Hoka Rocket X Trail Laufschuh auf Gravel, gelb mit schwarzen Akzenten.

Hoka Rocket X Trail im Test: Carbon-Racer auf Gravel

Der Rocket X Trail bringt viel Racing-DNA vom Straßenmodell Rocket X mit auf laufbare Trails, Forstwege und Schotterpisten. A-TPU-Mittelsohle, Carbonfaserplatte und ein leichter Aufbau klingen nach einem echten Speed-Paket fürs Gelände, entsprechend gespannt war ich auf den Test.

Hoka Rocket X Trail: Einordnung im Hoka Trail-Line-up

Der klassische Rocket X ist seit Jahren ein beliebter Carbon-Racer für die Straße, und genau diese Race-DNA steckt auch in der Trail-Variante. Eine A-TPU-Mittelsohle mit H-förmiger Carbonfaserplatte sorgt für viel Reaktivität, dazu ein leichter Aufbau und der für Hoka typische, gut ausgeprägte Rocker.

Die Eckdaten passen ins Bild: 42mm in der Ferse, 36mm im Vorfuß, das ergibt eine Sprengung von 6mm. Das Gewicht liegt bei 268 Gramm in der Herrenmustergröße, der UVP bei 225 Euro. Damit ordnet sich der Rocket X Trail im Spitzenbereich des Hoka Trailrunning-Sortiments ein, neben dem Mafate X als Dämpfungsmonster und dem Tecton X als schnellem Trailschuh für anspruchsvolle Untergründe. Hoka ist damit im Performance-Segment sehr stark aufgestellt.

Hoka Rocket X Trail A-TPU-Mittelsohle H-Carbonplatte Rocker Detail

Upper & Passform: Leicht, schmal, ohne viele Overlays

Der Aufbau des Uppers erinnert stark an den Rocket X und bringt denselben Mix aus Leichtigkeit und angenehmem Tragegefühl mit. Grundlage bildet ein dünnes, flexibles, aber robustes Mesh, darunter sitzt eine Skelettstruktur für die passende Form. Die Zunge ist vernäht und bietet in der Breite viel Anpassungsspielraum, durch die Vernähung wird zudem verhindert, dass über die Schnürung Sand oder Schmutz ins Upper eindringt. Die Ferse ist gut gepolstert, die Fersenkappe gibt zusätzliche Struktur und sorgt für guten Halt, ohne zu minimalistisch zu wirken. Geriffelte Schnürsenkel helfen bei der Justierung, im Vorfuß gibt es ausreichend Platz.

Zu beachten: Der Schuh kommt ohne viele Overlays aus, was zur schnellen Ausrichtung passt, aber im Vergleich zu Tecton X und Mafate X weniger Schutz bietet. Die Passform fällt relativ schmal aus, mit schmalem Fuß hat das im Test sehr gut funktioniert.

Hoka Rocket X Trail dünnes Mesh-Upper Skelettstruktur Detailansicht

A-TPU & H-Carbonplatte: Racing-DNA fürs Gelände

In der Mittelsohle kommt eine A-TPU-Zwischensohle mit Super-Critical-Foaming-Technologie zum Einsatz, die in Kombination mit der H-geformten Carbonfaserplatte viel Dynamik verspricht. Die Idee hinter der Plattenform ist stimmig: nicht zu steif, damit man auch auf Single Trails agil unterwegs sein kann, gleichzeitig unterstützt sie den Abdruck und bringt bei der Bauhöhe zusätzliche Stabilität. Mit 42mm in der Ferse bringt der Schuh entsprechend viel Material mit, die Basis ist dabei nicht zu schmal, was zusätzlich zur Stabilität beiträgt. Die Mischung ist nicht zu weich, wodurch man insgesamt einen sicheren Schritt bekommt, der ausgeprägte Rocker unterstützt das Abrollen sehr gut.

