Apple Watch Ultra im Test

Apple Watch Ultra im Test

Mit der Apple Watch Ultra hat Apple eine neue Smartwatch mit der Ausrichtung auf Ausdauersportler vorgestellt. Neben ihrem markanten Design gibt es so einige neue Features und auch Watch OS 9 hat viele Neuerungen für Läufer parat. In den letzten Wochen habe ich die Ultra ausgiebig getestet.

Das neue Apple Watch Line-Up

Ganz klar, die Ultra nimmt die Spitzenposition unter den aktuellen Apple Watch Modellen ein. Darüber hinaus hat Apple die Series 8 und die SE aktualisiert. Die Preise starten bei der SE ab 299 €, bei der Series 8 ab 499 € und bei der Ultra liegt dieser bei 999 €. Dementsprechend unterscheiden sich die Uhren anhand von verschiedenen Hardware Features. Im Folgenden findest du eine kompakte Übersicht darüber. Noch detaillierte Infos erhältst du natürlich bei Apple unter folgendem Link.

Apple Watch UltraApple Watch Series 8Apple Watch SE
Größe49 mm Gehäuse
Titan
41 oder 45 mm Gehäuse
Aluminium oder Edelstahl
40 oder 44 mm Gehäuse
Aluminium
SchutzStaubgeschützt nach IP6X
Nach MIL‑STD 810H getestet
Staubgeschützt nach IP6XStaubgeschützt nach IP6X
Nach MIL‑STD 810H getestet
Helligkeit Bis zu 2.000 Nits HelligkeitBis zu 1.000 Nits HelligkeitBis zu 1.000 Nits Helligkeit
Blutsauerstoff SensorXX-
Elektrischer Herzsensor (EKG)XX-
TemperaturerkennungXX-
GPSL1 und L5 GPS, GLONASS, Galileo, QZSS und BeiDouL1 GPS, GLONASS, Galileo, QZSS und BeiDouL1 GPS, GLONASS, Galileo und QZSS
BatterieBis zu 36 Stunden
Schnellladefunktion
Bis zu 18 Stunden
Schnellladefunktion
Bis zu 18 Stunden
Apple Watch Ultra
Größenvergleich von Series 7 und Ultra

Was zeichnet die Apple Watch Ultra aus?

Von dem Namenzusatz Ultra erwartet man natürlich einiges und dabei ziele ich nicht nur auf die Akkulaufzeit ab. Das komplette Gehäuse ist auf Robustheit ausgelegt und alles ist eine Ecke größer als bei der herkömmlichen Apple Watch. Ein flaches Saphirglas schützt vor Stößen. Sie besitzt einen Wasserschutz bis zu 100 m, ist staubgeschützt nach IP6X und wurde allgemein nach US Militärstandards getestet. Das Display weist eine Helligkeit von 2.000 Nits auf und lässt sich damit stets gut ablesen. Dennoch fühlt sich die Ultra mit ihrem Titangehäuse keineswegs klobig an am Handgelenk. Trotz meiner sehr schmalen Handgelenke hab ich mich schnell an das Tragegefühl gewöhnt und nutze sie seitdem sehr gern im Alltag. Mit den neuen Armbändern wird dies natürlich angenehm unterstützt. Während meines Testzeitraums hatte ich das Alpine Loop oder das Sport Loop im Einsatz.

Apple Watch Ultra
Alpine Loop Band von Apple

Im Inneren sitzt ein präziserer Dual-Frequenz GPS Sensor (im Vergleich zur Series 8), ein Akku mit bis zu 36 Stunden Laufzeit, ein Tiefenmesser und natürlich auch ein LTE Chip. Die Sensoren am Handgelenk ermöglichen in erster Linie die HerzfrequenzMessung, darauf aufbauend auch die Bestimmung des Blutsauerstoffs sowie die Temperaturerkennung. An dieser Stelle könnte man noch deutlich weiter ausholen, aber für mich stellt dies die wichtigsten Features für Läufer dar. Als besonderes neues Feature ist allerdings der neue Actionbutton zu nennen. Damit ist es möglich, ein individuelle Funktion zu hinterlegen und direkt zu nutzen. Bei mir startet dadurch meine Laufaufzeichnung mit nur einem Knopfdruck, sodass ich während einer Einheit schnell und einfach meine Runden stoppen kann. Durch die markante Ausprägung lässt sich der Knopf auch bei einer hohen Atemfrequenz stets sicher finden und drücken. 

Apple Watch Ultra
Bei mir startet mit dem Actionbutton das Lauftraining

In Hinblick auf das grundlegende Tracking im Alltag hat sich über die letzten Generationen der Apple Watch nicht großartig etwas verändert. Nach und nach kamen weitere Funktionen hinzu und insgesamt erledigt die Apple Watch in Verbindung mit der Health App beim dauerhaften Tracking der Vitaldaten einen sehr guten Job. Falls du dazu mehr erfahren möchtest, dann schau dir gern meinen Artikel zur Series 7 an. Im Weiteren möchte ich lieber detailliert auf die Ultra eingehen.

