Vergleich der New Balance SC Rebel v1 und SC Elite v6 Laufschuhe.

New Balance SC Rebel v1 vs. SC Elite v6: Tempo-Trainer gegen Wettkampf-Racer

New Balance hat mit dem SC Rebel v1 und dem SC Elite v6 zwei neue Laufschuhe vorgestellt, die beide klar für Geschwindigkeit stehen. Im direkten Vergleich schauen wir uns an, wo sich die beiden unterscheiden und wo jeder von beiden am besten funktioniert.

New Balance SC Rebel - Banner

SC Rebel v1 vs. SC Elite v6: Einordnung und Unterschiede auf einen Blick

Der SC Rebel v1 lässt sich als Tempo- beziehungsweise Supertrainer einordnen, der Übergang zwischen Daily Trainer und Racing. Für den reinen Wettkampfbereich kommt der SC Elite zum Einsatz, der schnellste Laufschuh aus dem Hause New Balance, der wie seine Vorgänger für maximale Geschwindigkeit steht.

Beide Laufschuhe teilen sich eine Fersenhöhe von 40mm. Beim Rebel v1 ergibt der Vorfuß mit 36mm eine Sprengung von 4mm. Der SC Elite kommt dagegen auf eine Sprengung von 8mm bei 32mm im Vorfuß. Auch beim Gewicht unterscheiden sich die Modelle deutlich: Der Rebel wiegt rund 218 Gramm in der Herrenmustergröße, der Elite ist mit rund 198 Gramm spürbar leichter. Preislich liegt der Rebel v1 bei 210 Euro, der Elite bei 280 Euro.

New Balance SC Rebel v1: Upper, Passform und Platte

Beim Upper kommt FantomFit in einer etwas komfortableren Ausführung zum Einsatz als beim Elite. Ein dünnes Mesh-Material ist mit einer skelettartigen Struktur kombiniert, die Halt gibt, ergänzt durch eine gut gepolsterte Zunge und eine nicht zu minimalistische Fersenpartie. In Kombination mit der Schnürung entsteht ein sehr guter Lockdown, wobei der Schuh klar in Richtung Geschwindigkeit statt maximalem Komfort ausgelegt ist. Auffällig ist die Passform: Der Rebel fällt für einen New Balance Laufschuh relativ schmal aus, gerade im Vorfußbereich schmaler als der Elite. Wer einen breiteren Fuß hat, sollte vor dem Kauf unbedingt anprobieren.

In der Mittelsohle kommt das Infinion Foam zum Einsatz, bekannt aus dem 1080, hier aber in einer deutlich reaktiveren Mischung. Die Platte ist carbonverstärkt, aber nicht komplett steif, sie lässt sich mit etwas Kraft noch flexen, sowohl im Vorfuß als auch im Mittelfuß. Das macht den Schuh zugänglicher und reduziert den Impact auf die Muskulatur, unterstützt aber weiterhin den Abdruck nach vorn. Die Platte sitzt ganz unten im Vorfußbereich, sodass zunächst Mittelsohlenmaterial verdrängt wird, bevor sie greift. Aussparungen in der Platte reduzieren zusätzlich die Steifigkeit. Ein Energie-Arc-System verbindet Carbonplatte, Mittelsohlenmaterial und einen Hohlraum, um den Vortrieb weiter zu unterstützen. Ein geschwungener Vorfußaufbau sorgt für zusätzliche Dynamik.

Die Außensohle bringt etwas mehr Material im Vorfußbereich mit, was aufgrund der dort sitzenden Platte sinnvoll ist. Auch die Fersenaußenseiten sind gut abgedeckt. Ein Durchdrücken der Platte bei kleinen Steinen war im Test nicht spürbar, was positiv überrascht hat. Der Grip war sehr überzeugend.

Im Laufgefühl bringt der Rebel gute Dämpfung und angenehme Dynamik bei jedem Schritt mit, möchte dabei aber immer etwas aktiver getreten werden, statt bei entspanntem Tempo gelaufen zu werden. Das liegt an Rockergeometrie und Platte. Über die Ferse lässt sich der Schuh zwar laufen, andere Modelle funktionieren dafür aber besser. Sobald man aktiv über Mittel- und Vorfuß läuft, zeigt der Schuh, was er kann: kontrolliert, mit angenehmer Dämpfung und spürbarem Vortrieb, sobald das Material im Vorfuß verdrängt ist und die Platte greift.

Einsatzbereich: ideal bei flotteren Dauerläufen, Tempodauerläufen und im Intervalltraining bei längeren Wiederholungen von 800 Metern bis zu einem Kilometer. Auch kurze Sprints am Ende eines längeren Laufs funktionieren mit angenehmer Aggressivität. Für Läufer, die keinen so minimalistischen und steifen Schuh wie den Elite wollen, aber trotzdem im Wettkampf unterwegs sein möchten, ist der Rebel ideal, besonders bei Marathon-Zielzeiten zwischen drei und vier Stunden. In Sachen Pace würde ich ihn von entspannten 5:20 bis 5:30 min/km bis hinunter zur Schwelle um 4:00 min/km tragen. Insgesamt ist der Einsatzbereich sehr breit.

