Nike Apex Nike ALphafly 4 Nike Swooshfly

Nike stellt neues Race-Day-System vor: Apex, Alphafly 4 und Swooshfly

Nike positioniert drei Wettkampfschuhe künftig als aufeinander abgestimmtes System statt als reine Modellhierarchie: den bereits vorgestellten Alphafly 4 in der mittleren Position, dazu neu den Nike Apex als Topmodell für Marathon-Racing sowie den Swooshfly als Einstiegsmodell in die Super-Shoe-Kategorie. Alle drei sollen unterschiedliche Zielgruppen bedienen, von Erstteilnehmern an einem Rennen bis zu Marathonläufern im Grenzbereich.

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Nike Alphafly 4: Die mittlere Position im System

Der Alphafly 4 war bereits vor der Ankündigung von Apex und Swooshfly bekannt und übernimmt im neuen System die mittlere Position zwischen den beiden neuen Modellen. Mittelsohle bleibt auf ZoomX-Basis, ergänzt um eine neue, leichtere Variante namens ZoomX LT, die laut Nike ober- und unterhalb der Carbon-Flyplate verbaut wird, bis zu 17 Prozent leichter sein soll als reguläres ZoomX und dabei 8 Prozent mehr Energierückgabe bringt. Die Flyplate selbst ist breiter geworden, dazu kommt ein aggressiverer Rocker und ein überarbeiteter Vorfußbereich. Neu sind laut Nike auch die Air-Zoom-Einheiten, erstmals in der Modellgeschichte überarbeitet, weicher und leiser im Abrollen.

Gewicht liegt bei rund 188 Gramm (Herren US 8,5), Bauhöhe bei 39 Millimetern Ferse und 31 Millimetern Vorfuß, macht 8 Millimeter Sprengung, damit weitgehend unverändert gegenüber dem Alphafly 3. Der Preis liegt bei rund 280 Euro. Verfügbar ist der Alphafly 4 ab dem 17. September zunächst limitiert über nike.com, ab dem 29. Oktober folgt die breitere Verfügbarkeit.

Nike Alphafly 4 seitliche Ansicht Carbon-Racer

Nike Apex: Neues Topmodell mit Zero-Drop-Geometrie

Nike Apex

Der Apex soll laut Nike das bisher größte Update in der Marathon-Racing-Reihe sein. Mittelsohle ist ZoomX LT, eine laut Nike weichere, leichtere Variante des bekannten ZoomX-Schaums mit mehr Energierückgabe. Dazu kommt eine überarbeitete Carbon-Flyplate mit gewellter Struktur. Auffällig ist die Bauhöhe von 40 Millimetern bei einer Sprengung von 0 Millimetern, Ferse und Vorfuß liegen damit auf gleicher Höhe. Das wäre ein deutlicher Bruch mit den bisherigen Nike-Wettkampfschuhen, die klassisch mit Sprengungen um 4 Millimeter arbeiten.

Nike Apex - doppel Air Zoom

Im Vorfuß sitzen laut Nike zwei doppelt gestapelte Air-Zoom-Einheiten. Zusammen mit dem neuen Schaum soll das Gewicht gegenüber dem Alphafly 3 um mehr als 10 Prozent sinken und die Energierückgabe laut Nike um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Alphafly 3 (Herren Größe US 10) steigen. Außensohle kombiniert GOATEK mit einer Fast-Shot-Komponente. GOATEK stammt ursprünglich aus dem Trail-Bereich, wo es bei ACG-Modellen wie dem kürzlich vorgestellten Picklejus für Grip auf nassem und losem Untergrund entwickelt wurde. Dass die Technologie nun auch in einem Straßen-Racer auftaucht, ist ungewöhnlich genug, dass wir das im Auge behalten, ob es sich tatsächlich um dieselbe Sohlenkonstruktion handelt oder nur um eine Namensübernahme. Obermaterial ist ein Flyknit-X-Gewebe, dazu ein anliegender Strickkragen, eine separate Einlegesohle entfällt.

Verfügbar sein soll der Apex ab Januar 2027 über nike.com und ausgewählte Händler. Zum Preis macht Nike keine Angaben.

Nike Apex

Nike Swooshfly: Einstieg in die Super-Shoe-Kategorie

Nike Swooshfly

Der Swooshfly richtet sich laut Nike an Läuferinnen und Läufer vor ihrem ersten Rennen oder mit einem neuen persönlichen Ziel, positioniert als zugänglicherer Einstieg in die Super-Shoe-Kategorie. Mittelsohle ist der neue, supercritical Nike-SkyX-Schaum, kombiniert mit einer angepassten Carbon-Flyplate. Nike gibt eine um bis zu 16 Prozent höhere Energierückgabe gegenüber dem Vaporfly 4 an (Herren Größe US 10). Zusätzlich kommt eine Einlegesohle aus demselben supercritical Schaum sowie eine verstärkte Fersenkappe für mehr Halt zum Einsatz.

Nike Swooshfly

Das Obermaterial ist ein transluzentes, gewebtes Vaporweave, die Außensohle nutzt eine Zweikomponenten-Gummimischung mit GOATEK-Element im Vorfuß, also derselben Technologie, die auch beim Apex zum Einsatz kommt. Dazu kommen ein Mittelfußband, wettkampfspezifische Schnürsenkel und ein gepolsterter Kragen.

Der Swooshfly startet zunächst im Februar 2027 in China, die globale Verfügbarkeit folgt im Frühjahr 2027 über nike.com und ausgewählte Händler. Einen konkreten Preis nennt Nike nicht, verspricht aber eine Positionierung unterhalb der bisherigen Nike-Wettkampfmodelle.

Nike Swooshfly

Die Daten im Überblick

Modell Gewicht Bauhöhe Sprengung Release
Nike Alphafly 4 208g (EU 44) 39 mm Ferse / 31 mm Vorfuß 8 mm 17. September 2026 (limitiert), 29. Oktober 2026 (breit)
Nike Apex 187g (EU 44) 40 mm Ferse / 40 mm Vorfuß 0 mm Januar 2027
Nike Swooshfly 208g (EU 44) 37 mm Ferse / 31 mm Vorfuß 8 mm Februar 2027 (China), Frühjahr 2027 (global)

Einordnung: Was auffällt und was offen bleibt

Mit Apex und Swooshfly ergänzt Nike den Alphafly 4 um ein Modell für den absoluten Leistungsbereich und eines für den Einstieg, während der Alphafly 4 die mittlere Position im Line-up übernimmt und mit 188 Gramm, 39/31 Millimetern Bauhöhe und rund 280 Euro als einziges der drei Modelle bereits vollständig beziffert ist. Technisch fallen bei den beiden neuen Modellen vor allem zwei Punkte auf: die Zero-Drop-Geometrie des Apex, die von den bisherigen Nike-Racern abweicht, und die Übertragung von GOATEK vom Trail- in den Straßenbereich. Beide Punkte lassen sich erst mit weiteren Details oder im Test wirklich einordnen. Preise nennt Nike für Apex und Swooshfly bislang nicht, das erschwert eine Einordnung in die bestehende Preislandschaft der Kategorie zusätzlich.

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.