Puma Fast-R Nitro Elite 3 seitliche Ansicht Carbon-Racer

Puma Fast-R Nitro Elite 3 im Test: Einer der schnellsten Racer am Markt

Daten und Preis: Was steckt im Fast-R 3?

Im Puma Line-up ist der Fast-R 3 klar das Spitzenmodell in Sachen Performance. Eine Stufe darunter steht der Deviate Nitro Elite 4, ebenso schnell, aber für eine breitere Zielgruppe konzipiert, für das Training folgt der Deviate Nitro 4. Bauhöhe 40 mm in der Ferse, damit am erlaubten Maximum, Sprengung 8 mm. In EU 42 wiegt der Schuh 170 Gramm, preislich bewegt sich der Schuh mit 300 Euro im oberen Spitzenbereich.

Bereits das Design spricht für sich: eine geteilte Mittelsohle mit Nitro Elite Foam und eine durchgehende, stark geschwungene PWRPLATE aus Carbon, die im Vorfuß über die Zehen hinausragt. Dazu ein extrem dünnes Ultraweave Obermaterial.

Puma Fast-R Nitro Elite 3 geteilte Mittelsohle freiliegende PWRPLATE Detail

Ultraweave-Upper und Passform: Minimalistisch und kompakt

Ultraweave Mesh bildet die Grundlage des Uppers, extrem dünn, flexibel und nahezu ohne Flüssigkeitsaufnahme. Ebenfalls sehr dünn ist die Zunge, sie kommt ohne Polsterung aus, dennoch gibt es keine Reibung oder Druckpunkte. Problemlos funktioniert die Schnürung, der Schuh sitzt kompakt im Mittelfuß und lässt im Vorfuß genug Freiraum, was auf langen Distanzen bei anschwellendem Fuß hilfreich ist. Im Abschluss leicht strukturiert ist die Ferse, eine große, führende Fersenkappe gibt es aber nicht, im Kragen sitzt eine dezente Polsterung für sicheren Halt und minimalen Komfort.

Trotz seiner Leichtigkeit fühlt sich der Schuh am Fuß organisch und bequem an, ohne auf übermäßige Polsterung zu setzen. Meine Puma-Laufschuhgröße hat sehr gut gepasst, auch in der Länge stimmig. Wer das Gefühl von zu viel Platz in der Länge hat, kann eine Nummer kleiner probieren, sollte dabei aber die ohnehin schmale Passform im Mittelfuß im Blick behalten.

Puma Fast-R Nitro Elite 3 Ultraweave-Upper dünne Zunge Detailansicht

Mittelsohle: Nitro Elite Foam trifft verlängerte PWRPLATE

Schon im Design ist die Mittelsohle einzigartig, die geteilte Materialschicht und die freiliegende Carbonplatte sprechen für sich. Nitro Elite Foam auf Aliphatic-TPU-Basis liefert eine Mischung aus Bounce und Gleichmäßigkeit, die das Laufgefühl sehr speziell macht. Bis über die Zehen hinaus reicht die stark geschwungene Carbonplatte, was den Abdruck nochmal intensiviert.

Unter der Ferse ist der Materialaufbau minimal, praktisch kaum vorhanden. Gewicht spart das, passt aber auch zum grundsätzlichen Laufstil, den der Schuh verlangt, nämlich über Mittel- und Vorfuß. Insgesamt ein Setup, das konsequent auf maximale Performance ausgelegt und sehr harmonisch abgestimmt ist.

Außensohle: Puma Grip, aber dünn aufgetragen

Puma Grip gehört zu den besten Materialien am Markt, und das bestätigt sich auch hier. Sehr gut ist der Grip, er greift auf gängigen Stadtuntergründen zuverlässig, auch bei Nässe. Vergleichsweise dünn ist die Materialschicht allerdings, wie sich das nach 400 oder mehr Kilometern entwickelt, bleibt abzuwarten. Für den vorgesehenen Einsatzzweck gibt es an der Abdeckung aber nichts zu beanstanden.

