Running Talk mit Moritz auf der Heide

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Moritz, du bist ja leidenschaftlicher Läufer – was genau läufst du so?

Eigentlich bin ich bereits alles gelaufen, angefangen bei den 400 Meter bis hin zu 100-Meiler (160 Kilometer). Aktuell laufe ich meist Trails von 20 bis 60 Kilometern mit überschaubaren Höhenmetern. Im Schnitt sind es dann auf der Marathon-Distanz so 1.200 Höhenmeter, die Läufe sind meist auch weniger bergig. In einer Trainingswoche komme ich im Schnitt auf 100 Kilometer und im Jahr sind es um die 120.000 Höhenmeter, ich trainiere auch nicht nach einem Plan.

Wie kam der Sprung von der Straße auf die Trails?

2010 bin ich meinen ersten Marathon gelaufen und zwei Jahre später fragte mich ein Kumpel, ob ich nicht Lust auf den Transalpine-Run hätte (7 Tage, 255 km, 16.306 Höhenmeter). Trotz keinerlei Erfahrung auf Trails hatte ich spontan zugesagt. Unter diesen Voraussetzungen lief der Transalpine mehr oder weniger gut, aber ich habe ihn gefinished. Danach war ich von den Läufen im Gelände angetan und bin dabei geblieben.

Was hast du für Tipps für Neulinge auf dem Trail?

Auf jeden Fall sollte man nicht wie ich auf den Trails starten. 😉 Neulinge sollten sich nicht direkt auf die Ultra-Distanz wagen, sondern klein anfangen, sich kontinuierlich steigern und den Respekt vor Distanzen nicht verlieren. Nach meinen ersten Transalpin habe ich mich auch über kleinere Trails mit nicht zu vielen Höhenmetern über zwei Jahre hinweg gesteigert. Dies wirkte ich auch positiv auf meine Verletzungsanfälligkeit aus.

Wie planst du einen Trail-Wettkampf und wie sieht deine Vorbereitung aus?

Zunächst muss ich die Wettkämpfe in zwei Kategorien einteilen: zum einen die Fokusläufe und zum anderen in Trail-Wettkämpfe als Vorbereitungslauf. In den Wochen vor einem Traillauf, wo ich vorne mitlaufen möchte, fahre ich das Training bzw. die Belastung passend herunter. Während des Wettkampfes orientiere ich mich an meinen Konkurrenten und versuche dabei in Schlagweite zu bleiben. Bei internationalen Läufen sieht das schon etwas anders aus, da laufe ich eher taktisch verhaltener. Deshalb werden diese Läufe nach eigenem Körpergefühl gelaufen. In der Vorbereitung schaue ich natürlich meine Konkurrenten an, um eine Orientierung beim Wettkampftempo zu bekommen: wie ist ihr Zustand und welche Zeiten sind sie auf der Strecke X gelaufen.

Gibt es eine allgemeine Umrechnung von Pace und Zielzeiten von Straße zu Trail?

Eine Umrechung von Laufzeiten auf der Straße zu Trailläufen ist nicht möglich, da sich schon die Läufe im Trailbereich durch das verschiedene Gelände in Sachen Untergrund und Belag stark unterscheiden.

Was war dein bisher Schönster Traillauf?

Mein Lieblings Traillauf war der Tarawera Ultramarathon auf Neuseeland, welcher ca. 3 Stunden von der Hauptstadt entfernt ist. Da bin ich einmal die 100 Kilometer und die 60 Kilometer gelaufen. Bemerkenswert ist dabei, dass man auf der 60-Kilometer-Distanz gefühlte 55 Kilometer auf Single-Trails durch den Regenwald läuft. Falls sich die Chance ergibt, den nochmal zulaufen, würde ich es jederzeit wahrnehmen.

Was macht für dich den optimalen Trailschuh aus?

Für mich muss der optimale Trailschuh leicht und minimalistisch sein, außerdem einen guten Halt bieten. Daher ist Scott Supertrac RC genau der Trailschuh für meine Ansprüche. Er besitzt wenig Support und gibt einem zusätzlich viel Bodenkontakt, sodass ich mich bei rasanten Downhills auch in die Kurve legen kann. Für den Trailschuh sollte man auch schon eine gewisse Erfahrung und Athletik besitzen, daher würde ich ihn für Neulinge nicht empfehlen.

Was ist das besondere an Laufschuhen von Scott?

Laufschuhe von Scott besitzen eine schmalere Passform und bieten einen klasse Halt. Zusätzlich schafft es Scott, mit wenig Material viel Schutz auf den Trails zu bieten. Ich fühle mich in den Laufschuhen von Scott einfach sehr wohl. Zusätzlich teste ich für Scott Prototypen und kann somit bei der Entwicklung mitwirken, das macht auch sehr viel Spaß.

Wie viele Laufschuhe hast du aktuell im Schuhschrank?

Aktuell müssten es um die 40 Laufschuhe sein, was glücklicherweise auch meinem Ausrüster geschuldet ist. Dabei sind 15 Modelle in regelmäßigem Gebrauch und werden auch immer gut durch gewechselt. Ein Laufschuh hält bei mir je nach Einsatzort 500 bis 800 Kilometer. Trailschuhe, die fast nur auf technischem Untergrund zum Einsatz kommen, sind auch mal bei 400 Kilometern durch, besonders die Außensohle.

Was sind deine nächsten Ziele?

Als nächstes werde ich nach Amerika reisen und Florian Neuschwander beim Western State unterstützen (ältester 100-Meiler der Welt – Kalifornien). Läuferisch bedeutet es, dass ich ihn bei den letzten 60 Kilometern begleiten werde. Im Juli steht dann die Deutsche Meisterschaft beim Maintal Ultratrail (Nähe Würzburg) und im August der Ultra Maury in Polen auf dem Plan. Im September geht es wieder beim Transalpine-Run an den Start, auch da werde ich zusammen mit Florian Neuschwander im Team laufen und wir wollen ganz klar die vorderen Plätze angreifen.

Wir wünschen Moritz auf jeden Fall viel Erfolg für die kommenden Trails!

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