Wer neu ins Lauftraining einsteigt, landet oft zuerst auf dem Laufband, unabhängig von Wetter, Tageslicht oder Verkehr lässt sich hier in einem kontrollierten Rahmen üben. Tempo und Steigung sind exakt einstellbar, das macht den Einstieg planbar. Worauf es dabei ankommt, erklären wir in diesem Artikel.
Warum sich das Laufband für den Einstieg eignet
Das Laufband nimmt Einsteigern einige Unsicherheiten ab, die beim Laufen im Freien schnell überfordern können. Tempo und Steigung lassen sich exakt festlegen und im Verlauf einer Einheit gezielt anpassen, statt sich an Gelände, Wind oder dem eigenen Gefühl orientieren zu müssen. Auch die Lauffläche selbst ist bereits werksseitig gedämpft und damit spürbar weicher als Asphalt. Das senkt die Belastung durch den reinen Bodenkontakt.
Gleichzeitig unterscheidet sich die Bewegung auf dem Laufband in einem Punkt vom Freilauf, der oft übersehen wird: Das Band zieht den Fuß aktiv unter dem Körper weg, während beim Laufen im Freien der Läufer sich selbst über den Boden bewegt. Dadurch fehlt die kurze Phase, in der sich der Bewegungsablauf beim Freilauf von selbst etwas entspannt. Gerade bei längeren Einheiten spüren manche Läufer das an Wade oder Sprunggelenk. Das ist kein Grund, auf das Laufband zu verzichten, aber ein guter Grund, sich am Anfang langsam heranzutasten.
Ein weiterer Unterschied betrifft das Raumklima. Wer im Fitnessstudio oder zu Hause läuft, trainiert meist in einem geschlossenen Raum mit schlechterer Luftzirkulation als draußen. Atmungsaktive Kleidung und, wenn möglich, ein Ventilator in Laufrichtung machen hier einen spürbaren Unterschied.
Steigung richtig einstellen
Ein Detail, das viele Einsteiger übersehen: Null Prozent Steigung auf dem Laufband entspricht nicht dem realen Laufen auf ebener Straße. Draußen muss der Körper zusätzlich Windwiderstand überwinden, diesen Effekt gibt es auf dem Laufband nicht. Als grober Ausgleich hat sich eine Steigung von ein bis zwei Prozent etabliert. Für lockere Dauerläufe reicht das meist aus, um dem Laufgefühl draußen näherzukommen, ohne die Belastung spürbar zu erhöhen.
Für Einsteiger ist es sinnvoll, mit der niedrigeren Einstellung von einem Prozent zu beginnen und sich erst mit wachsender Lauferfahrung an höhere Werte heranzutasten. Wer gezielt auf einen Lauf mit Höhenmetern trainieren möchte, kann die Steigung im weiteren Trainingsverlauf gezielt höher wählen.
Tempo und Belastung dosieren
Beim Laufband gibt das Display ein festes Tempo vor, das kontinuierlich gehalten werden muss. Das unterscheidet sich vom Freilauf, wo sich Tempoänderungen intuitiv und schrittweise ergeben. Für den Einstieg empfiehlt sich deshalb ein bewusst niedriger angesetztes Tempo, bei dem sich noch ohne Anstrengung sprechen lässt. Das Tempo lässt sich in kleinen Schritten von 0,2 bis 0,5 km/h steigern, sobald sich die Einheit konstant locker anfühlt.
Wichtiger als ein schnelles Anfangstempo ist eine gleichmäßige Belastungssteuerung über die gesamte Trainingsdauer. Viele Einsteiger orientieren sich zu stark am Display statt am eigenen Körpergefühl und laufen dadurch entweder zu schnell an oder verändern ihre Haltung, um mit dem vorgegebenen Tempo mitzuhalten. Eine aufrechte, entspannte Körperhaltung sollte bei jeder Geschwindigkeit Priorität haben.
Typische Anfängerfehler
Zu intensiv starten: Der häufigste Fehler ist ein zu hohes Anfangstempo, oft aus dem Wunsch heraus, sich am ersten Lauf gleich zu beweisen. Das führt schneller zu Erschöpfung und erhöht das Risiko, die Motivation nach kurzer Zeit wieder zu verlieren.
Steigung dauerhaft auf null lassen: Ohne die leichte Steigung zum Ausgleich des fehlenden Windwiderstands fühlt sich das Laufband leichter an als der Lauf draußen, was zu einem verzerrten Gefühl für das eigene Leistungsniveau führen kann.
Sich am Geländer festhalten: Wer sich während des Laufens am Handlauf abstützt, verändert die eigene Lauftechnik und Körperhaltung spürbar. Das Geländer sollte höchstens zum Ein- und Aussteigen genutzt werden, nicht während des Laufens selbst.
Zu viel Zeit mit der Schuhwahl verbringen: Einsteiger neigen dazu, sich bei der Schuhwahl an der eigenen Fußstellung zu orientieren, in der Annahme, dies senke das Verletzungsrisiko deutlich. Die aktuelle Studienlage zeigt jedoch, dass eine sehr gezielte Schuhauswahl anhand von Fußstellung oder Lauftyp nur einen geringen bis keinen nachweisbaren Effekt hat. Wichtiger ist ein gut sitzender, bequemer Schuh, mehr dazu in unserem Artikel zu Laufschuhen für Einsteiger.
Fazit
Das Laufband ist für den Einstieg ins Lauftraining gut geeignet, weil sich Tempo und Steigung exakt steuern lassen und die Lauffläche bereits gedämpft ist. Wer die Steigung nicht dauerhaft auf null lässt, das Anfangstempo bewusst niedrig hält und auf eine aufrechte Haltung statt aufs Display achtet, holt aus dem Training das meiste heraus. Welche Schuhe sich fürs Laufband eignen, behandeln wir separat in unserem Artikel zur Schuhwahl fürs Laufband.

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