Supertrainer im Vergleich: Sechs aktuelle Modelle im Praxistest

Supertrainer im Vergleich: Sechs aktuelle Modelle im Praxistest

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Supertrainer zählen derzeit zu den spannendsten Entwicklungen im Laufsport. Damit sind Trainingsschuhe gemeint, die Technologien aus den Wettkampfmodellen ins tägliche Laufen übertragen: viel Dämpfung, spürbare Dynamik und ein Aufbau, der längere Distanzen angenehmer machen soll. In diesem Überblick stelle ich sechs aktuelle Modelle vor, ordne ihre Konstruktion ein und zeige, für welche Einsätze sie sich eignen.

Supertrainer im Vergleich – Technologie in maximaler Bauart

Nike Vomero Premium – Dämpfung auf maximalem Niveau

Der Vomero Premium ist aktuell das Modell mit der höchsten Bauweise im Test. Seine Mittelsohle erreicht eine Höhe von rund 55,5 Millimetern und setzt vollständig auf ZoomX in einer alltagstauglichen Mischung. Dazu kommen zwei Air-Zoom-Elemente im Vorfuß- und Fersenbereich, die die Dämpfung unterstützen und für etwas Vortrieb sorgen. Das Obermaterial besteht aus mehrlagigem Mesh mit viel Polsterung an Zunge und Ferse. Dadurch trägt sich der Schuh auch bei längeren Einheiten angenehm. Allerdings liegt das Gewicht deutlich über dem der anderen Modelle und macht sich bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar.

Einsatzbereich: ruhige Dauerläufe, Long Runs, umfangreiche Trainingswochen. Für Tempoeinheiten ist der Schuh weniger geeignet.

