Supertrainer zählen derzeit zu den spannendsten Entwicklungen im Laufsport. Damit sind Trainingsschuhe gemeint, die Technologien aus den Wettkampfmodellen ins tägliche Laufen übertragen: viel Dämpfung, spürbare Dynamik und ein Aufbau, der längere Distanzen angenehmer machen soll. In diesem Überblick stelle ich sechs aktuelle Modelle vor, ordne ihre Konstruktion ein und zeige, für welche Einsätze sie sich eignen.
Supertrainer im Vergleich – Technologie in maximaler Bauart
Nike Vomero Premium – Dämpfung auf maximalem Niveau
Der Vomero Premium ist aktuell das Modell mit der höchsten Bauweise im Test. Seine Mittelsohle erreicht eine Höhe von rund 55,5 Millimetern und setzt vollständig auf ZoomX in einer alltagstauglichen Mischung. Dazu kommen zwei Air-Zoom-Elemente im Vorfuß- und Fersenbereich, die die Dämpfung unterstützen und für etwas Vortrieb sorgen. Das Obermaterial besteht aus mehrlagigem Mesh mit viel Polsterung an Zunge und Ferse. Dadurch trägt sich der Schuh auch bei längeren Einheiten angenehm. Allerdings liegt das Gewicht deutlich über dem der anderen Modelle und macht sich bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar.
Einsatzbereich: ruhige Dauerläufe, Long Runs, umfangreiche Trainingswochen. Für Tempoeinheiten ist der Schuh weniger geeignet.
adidas Adizero Prime X 3 STRUNG – Geschwindigkeit und zwei Carbonplatten
Der Prime X 3 STRUNG gehört zu den Supertrainern mit Fokus auf Geschwindigkeit. Seine Mittelsohle besteht aus drei Schichten Lightstrike Pro und zwei Carbon-Elementen, die für Stabilität und einen ausgeprägten Vortrieb sorgen. Mit rund 50 Millimetern Stack zählt er ebenfalls zu den höheren Modellen. Das STRUNG-Upper ist sehr speziell aufgebaut: Nylonfäden werden individuell platziert, um Halt zu erzeugen. Das funktioniert gut, lässt aber wenig Spielraum bei der Passform. Daher lohnt sich eine Anprobe. Für Fersenläufer:innen ist der schmale Fersenaufbau nicht optimal.
Einsatzbereich: längere Tempoblöcke, schnelle Long Runs und Einheiten im Bereich von Schwelle und darüber.
ASICS Superblast 2 – Vielseitiger Supertrainer
Der Superblast 2 ist einer der vielseitigsten Schuhe im Test. Seine Mittelsohle kombiniert zwei Schäume: FF Blast Plus für Stabilität und Haltbarkeit unten und FF Turbo Plus für mehr Reaktivität oben. Mit einer Bauhöhe von etwa 45 Millimetern und einer breiten Basis bietet der Schuh eine spürbare Führung – auch ohne Platte. Der Abdruck wirkt stabil und der Übergang gleichmäßig. Das dünne und komfortable Upper verursacht kaum Druckstellen.
Einsatzbereich: von moderaten Dauerläufen bis zum Tempodauerlauf. Für maximale Geschwindigkeiten gibt es andere Modelle.
ASICS Megablast – Dynamik pur ohne Platte
Der ASICS Megablast nutzt eine ähnliche Höhe wie der Superblast, wirkt aber insgesamt dynamischer. Der Schaum ist weicher und „bouncier”, das Obermaterial noch etwas reduzierter. Dadurch wird der Schuh leichter und reaktiver, allerdings verliert er im Vergleich zur Superblast-Reihe etwas Stabilität im hinteren Bereich. Für höhere Geschwindigkeiten und Intervalle ist der Megablast sehr gut geeignet. Bei längeren, moderaten Läufen kann das weichere Setup je nach Laufstil etwas instabil wirken.
Einsatzbereich: schnelle Dauerläufe, Tempoblöcke, Intervalle. Meiner Meinung nach ist dies einer der schnellsten Schuhe auf dem Markt ohne Platte.
Brooks Hyperion Max 3 – Stabiler Supertrainer für Tempo
Der Hyperion Max 3 verfügt über eine Zweischicht-Mittelsohle: Unten kommt eine EVA-Mischung für Stabilität zum Einsatz, darüber befindet sich DNA Gold aus PEBA-Material für mehr Vortrieb. Zusätzlich liegt eine Plate zwischen den Schichten. Mit einer Höhe von ca. 46 Millimetern zählt er zu den höheren Modellen im Brooks-Sortiment. Das Obermaterial ist im Vorfußbereich dünn und flexibel, im Fersenbereich dagegen fester und stärker gepolstert. Der Sitz ist kompakt und bietet viel Führung. Bei moderatem Tempo fühlt sich das etwas eng an, im hohen Tempo gibt es jedoch Sicherheit – vor allem bei gleichmäßigen, schnellen Abschnitten.
Einsatzbereich: schnelle Dauerläufe, längere Tempoblöcke und Bereiche nahe der Schwelle. Für lockere Läufe ist der Schuh weniger gut geeignet.
Mizuno Neo Vista 2 – Viel Komfort für alle Distanzen
Der Mizuno Neo Vista 2 ist breiter einsetzbar als andere Supertrainer im Test. Die Mittelsohle nutzt zwei Materialschichten, die eine Kombination aus Dämpfung und Dynamik bieten. Die Geometrie ist auffällig gerockt, sowohl im Vorfuß als auch in der Ferse, was den Übergang erleichtert. Das Knit-Upper ist komfortabel und weich, fällt jedoch Mizuno-typisch etwas breiter aus. Wer schmale Füße hat, sollte eine halbe Größe kleiner testen. Der Schuh bietet einen guten Mix aus Komfort und Dynamik, ohne zu aggressiv zu sein.
Einsatzbereich: vom entspannten Dauerlauf bis hin zu Tempodauerläufen. Für sehr hohe Geschwindigkeiten ist das Material jedoch etwas zu weich.
Welche Wahl passt zu welchem Einsatz?
• Maximaler Komfort: Nike Vomero Premium
• Variabelstes Modell: ASICS Superblast 2
• Mehr Führung und Dynamik im schnellen Bereich: Brooks Hyperion Max 3
• Maximaler Vortrieb mit Platte: adidas Prime X 3
• Schnellster Schuh ohne Platte: ASICS Megablast
• Komfort und Dynamik im Mix: Mizuno Neo Vista 2
Keyfacts der Supertrainer im Vergleich
| Modell | Gewicht (in g) | Sprengung | Preis |
|---|---|---|---|
| Nike Vomero Premium | 279 - D | 351 - H | 10 mm (55,5 – 45,5 mm) | 230 € |
| Adidas Adizero Prime X 3 Strung | 285 - Unisex | 7 mm (50 – 43 mm) | 300 € |
| Asics Superblast 2 | 249 - Unsisex | 8 mm (45 – 37 mm) | 220 € |
| Asics Megablast | 223 - Unisex | 8 mm (45 – 37 mm) | 240 € |
| Brooks Hyperion Max 3 | 250 - D | 280 g - H | 6 mm (46 – 40 mm) | 190 € |
| Mizuno Neo Vista 2 | 225 - D | 261 g - H | 8 mm (45 – 37 mm) | 180 € |







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