Laufgefühl: Maximaler Antrieb mit klaren Anforderungen

Ebenso auffällig wie das Design ist das Laufgefühl, aber durchweg positiv. Bei jedem Schritt gibt es viel Antrieb, man kommt sehr gut ins Rollen und kann sich voll aufs Laufen konzentrieren. Einen sehr effizienten Laufstil unterstützt der Fast-R 3 vor allem durch die Nitro-Elite-Mischung, die in Kombination mit der Platte snappy und bouncy zugleich wirkt. Nochmal intensiver macht die verlängerte Carbonplatte den Abdruck, was antreibt und viel Laufspaß macht, vorausgesetzt man kommt mit dem Charakter zurecht.

Genau das ist der größte Haken: Ein Laufstil über die Ferse ist praktisch nicht möglich, da dort kaum Material vorhanden ist. Auch die Abnutzung leidet bei Fersenkontakt deutlich. Zusätzlich fordert das intensive Abdruckgefühl die Muskulatur, selten hatte ich nach einer Einheit mit einem Schuh so feste Waden. Nicht negativ zu werten ist das, sollte aber unbedingt eingeplant werden. Als Racer richtet sich der Fast-R 3 an erfahrene Läufer, die genau wissen, was sie auf der Strecke tun, ideal für Marathon-Zielzeiten unter drei Stunden mit einem Laufstil, der klar auf Vorfuß, allenfalls noch Mittelfuß, ausgelegt ist. Wer den Schuh neu hat, sollte sich mit diesem Schuh nicht direkt an den Marathonstart stellen, sondern sich über 5K, 10K und Halbmarathon herantasten. Zu beachten ist außerdem, dass der Schuh in Kurven etwas Radius braucht und damit nicht zu den agilsten Modellen am Markt zählt.

Puma Fast-R Nitro Elite 3

Fast-R 3 vs. Deviate Nitro Elite 4 und Mizuno Hyperwarp Elite

Wer den Fast-R 3 als zu aggressiv oder riskant empfindet, findet mit dem Puma Deviate Nitro Elite 4 eine Alternative, die deutlich mehr Führung und Halt mitbringt, ebenfalls sehr schnell ist und für Marathon-Zielzeiten bis zu vier Stunden geeignet bleibt, einer unserer aktuellen Favoriten am Markt.

In eine vergleichbare Richtung geht vom Laufgefühl her auch der Mizuno Hyperwarp Elite, ebenfalls leicht, dabei aber mit mehr Stabilität und Führung.

GEWICHT ♂ 170 g
GEWICHT ♀ 170 g
SPRENGUNG 8 mm
FERSENHÖHE 40 mm
PREIS UVP 300 €
Fast-R Nitro Elite 3

Puma Fast-R Nitro Elite 3

5.0/5

Vorteile

  • Extrem effizienter Antrieb durch Nitro Elite Foam und verlängerte Carbonplatte
  • Sehr geringes Gewicht bei maximal erlaubter Bauhöhe
  • Zuverlässiger Grip auch bei Nässe
  • Angenehmes, organisches Trageempfinden trotz minimaler Polsterung

Nachteile

  • Laufstil über die Ferse praktisch nicht möglich
  • Hohe muskuläre Belastung, besonders in der Wadenmuskulatur
  • Wenig agil in engen Kurven

Für wen ist der Puma Fast-R Nitro Elite 3 geeignet?

Ein genialer Carbon Racer ist der Fast-R 3, aber eben nicht für jeden. Wer ihn laufen kann, wird damit sicher extrem glücklich. Für Läufer mit Vorfuß- bis Mittelfußlaufstil und Marathon-Zielzeiten unter drei Stunden ist er eine der schnellsten Optionen überhaupt, für Fersenläufer oder Einsteiger in den Carbon-Bereich dagegen wenig geeignet. Preislich liegt er mit 300 Euro im absoluten Spitzenbereich, was angesichts der Materialien und der Performance nachvollziehbar ist. Wer sich unsicher ist, ob der aggressive Charakter passt, findet mit dem Deviate Nitro Elite 4 eine zugänglichere Alternative aus demselben Haus.

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.

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