Watch OS 9 – Endlich mehr Funktionen für Läufer

Bereits die vorherigen Apple Watch Versionen besaßen eine passende Ausstattung für das Tracking von Läufen. Leider hatte die Software bis OS 8 nicht ausreichend Features um mit einer richtigen Laufuhr mithalten zu können. Das hat sich nun mit Watch OS 9 geändert. Folgende Funktionen sind beim Update dazugekommen:

  • Training nach Herzfrequenzzonen
  • Erstellung von Intervalltrainings nach Tempo, Herzfrequenz, Kadenz und Leistung
  • Direktes Feedback zu den gesetzten Zielen von Workouts
  • Strecken ablaufen (kommt später dieses Jahr)
  • Verbesserte Watch Faces beim Training

Das mag für den ein oder anderen Garmin-, Polar- oder Suunto-Nutzer nach Basics klingen. Für Apple Watch- bzw. Smartwatch-Nutzer kann das als großer Meilenstein bei der Verwendung im Training angesehen werden. Bei meinen Läufen mit der Apple Watch funktionierten die neuen Funktionen sehr gut und durch das etwas größere Display lässt sich während eines Laufes alles noch besser ablesen. 

Apple Watch Ultra
Das größere Display der Apple Watch Ultra

Eine ähnliche Weiterentwicklung gibt es auch bei der Fitness App zu verkünden— In meinen Augen nun eine vollwertige App zum Auswerten von Läufen. Alle Diagramme und Kennzahlen werden übersichtlich und im klassischen „Apple Style“ dargestellt. Weiterhin besteht natürlich die Möglichkeit über die Health die Trainingsdaten an weitere Apps wie Strava und Co. weiterzugeben. Passend dazu hat Apple die Schlaf App endlich erweitert. Ab sofort erhält man eine tieferen Einblick über Schlafphasen und das auch über längere Zeiträume. 

GPS, Herzfrequenz, Cadenz und Watt – Wie genau ist die Apple Watch Ultra?

Das Thema GPS, Herzfrequenz und Wattmessung ist für das Tracking beim Laufen essentiell. Für alle drei Punkte habe ich mich durch verschiedene Testfälle gearbeitet. Als Vergleichsmodell gilt immer die Coros Vertix. 

GPS

Bereits die letzten Generationen ermöglichten ein sehr gutes Tracking von GPS- und Höhenmeter-Daten. In der Apple Watch Ultra ist nun ein Dual-Frequenz GPS Sensor verbaut und dieser trackt noch zuverlässiger. Dabei spielt es keine Rolle, ob man in der Stadt oder im Gelände läuft. Zum Berlin Marathon trug ich beide Uhren am Handgelenk und die Apple Watch zeichnete etwas genauer auf als die Coros Vertix. In den unten stehenden Beispiel überzeugte die Apple Watch Ultra mit weniger Abweichungen als die Coros Vertix. Ähnlich verhielt es sich auch im Gelände.

Apple Watch Ultra - GPS
Auszug aus dem GPS Vergleich beim Berlin Marathon von Coros Vertix (schwarz) und Apple Watch Ultra (gelb)

Herzfrequenz

Im ersten Schritt habe ich die optische Messung der Herzfrequenz getestet. Da kommen allerdings die typischen Schwächen dieser Art der Messung durch: Viele Ausschläge und somit ungenaue Messpunkte. Hierbei spielt es auch eine Rolle, wie eng die Apple Watch am Handgelenk liegt und wie niedrig die Außentemperaturen sind. Im folgenden Beispiel habe ich einen ähnlichen Lauf mit und ohne Brustgurt mit der Apple Watch Ultra aufgezeichnet. Die Unterschiede sind sehr markant. Bei „ruhigen“ Sportarten wie Krafttraining klappt die Messung um einiges besser. Das sehe ich als typisches Problem an, welches mit einem Herzfrequenzgurt aber einfach gelöst werden kann.

Links: Optische Messung – Rechts: Messung mit Brustgurt

Cadence

Bei der Cadence verhält es sich ähnlich wie bei der GPS Messung: Keine Aussetzer und ein sehr solides Tracking der Daten. 

Apple Watch Ultra Cadence
Cadence im Vergleich beim Berlin Marathon von Coros Vertix (schwarz) und Apple Watch Ultra (gelb)

Wattmessung

Neu mit Watch OS 9 ist die Möglichkeit der Wattmessung. Allgemein gestaltet sich die Wattmessung beim Laufen komplizierter als beim Radfahren. Ich persönlich achte zudem nur bedingt auf die Werte, nutze sie aber, um einen zusätzlichen Blick auf meine Entwicklung über längere Zeiträume zu erhalten. Im Beispiel verlaufen die Kurven der Uhren recht ähnlich, beide zeigen immer mal wieder Ausschläge. Dennoch hat die Apple Watch die Trinkphasen beim Marathon gut erkannt.