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Der Nike Vomero Premium ist das neue Komfortmodell für die Straße von Nike. Mit einer Bauhöhe von rund 55 Millimetern richtet sich der Schuh an Läuferinnen und Läufer, die für ihre Alltagseinheiten sehr viel Dämpfung suchen. Im Vergleich zu klassischen Daily-Trainern verfügt der Vomero Premium über mehr Volumen in der Mittelsohle und sorgt für einen spürbar weicheren Auftritt. Er ist vor allem für umfangreiche Trainingswochen, lange Dauerläufe und Einheiten, bei denen Entlastung im Vordergrund steht, gedacht. Nachdem Nike in diesem Jahr bereits den Vomero 18 und den Vomero Plus vorgestellt hat, ergänzt der Vomero Premium die Reihe nach oben in Richtung maximaler Dämpfung. Optisch sorgt vor allem die üppige Bauhöhe für Diskussionen, da der Schuh deutlich höher aufgebaut ist als die klassischen Vomero-Modelle. Der Vomero Premium lässt sich als Supertrainer mit Fokus auf Komfort einordnen, nicht als Tempomodell. In der Mittelsohle kommt eine durchgehende ZoomX-Mischung zum Einsatz, die um zwei Air-Zoom-Elemente unter Ferse und Vorfuß ergänzt wird. Diese Air-Zoom-Kissen stammen nicht aus den bekannten Straßenracern wie dem Alphafly, sondern orientieren sich eher an der Konstruktion des Spikes Nike Maxfly 2 mit flacherem Aufbau. Das Obermaterial setzt auf leichtes Mesh mit deutlich sichtbarer Polsterung im Fersen- und Zungenbereich. Das Gewicht liegt bei rund 350 Gramm in der Mustergröße, der offizielle Preis bei 230 Euro. Upper und Passform Die Basis des Uppers bildet ein Engineered Mesh, das in mehrere Lagen unterteilt ist. Ein dünner Innenschuh zieht sich über den Zehenbereich und geht in die Zunge über. Darüber liegt eine zweite, ebenfalls dünne Schicht mit punktuell eingesetzten Verstärkungen. So bleibt der Vorfußbereich flexibel, schmiegt sich gut an den Fuß an und wirkt trotz der zusätzlichen Lagen nicht steif. Zunge und Ferse sind deutlich gepolstert und sorgen für einen hohen Tragekomfort. Das Material in der Fersenpartie ist weich genug, um auch bei längeren Einheiten nicht zu reiben, und gleichzeitig stabil genug, um den Fuß in der hohen Mittelsohle zu führen. Die Schnürung funktioniert unauffällig gut und der Schuh lässt sich gleichmäßig an den Fuß anpassen. Ich würde die Passform als mittelbreit einstufen, vergleichbar mit dem Nike Vomero Plus. Im Vorfußbereich steht für die meisten Fußformen ausreichend Platz zur Verfügung, ohne dass der Schuh sehr weit ausfällt. Im Mittelfuß vermittelt das Obermaterial einen soliden Halt, was bei der Bauhöhe wichtig ist, um nicht im Schuh zu „kippen“. Insgesamt bietet der Vomero Premium eine komfortable, aber kontrollierte Passform für normal breite Füße. Mittelsohle und Außensohle Die Mittelsohle ist das zentrale Element des Vomero Premium. Nike setzt hier auf eine ZoomX-Mischung, die sich von den sehr leichten, reinen PEBA-Schaumvarianten der Performance-Modelle unterscheidet. Der Schaum wirkt auf den ersten Blick etwas dichter und alltagstauglicher, bietet aber weiterhin ein spürbar federndes Verhalten. Das Ziel ist eine Kombination aus weichem Auftritt und längerer Haltbarkeit. Unter der Ferse und im Vorfuß sitzt jeweils ein Air-Zoom-Kissen. Diese sind flacher aufgebaut als bei Modellen wie dem Alphafly, bieten aber messbar mehr Rückfederung. Sie unterstützen die Dämpfung und sorgen für ein definiertes Trampolin-Gefühl beim Abdruck, ohne den Schuh in Richtung reiner Racer zu verändern. Von unten sind zwei Bereiche der Mittelsohle offen gelegt. Das spart Gewicht und setzt einen optischen Akzent. Laut Nike sind die Air-Zoom-Kissen ausreichend robust, um auch den Kontakt mit spitzen Steinen auszuhalten. Mit einer Fersenhöhe von rund 55,5 Millimetern ist der Vomero Premium aktuell der höchste Straßenschuh im Nike-Sortiment, die Sprengung liegt mit etwa 10 Millimetern im typischen Bereich. Die Basis ist im Vorfuß und in der Ferse klar verbreitert, was die Stabilität unterstützt. Eine externe Fersenkappe am unteren Fersenrand hilft zusätzlich, den Fuß zentriert zu halten. Die Außensohle kommt im bekannten Waffeldesign von Nike. Der Grip ist im Alltag zuverlässig, die Gummimischung wirkt haltbar und ist somit ideal für den Einsatz als Trainingsschuh. Laufgefühl Bei Schuhen dieser Bauhöhe ist die Erwartung beim ersten Laufen oft ein sehr schwammiges, unpräzises Laufgefühl. Im Fall des Vomero Premium fällt jedoch die für einen derart hohen Schuh bemerkenswert gute Stabilität positiv auf. Die Kombination aus breiter Basis, Air-Zoom-Kissen und strukturierender Fersenkappe sorgt für eine überraschend ruhige Position des Fußes. Man sinkt spürbar, aber nicht unkontrolliert ein, und das Obermaterial trägt zu einem sicheren Sitz bei. Der Komfort ist deutlich ausgeprägt. Die Polsterung im Obermaterial, die ZoomX-Mischung und die Air-Zoom-Elemente sorgen zusammen für einen weichen, aber nicht völlig entkoppelten Auftritt. Durch den ausgeprägten Rocker in der Mittelsohle rollt der Schuh sehr geschmeidig ab. Egal, ob man eher auf der Ferse, im Mittelfuß oder etwas weiter vorne landet, der Übergang in den Abdruck bleibt gleichmäßig. Das Gewicht ist auf dem Papier hoch, fällt beim Laufen aber weniger stark auf als erwartet. Der Vomero Premium gehört zwar nicht zu den leichten Trainern, wirkt im Lauf aber nicht träge. Es gibt Modelle, die nominell leichter sind, sich aber weniger stimmig anfühlen. Sobald das Tempo jedoch deutlich über den moderaten Bereich hinausgeht, stößt der Schuh an seine Grenzen. Aufgrund seiner hohen Bauweise, seines Gewichts und seiner eher komfortorientierten Abstimmung ist er nicht für Tempoeinheiten geeignet. Er ist ideal für ruhige Dauerläufe, längere Einheiten in umfangreichen Trainingswochen und Läufe, bei denen es in erster Linie um Entlastung geht. In diesen Szenarien läuft es sich mit dem Vomero Premium sehr angenehm und der Bewegungsapparat wird spürbar entlastet. Fazit: Der Nike Vomero Premium ist ein Spezialschuh für Läuferinnen und Läufer, die im Alltagstraining viel Dämpfung und hohen Komfort suchen. Er eignet sich insbesondere für lange, ruhige Einheiten, Regenerationsläufe und Trainingsphasen mit hohem Wochenumfang, in denen der Fokus eher auf Schonung als auf Geschwindigkeit liegt. Seine Stärken liegen im weichen und gleichzeitig erstaunlich stabilen Laufgefühl, dem hohen Tragekomfort im Obermaterial und der spürbar federnden Kombination aus ZoomX und Air Zoom. Schwächen zeigt der Schuh bei höherem Tempo. Wer häufig Intervalle, Tempodauerläufe oder Wettkämpfe auf der Straße absolviert, für den sind andere Modelle wie der Megablast oder der Superblast von Asics besser geeignet. Die hohe Bauhöhe und das Gewicht sind zudem Faktoren, die nicht für jede Läuferin und jeden Läufer intuitiv funktionieren. Mit einem Preis von 230 Euro ist der Vomero Premium eher ein Zusatzschuh im Sortiment als die einzige Trainingsoption. Wer bereit ist, diesen Betrag für ein sehr komfortorientiertes Modell zu investieren und bewusst nach einem stark gedämpften Supertrainer sucht, erhält mit dem Vomero Premium einen interessanten Schuh für entspannte und lange Distanzen. Wer ein kleineres Budget hat oder eine etwas konventionellere Abstimmung bevorzugt, ist mit dem Vomero Plus in vielen Fällen gut bedient.

