
Mit dem Rebel Trail bringt New Balance den Rebel auf die Trails und gibt ihm dabei einen eigenen Charakter. Er ist keine modifizierte Trailvariante des Straßenmodells, sondern kommt mit robustem Upper, angepasster FuelCell-Mischung und Vibram-Außensohle.
Im Trailrunning-Line-up von New Balance ist die Auswahl aktuell noch übersichtlich, die einzelnen Modelle sind aber jeweils spezifisch ausgerichtet. Den Einstieg als Allrounder übernimmt der Hierro, wer mehr Dynamik möchte, findet im Rebel Trail die passende Option, und der SC Trail ist das Speed-Modell der Reihe. Im Rebel Trail steckt eine FuelCell-Mittelsohle auf PEBA-Basis bei 33 mm Fersenhöhe und 5 mm Sprengung. Das Gewicht liegt bei rund 289 Gramm in der Mustergröße. Für Grip sorgt eine Vibram-Außensohle, das Upper ist robust aufgebaut, der Preis beträgt 150 Euro.

Auf den ersten Blick wirkt das Upper simpel, hat aber einen durchdachten Aufbau. Grundlage ist ein synthetisches Mesh, das durch 3D-aufgedruckte Elemente eine robuste Struktur bekommt. Die Leichtigkeit des Straßen-Rebels bleibt dabei erhalten. Im Zehenbereich und an den Seiten bietet das Upper passenden Schutz, sodass auch der Einsatz in rauem Terrain kein Problem ist. Die Ferse hat ebenfalls eine passende Struktur und verspricht viel Halt, die Polsterungen sind dezent und gut gesetzt. Beim Justieren hilft die große Lasche am Ende der Zunge, auch die Schnürung unterstützt eine sichere Passform. Insgesamt ist der Materialeinsatz nicht zu hoch, aber geländetauglich. Die Größe fällt true to size aus.

FuelCell steht bei New Balance für Geschwindigkeit und gibt dem Rebel Trail seine Dynamik. Grundlage ist eine PEBA-Mischung, die um einiges fester abgestimmt ist als beim Straßenmodell. Die Geometrie ist im Vorfuß leicht geschwungen, was das Abrollen erleichtert. Das Laufgefühl ist dabei nicht nur auf Antrieb ausgelegt, der Bounce hält sich in Grenzen. Es ist eher ausgewogen, mit einem Schuss Dynamik. Der Rebel Trail hat zudem eine etwas breitere Basis, was der Stabilität guttut. Gut funktioniert auch der leichte Schwung unter der Ferse im Downhill.
Bei der Außensohle hat mich der Rebel Trail überzeugt. Über die gesamte Länge ist Vibram Megagrip verbaut, mit 5 mm tiefen Stollen. Das ergibt sehr guten Grip und gibt dem Schuh eine gewisse Stetigkeit. Ein Flex beim Abrollen ist vorhanden, er unterstützt aber die Sicherheit auf den Trails. Damit funktioniert die Außensohle auch bis hoch in die Berge. Für Gravel-Untergründe ist sie etwas viel, es klappt zwar, aber es gibt dafür leichter ausgelegte Modelle am Markt. Grenzen zeigt sie bei sehr losen Untergründen.

Die beschriebenen Eigenschaften machen klar, dass der Rebel Trail nicht einfach eine leicht modifizierte Variante des dynamischen Straßenmodells ist, sondern ein eigenständiger Trailschuh, der für richtige Trails gebaut wurde. Die nicht zu hohe Bauweise gibt ein gutes Gefühl für den Untergrund. Etwas gebremst wird das von der wuchtigen Vibram-Außensohle, die man mögen muss. Wer höher in die Berge möchte, findet sie aber sehr passend, ebenso wie das robuste Upper. Insgesamt ist der Rebel Trail ein agiler und robuster Trailschuh für viele Trails, gerade für Läufer, die nicht zu viel Dämpfung oder hohen Materialeinsatz im Upper wünschen.
Bei der Distanz kommt es auch auf die Vorlieben an. Strecken um 20 bis 30 Kilometer sind kein Problem, für längere Trailläufe muss man sich darauf einlassen und das wollen, denn der Markt für Trailschuhe geht aktuell eher in die maximal gedämpfte Kategorie. Bei höheren Geschwindigkeiten funktioniert der Schuh, strahlt aber keinen extremen Bounce aus, hier gibt es reaktivere Modelle. Dafür läuft er mehr über den relativ flachen Aufbau und das Feedback vom Untergrund, man muss also etwas selbst arbeiten.

Im Vergleich zum Adidas Agravic SL liegen die Schwerpunkte anders. Adidas setzt auf einen ausgeprägteren Rocker, wodurch sich der Agravic SL auf laufbaren Untergründen smoother läuft. Er ist außerdem leichter, reaktiver und bringt mehr Bounce mit. Dafür ist der Rebel Trail robuster, flacher aufgebaut und direkter. Er gibt mehr Feedback vom Untergrund und läuft kontrollierter, vor allem auf anspruchsvollem Terrain. Wer überwiegend laufbare Trails mit Tempo sucht, ist beim Agravic SL besser aufgehoben, wer Robustheit und direktes Gefühl will, beim Rebel Trail.
Innerhalb des eigenen Line-ups steht der Rebel Trail zwischen Hierro und SC Trail. Gegenüber dem New Balance Hierro ist er robuster, flacher aufgebaut und dynamischer. Dafür setzt der Hierro stärker auf Dämpfung und Komfort und ist für entspannte Runden ausgelegt.
Der Rebel Trail ist eine spannende und überraschende Version des Rebel für die Trails. Er bringt sehr guten Grip und einen leichten Aufbau mit, ohne auf ein passendes Maß an Komfort und Sicherheit zu verzichten. Damit ist er im Einsatz sehr interessant für alle, die einen dezenten Trailschuh für anspruchsvolle Untergründe suchen. Etwas leichter könnte er sein. Für Rebel-Liebhaber ist er dennoch der passende Einstieg in die Trails.