Laufschuhe fürs Laufband: Braucht man wirklich spezielle Schuhe?

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Wer regelmäßig auf dem Laufband trainiert, stellt sich früher oder später die Frage, ob die gewohnten Straßenlaufschuhe überhaupt geeignet sind oder ob es spezielle Indoor-Schuhe braucht. Die kurze Antwort: In den meisten Fällen reichen die vorhandenen Straßenlaufschuhe völlig aus. Worauf es trotzdem ankommt, erklären wir in diesem Artikel.

Straßenlaufschuhe funktionieren auf dem Laufband, Trailschuhe eher nicht

Die meisten Straßenlaufschuhe sind für geschmeidige, wiederholte Vorwärtsbewegungen konzipiert, genau das, was auch auf dem Laufband gebraucht wird. Wer bereits gute Straßenlaufschuhe besitzt, kann sie ohne Bedenken auf dem Laufband tragen. Anders sieht es bei reinen Trailschuhen aus. Sie sind in der Regel schwerer, haben eine dickere, aggressivere Außensohle mit tiefem Stollenprofil, das auf dem glatten Laufband keinen zusätzlichen Nutzen bringt, sondern eher unnötig Gewicht und Steifigkeit mitbringt. Wer ausschließlich Trailschuhe besitzt, sollte sich für regelmäßiges Laufbandtraining eher ein Paar klassische Straßenlaufschuhe zulegen.

Was sich zwischen Laufband und Straße tatsächlich unterscheidet

Die Lauffläche eines Laufbands ist bereits werksseitig gedämpft und damit spürbar weicher als Asphalt oder Beton. Das bedeutet, dass die Anforderungen an die Sohlendämpfung des Schuhs etwas geringer ausfallen können als beim reinen Straßenlauf. Gleichzeitig gibt es einen Belastungsunterschied, der oft übersehen wird: Beim Laufen im Freien bewegt sich der Läufer aktiv über den Boden, auf dem Laufband dagegen zieht das Band den Fuß kontinuierlich unter dem Körper weg. Das führt zu einer etwas anderen Belastungsverteilung bei jedem Schritt, gerade bei längeren Einheiten spüren manche Läufer das an Sprunggelenk oder Wade.

Ein weiterer Unterschied betrifft das Raumklima. Wer im Fitnessstudio oder zu Hause auf dem Laufband trainiert, läuft in einem geschlossenen Raum mit oft schlechterer Luftzirkulation als draußen. Das macht die Atmungsaktivität des Schuh-Obermaterials wichtiger, als es beim Freilauf der Fall wäre, da der Fuß insgesamt stärker aufheizt.

Worauf es beim Laufbandschuh ankommt

Dämpfung: Da die Lauffläche selbst bereits einen Teil der Stoßdämpfung übernimmt, muss der Schuh diese Aufgabe nicht allein bewältigen. Ein ausgewogen gedämpfter Daily Trainer ist für die meisten Läufer völlig ausreichend, ein extrem weicher Maximaldämpfungsschuh bringt auf dem Laufband keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber der Straße.

Atmungsaktivität: Wegen der oft schwächeren Luftzirkulation im Innenraum lohnt sich ein Obermaterial mit gutem Mesh-Anteil, das Wärme und Feuchtigkeit zuverlässig nach außen abgibt.

Passform: Wie bei jedem Laufschuh gilt, dass ausreichend Platz im Zehenbereich wichtig ist, da sich der Fuß beim Laufen ausdehnt. Ein zu eng sitzender Schuh macht sich auf dem Laufband besonders unangenehm bemerkbar, da hier über einen längeren Zeitraum ein sehr gleichmäßiger, sich wiederholender Bewegungsablauf stattfindet.

Außensohle: Für das Laufband braucht die Sohle keine besondere Griffigkeit oder Verstärkung gegenüber unebenem Terrain, wie es bei Trailschuhen der Fall wäre. Eine klassische Straßenlaufsohle reicht völlig aus.

Braucht es wirklich einen eigens ausgewählten Laufband-Schuh?

Nein, ein separat für das Laufband gekaufter Schuh ist für die meisten Läufer nicht notwendig. Wer bereits einen gut sitzenden, ausgewogen gedämpften Straßenlaufschuh besitzt, kann diesen bedenkenlos für Laufbandeinheiten weiternutzen. Auch die aktuelle Studienlage zu Laufschuhen insgesamt zeigt, dass eine sehr gezielte Schuhauswahl anhand von Fußstellung oder Lauftyp nur einen geringen bis keinen nachweisbaren Effekt auf das Verletzungsrisiko hat. Wichtiger als die Wahl eines hochspezialisierten Modells ist meist, dass der Schuh gut passt und sich beim Laufen angenehm anfühlt.

Fazit

Für das Laufbandtraining braucht es in der Regel keine gesonderte Schuhauswahl. Ein guter, gut sitzender Straßenlaufschuh mit ausgewogener Dämpfung und atmungsaktivem Obermaterial deckt die Anforderungen des Laufbands vollständig ab. Wer bislang nur Trailschuhe besitzt, profitiert von einem zusätzlichen Paar klassischer Straßenlaufschuhe, nicht wegen des Laufbands an sich, sondern weil Trailschuhe grundsätzlich nicht für glatte, ebene Lauffläche konstruiert sind.


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