Hoka-Außensohle: Gut auf Gravel, Grenzen bei Schlamm

Bei der Außensohle setzt Hoka auf eine hauseigene Mischung statt auf Vibram. Aussparungen im Mittelfuß und in der Ferse sorgen für guten Flex, die Stollen sind mit 3,5mm nicht sehr lang und damit passend für weniger anspruchsvolle Untergründe. Der Grip funktioniert gut, bei schlammigen Bedingungen kommt die Sohle an ihre Grenzen. Auf Sand, Schotter und leichten Trails funktioniert sie dagegen richtig gut, eine Vibram-Mischung habe ich nicht vermisst.

Hoka Rocket X Trail Außensohle 3,5mm Stollen

Laufgefühl: Stärken bei höherem Tempo auf laufbaren Trails

Der Rocket X Trail ist einer dieser Schuhe, in denen ich mich vom ersten Schnüren an sehr wohl gefühlt habe. Das liegt an der schmalen Passform kombiniert mit der angenehmen Mischung in der Mittelsohle, weich, aber mit spürbarer Führung, wozu auch die Platte beiträgt. Auch die Schnürung funktioniert sehr gut.

Unterwegs war ich auf leichten Trails und Gravel-Untergründen, dort kommt man recht flott ins Rollen und profitiert von Dämpfung und Dynamik. Lockere Paces sind damit gut laufbar, die eigentlichen Stärken liegen aber ganz klar bei höheren Geschwindigkeiten, dort zeigt der Schuh sein volles Potenzial. Damit ist er ein idealer Gravel-Racer beziehungsweise für leichte Trails geeignet. Abstecher über Asphalt und Trails im Mittelgebirge liefen ebenfalls gut. Auf anspruchsvolleren Untergründen dürfte dem Schuh dagegen in Sachen Stabilität und Schutz die Puste ausgehen, wofür es im Hoka Sortiment aber Tecton X und Mafate X gibt.

Hoka Rocket X Trail

Hoka Rocket X Trail vs. Tecton X & Mafate X

Gegenüber dem Tecton X bringen beide viel Tempo mit, der Tecton X funktioniert auf anspruchsvolleren Trails nochmal besser, mit mehr Sicherheit und Bodenfeeling. Der Rocket X Trail ist dafür deutlich bouncier.

Der Mafate X legt den Fokus stärker auf Dämpfung und Schutz, der Rocket X Trail punktet dagegen mit mehr Dynamik und Leichtigkeit, allerdings nur auf laufbaren Trails.

GEWICHT ♂ 268 g
GEWICHT ♀ 227 g
SPRENGUNG 6 mm
FERSENHÖHE 42 mm
PREIS UVP 225 €
Rocket X Trail

Hoka Rocket X Trail

4.5/5

Vorteile

  • Sehr dynamisches Laufgefühl durch A-TPU und H-Carbonplatte
  • Gute Stabilität trotz 42 mm Bauhöhe durch breite Basis
  • Zuverlässiger Grip auf Gravel, Schotter und leichten Trails
  • Upper ohne Reibung – direkt angenehm ohne Einlaufzeit

Nachteile

  • Schmale Passform – breite Füße müssen anprobieren
  • Wenig Schutzelemente im Upper für anspruchsvolles Gelände
  • 3,5 mm Stollen – bei Schlamm und technischem Terrain an Grenzen
  • Für schwieriges Gelände gibt es im Hoka-Sortiment besser geeignete Modelle

Für wen ist der Hoka Rocket X Trail geeignet?

Der Hoka Rocket X Trail ist ein Schuh mit viel Laufspaß und ausgeprägter Dynamik, die Komponenten sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Zu beachten sind die relativ schmale Passform und die Limitierungen auf anspruchsvollen Untergründen, für das Preisschild gibt es variablere Modelle im Markt. Was der Rocket X Trail aber mitbringt, ist stark.

Über den Autor

Bild von Jan Lau

Jan Lau

Jan ist ein leidenschaftlicher Läufer aus Dresden und dabei spielt es keine Rolle, ob 5k durch die Stadt ballern oder auf Ultratrails im Gebirge. Er schreibt regelmäßig für Laufmagazine über Laufschuhe. Außerdem ist er Co-Founder der Dresdner Running Crew PACE KILLERS.

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