New Balance SC Rebel
New Balance SC Rebel
MarkeNew Balance
Gewicht♂ 218g  ♀ 174g
Sprengung4 mm
Fersenhöhe40 mm
Preis UVP210 €

* Affiliate-Links. Keine Mehrkosten für dich.

New Balance SC Elite v6: Leichter, steifer, aggressiver

Auch beim Upper setzt der Elite auf FantomFit, aber konsequent auf Leichtigkeit getrimmt. Das Mesh ist gröber und dünner, dadurch atmungsaktiver, mit weniger Polsterung als beim Rebel. Auffällig gut gelöst ist die Fersenpartie, die für einen Carbon-Racer erstaunlich gut gepolstert ist und viel Tragekomfort bietet, gerade wichtig auf langen Distanzen wie dem Marathon. Die Passform ist im Vorfußbereich breiter als beim Rebel und auch breiter als beim Vorgänger Elite v5. Mit schmalem, flachem Fuß gab es beim Schnüren trotzdem keine Probleme.

In der Mittelsohle kommt ebenfalls Infinion Foam zum Einsatz, im Mittelfußbereich wurde Material eingespart, um Gewicht zu reduzieren. Die Carbonfaserplatte sitzt zwischen den beiden Materialschichten, im Vorfuß nicht zu hoch, sondern etwas tiefer, was Führung und Abrollverhalten unterstützt. Die Platte ist spürbar steifer als beim Rebel, eine echte Vollcarbonplatte, die gegenüber der Vorversion im Vorfuß nochmal steifer wurde. Mittelfuß und Ferse fallen etwas schmaler aus als beim Rebel, bringen aber weiterhin angenehme Stabilität für die Kategorie mit. Im Vergleich wirkt der Elite insgesamt aggressiver und minimalistischer, ausgelegt auf einen Lauf über Mittel- und Vorfuß, um von der Technologie wirklich zu profitieren.

Die Außensohle ist eine relativ dünne, direkt in das Infinion Foam eingelassene Gummimischung, die die typischen Stellen eines Carbon-Racers abdeckt, vor allem Vorfuß und Fersenaußenseiten. Der Grip war im Test durchgehend zuverlässig.

Im Laufgefühl ist der Elite auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, leichter und minimalistischer am Fuß, mit einer deutlich steiferen Platte im direkten Vergleich zum Rebel. Die Dämpfung ist im Vorfuß etwas weicher als beim Rebel, was man beim Laufen spürt, dennoch liefert die Platte einen sehr guten Pop und Antrieb im Vorfuß, unterstützt durch die tiefere Position der Platte, die zusätzliche Führung und Stabilität bringt.

Einsatzbereich: der Schuh für spezifische Wettkampfeinheiten im Training und für den Wettkampf selbst, ideal auf längeren Distanzen von Halbmarathon bis Marathon. Den Elite setze ich primär ab einer Pace von 4:15 min/km ein, und dann vor allem, wenn es im Training oder Wettkampf richtig schnell wird.

New Balance SC Elite v6
New Balance SC Elite v6
MarkeNew Balance
Gewicht♂ 198g  ♀ 154g
Sprengung8 mm
Fersenhöhe40 mm
Preis UVP280 €

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Rotation: Rebel v5, SC Rebel, 1080 und SC Elite

Für entspannte, tägliche Einheiten bleibt der Rebel v5 die passende Wahl, leicht, gut gedämpft und komfortabel, ideal für lockere Einheiten bis 15 bis 20 Kilometer, mit der Möglichkeit, gelegentlich auch ins Tempo zu wechseln.

Für Long Runs gibt es zwei Optionen. Der SC Rebel funktioniert variabel bis zur Marathondistanz und lässt sich mit der Geschwindigkeit gut variieren. Alternativ eignet sich der aktuelle 1080 mit Infinion Foam, der ebenfalls deutlich mehr Dynamik mitbringt als seine Vorgänger. Für Long Runs bis 35 oder 40 Kilometer ohne Platte ist der 1080 eine sehr gute Wahl, mit mehr Komfort und einem spannenderen Laufgefühl als frühere Versionen.

Am Wettkampftag stehen zwei Optionen zur Wahl. Der SC Rebel funktioniert auf allen Distanzen im Wettkampf, bringt gute Dynamik mit, ist aber nicht so aggressiv wie der Elite. Wenn es dagegen um die absolute Bestleistung geht, um jede Sekunde und eine neue Bestzeit, ist der SC Elite das passende Modell, das maximale Geschwindigkeit und Leichtigkeit liefert.

Kaufempfehlung: SC Rebel v1 oder SC Elite v6?

New Balance hat mit dem SC Rebel und dem SC Elite zwei spannende, gut aufeinander abgestimmte Laufschuhe im Sortiment. Der SC Rebel ist extrem vielseitig und bringt viel Dynamik mit, für alle, die einen zugänglichen Übergang zwischen Training und Wettkampf suchen. Wer dagegen das Maximum an Geschwindigkeit will, greift zum SC Elite. In Kombination mit dem Rebel v5 und dem 1080 ergibt sich eine sehr runde Laufschuh-Rotation, die durch viele Trainingseinheiten trägt und am Wettkampftag den passenden Schuh bereithält.

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.
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