adidas Adizero Prime X 3 STRUNG – Geschwindigkeit und zwei Carbonplatten

Der Prime X 3 STRUNG gehört zu den Supertrainern mit Fokus auf Geschwindigkeit. Seine Mittelsohle besteht aus drei Schichten Lightstrike Pro und zwei Carbon-Elementen, die für Stabilität und einen ausgeprägten Vortrieb sorgen. Mit rund 50 Millimetern Stack zählt er ebenfalls zu den höheren Modellen. Das STRUNG-Upper ist sehr speziell aufgebaut: Nylonfäden werden individuell platziert, um Halt zu erzeugen. Das funktioniert gut, lässt aber wenig Spielraum bei der Passform. Daher lohnt sich eine Anprobe. Für Fersenläufer:innen ist der schmale Fersenaufbau nicht optimal.

Einsatzbereich: längere Tempoblöcke, schnelle Long Runs und Einheiten im Bereich von Schwelle und darüber.

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Adidas Adizero Prime X 3 Strung – Seitenprofil mit 50 mm Lightstrike-Pro-Mittelsohle und EnergyRods-Technologie

ASICS Superblast 2 – Vielseitiger Supertrainer

Der Superblast 2 ist einer der vielseitigsten Schuhe im Test. Seine Mittelsohle kombiniert zwei Schäume: FF Blast Plus für Stabilität und Haltbarkeit unten und FF Turbo Plus für mehr Reaktivität oben. Mit einer Bauhöhe von etwa 45 Millimetern und einer breiten Basis bietet der Schuh eine spürbare Führung – auch ohne Platte. Der Abdruck wirkt stabil und der Übergang gleichmäßig. Das dünne und komfortable Upper verursacht kaum Druckstellen.

Einsatzbereich: von moderaten Dauerläufen bis zum Tempodauerlauf. Für maximale Geschwindigkeiten gibt es andere Modelle.

