sind schnell gekoppelt. Schwächen gibt es bei der Live-Pace in Intervallen, beim fehlenden Nachlaufen von GPX-Strecken in der Trainings-App und bei der Akkulaufzeit.

Wie genau ist die Herzfrequenzmessung beim Laufen?
In unserem Test lag die Übereinstimmung mit einem optischen Oberarmsensor von COROS in drei Einheiten zwischen 98,5 und 99,8 Prozent, die Durchschnittswerte wichen jeweils weniger als 1 bpm ab. Auch schnelle Wechsel im Intervalltraining bildete die Uhr ohne Verzug ab. Ein EKG-Brustgurt war nicht als Referenz dabei.

Kann die Series 12 Kadenz messen?
Ja. Bei gleichmäßigem Tempo liegt sie nah an einem Foot Pod, bei Tempowechseln und hohem Tempo weicht sie stärker ab. Im Test lag das Agreement zwischen 62,9 Prozent bei Tempoblöcken und 85,8 Prozent im Dauerlauf. Für Lauftechnik-Analysen im Tempo ist ein Foot Pod die bessere Wahl.

Wie lange hält der Akku der Series 12?
Apple gibt 24 Stunden im normalen Betrieb, bis zu 38 Stunden im Low-Power-Modus und 10 Stunden beim Outdoor-Training an. Im Test lag der Verbrauch beim Laufen bei etwa 8 Prozent pro Stunde, im Alltag musste die Uhr nach 1 bis 1,5 Tagen geladen werden.

Lohnt sich das Upgrade von Series 10 oder 11?
Meine Meinung: bedingt. Der große Fortschritt liegt in der besseren Herzfrequenzmessung. Wer viel nach Herzfrequenz trainiert, profitiert davon spürbar. Für alle anderen ist der Sprung eher klein.

Fazit

Die Apple Watch Series 12 ist ein gutes Update, und das vor allem wegen der neuen Herzfrequenzmessung. Im Test lag sie auf dem Niveau der COROS, auch bei schnellen Intervallen. Fürs Training ist die Uhr damit sehr gut nutzbar, solange man Intervalle nicht strikt nach Live-Pace steuert. Limitiert wird sie durch den Akku, der im Alltag etwa 1 bis 1,5 Tage hält, und Funktionen wie das Nachlaufen von GPX-Strecken in der Trainings-App würden ihr guttun. Damit bleibt die Series 12 eher eine Smartwatch als eine reine Laufuhr, ist als Laufuhr aber vollkommen tauglich.

Pro und Kontra zur Apple Watch Series 12

Pro:

  • Herzfrequenzmessung auf Niveau einer COROS mit Oberarmsensor, auch im Intervall
  • Zuverlässige Durchschnitts- und Lap-Pace
  • Strukturierte Workouts und Import aus TrainingPeaks
  • Externe Sensoren einfach koppelbar
  • Readiness Score mit nachvollziehbarer Begründung, HRV-Messung alle 5 Minuten
  • Angenehmer Tragekomfort, Armbänder einfach wechselbar
  • Schnellladefunktion

 

Kontra:

  • Live-Pace bei Tempowechseln unruhig und verzögert
  • Kadenz bei Tempowechseln ungenauer
  • Kein Precision Start und kein Multiband-GPS
  • GPX-Strecken nicht in der Trainings-App nachlaufbar
  • Akku muss im Alltag nach etwa 1 bis 1,5 Tagen ans Ladekabel

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.