Wattmessung Apple Watch Ultra
Wattmessung im Vergleich beim Berlin Marathon von Coros Vertix (schwarz) und Apple Watch Ultra (gelb)

Wie schlägt sich die Apple Watch Ultra im Vergleich zu einer Garmin Fenix oder Coros Vertix?

Dem Vergleich mit einer Fenix oder Vertix muss sich die Apple Watch Ultra durch ihre neuen Eigenschaften nun stellen. Allgemein muss dabei natürlich bedacht werden, dass es sich bei der Apple Watch in erster Linie um eine Smart Watch handelt und bei den anderen Modellen um primär aufs Laufen ausgerichtete Uhren. Bei meinen Trainings mit der Ultra in den letzten Wochen habe ich dennoch wenig vermisst. Die grundlegenden Features in Verbindung mit einem Brustgut funktionierten wunderbar. Darüber hinaus konnte ich meine Laufdaten ohne Einschränkungen in weiteren Apps wir Strava und Co. verarbeiten.

Momentan und vermutlich auch in Zukunft werden es die kleinen Dinge sein, die einem an einer Apple Watch fehlen werden. Aktuell ist es beispielsweise noch die Möglichkeit Strecken auf die Uhr zu laden und abzulaufen. Für mich besonders im Gelände ein sehr wichtiges Feature. Diese Funktionen sollen jedoch bald dazukommen. Natürlich könnte man hier auch andere Apps zum Routing nutzen, aber ich persönlich vertraue bei der Aufzeichnung auf die eigene Tracking App von Apple. Weitere Unterschiede liegen im Detail und in der Anpassbarkeit. Datenfelder oder Displays lassen sich bei der Apple Watch nämlich nicht anpassen. Ich persönlich mache dies bei anderen Uhren aber auch nur selten. 

Bei der Akkulaufzeit bringt die Ultra viel mit, sodass man einen Ultramarathon durchweg tracken kann. Hier lassen sich auch andere Trackingmodi einstellen, um die Laufzeit zu vergrößern. Dennoch reicht es nicht an die Laufzeit einer Garmin Fenix oder einer Coros Vertix ran. Da sieht man wieder den Unterschied zwischen Smartwatch und reiner Laufuhr.

Für wem ist die Apple Watch Ultra die richtige Wahl?

Diese Frage lässt sich gar nicht so schnell beantworten. Im Vergleich mit anderen Laufuhren besitzt sie primär alles, was man benötigt und auch die Akkulaufzeit ist sehr überzeugend. Die Materialen sind sehr hochwertig, und der Tragekomfort sehr gut. Da muss man abwägen, wieviele Extrawünsche man persönlich hat und ob diese die Apple Watch abdecken kann. Features wie Schlaftracking und Co. hat nicht jede Laufuhr als Funktion, was einen smarten Vorteil gegenüber vieler anderer Laufuhren zeigt. Im Preisvergleich liegen aber beispielsweise eine Coros Vertix 2 und eine Garmin Fenix 7s bei ca. 699 €, wiederum halt die Apple Watch Ultra bei 999 €, was schon ein ordentlicher Unterscheid ist. Sozusagen ist die Ultra die beste Smartwatch für das Laufen.

Für den Dreiervergleich unter den Apple Watch Modellen habe ich bereits oben die markanten Unterschiede herausgeschrieben. Wenn ich auf meine wichtigsten Funktionen im Alltag blicke, dann gibt es für mich aktuell nur zwei große Eigenschaften, die die Ultra abhebt: Das hellere Display und natürlich die Akkulaufzeit. Mithilfe der wesentlich längeren Laufzeit komme ich mit der Ultra durch ein komplettes Wochenende, ohne dabei auf das Tracking von Läufen verzichten zu müssen. Dennoch finde ich persönlich den preislichen Unterscheid zur Ultra sehr groß, da man ja bereits mit der SE eine sehr gute Apple Watch an das Handgelenk bekommt. Daher heißt es auch hier wieder abwägen, was einem wichtig ist. Beachte bitte, meine Ansätze sind aus der Sicht eines Läufers und da sind Features wie der Tauchcomputer eher wenig relevant für meinen Vergleich.

Fazit zur Apple Watch Ultra

Für mich ist die Apple Watch Ultra die bisher beste Apple Watch. Das stabile Design, die verbesserten Sensoren und die gute Akkulaufzeit macht sie wesentlich interessanter im intensiven Einsatz. Neue Features von Watch OS 9 runden die Weiterentwicklung positiv ab. Markant ist natürlich der Preis von 999 €, welchen ich als etwas zu hoch empfinde. Dennoch bekommt man dafür eine sehr hochwertige und funktionelle Smart Watch an das Handgelenk.


Apple hat mir für den Artikel eine Testuhr zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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