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Ascis Superblast 2

ASICS Megablast – Dynamik pur ohne Platte

Der ASICS Megablast nutzt eine ähnliche Höhe wie der Superblast, wirkt aber insgesamt dynamischer. Der Schaum ist weicher und „bouncier”, das Obermaterial noch etwas reduzierter. Dadurch wird der Schuh leichter und reaktiver, allerdings verliert er im Vergleich zur Superblast-Reihe etwas Stabilität im hinteren Bereich. Für höhere Geschwindigkeiten und Intervalle ist der Megablast sehr gut geeignet. Bei längeren, moderaten Läufen kann das weichere Setup je nach Laufstil etwas instabil wirken.

Einsatzbereich: schnelle Dauerläufe, Tempoblöcke, Intervalle. Meiner Meinung nach ist dies einer der schnellsten Schuhe auf dem Markt ohne Platte.

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Asics Megablast Seitenprofil – Supertrainer mit breiter Basis und 8 mm Sprengung

Brooks Hyperion Max 3 – Stabiler Supertrainer für Tempo

Der Hyperion Max 3 verfügt über eine Zweischicht-Mittelsohle: Unten kommt eine EVA-Mischung für Stabilität zum Einsatz, darüber befindet sich DNA Gold aus PEBA-Material für mehr Vortrieb. Zusätzlich liegt eine Plate zwischen den Schichten. Mit einer Höhe von ca. 46 Millimetern zählt er zu den höheren Modellen im Brooks-Sortiment. Das Obermaterial ist im Vorfußbereich dünn und flexibel, im Fersenbereich dagegen fester und stärker gepolstert. Der Sitz ist kompakt und bietet viel Führung. Bei moderatem Tempo fühlt sich das etwas eng an, im hohen Tempo gibt es jedoch Sicherheit – vor allem bei gleichmäßigen, schnellen Abschnitten.

Einsatzbereich: schnelle Dauerläufe, längere Tempoblöcke und Bereiche nahe der Schwelle. Für lockere Läufe ist der Schuh weniger gut geeignet.

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Brooks Hyperion Max 3 – Allround-Laufschuh mit maximaler Dämpfung in Seitenansicht

Mizuno Neo Vista 2 – Viel Komfort für alle Distanzen

Der Mizuno Neo Vista 2 ist breiter einsetzbar als andere Supertrainer im Test. Die Mittelsohle nutzt zwei Materialschichten, die eine Kombination aus Dämpfung und Dynamik bieten. Die Geometrie ist auffällig gerockt, sowohl im Vorfuß als auch in der Ferse, was den Übergang erleichtert. Das Knit-Upper ist komfortabel und weich, fällt jedoch Mizuno-typisch etwas breiter aus. Wer schmale Füße hat, sollte eine halbe Größe kleiner testen. Der Schuh bietet einen guten Mix aus Komfort und Dynamik, ohne zu aggressiv zu sein.

Einsatzbereich: vom entspannten Dauerlauf bis hin zu Tempodauerläufen. Für sehr hohe Geschwindigkeiten ist das Material jedoch etwas zu weich.

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Der Mizuno Neo Vista 2 – ideal für komfortable Longruns und Alltagskilometer

Welche Wahl passt zu welchem Einsatz?

Maximaler Komfort: Nike Vomero Premium
Variabelstes Modell: ASICS Superblast 2
Mehr Führung und Dynamik im schnellen Bereich: Brooks Hyperion Max 3
Maximaler Vortrieb mit Platte: adidas Prime X 3
Schnellster Schuh ohne Platte: ASICS Megablast
Komfort und Dynamik im Mix: Mizuno Neo Vista 2

Keyfacts der Supertrainer im Vergleich

ModellGewicht (in g)SprengungPreis
Nike Vomero Premium279 - D | 351 - H10 mm (55,5 – 45,5 mm)230 €
Adidas Adizero Prime X 3 Strung285 - Unisex7 mm (50 – 43 mm)300 €
Asics Superblast 2249 - Unsisex8 mm (45 – 37 mm)220 €
Asics Megablast223 - Unisex8 mm (45 – 37 mm)240 €
Brooks Hyperion Max 3250 - D | 280 g - H6 mm (46 – 40 mm)190 €
Mizuno Neo Vista 2225 - D | 261 g - H8 mm (45 – 37 mm)180 €

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