Running Talk mit Karl Bebendorf

Running Talk mit Karl Bebendorf

In Dresden kennt wohl fast jeder Karl Bebendorf:  ein schneller Läufer gepaart mit Style. Ich habe mich mit ihm getroffen und wir haben uns über sein Training und seine Ziele ausgetauscht. Vorher kannte ich ihn fast nur über Social Media und daher habe ich mich sehr über sein sehr reflektiertes Gespräch gefreut. Viel Spaß beim Running Talk mit Karl Bebendorf.

Karl, zunächst über dich, beschreibe dich doch mal kurz!

Ich bin Karl, 22 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in Dresden. Meine Hauptstrecke sind die 1.500 m und aktuell stehe ich im Bundeskader des DSV. Beruflich arbeite ich bei der AOK Plus als Kundenberater, doch vor allem liebe ich das Laufen.

Wie sieht dein Training aus? Wochenkilometer, Einheiten, Zeiten? 

Aktuell befinde ich mich in der Aktivierungsphase und dabei liegt der Fokus auf der Ausprägung der Wettkampfhärte. Daher liegt bereits ein großer Block Grundlagenausdauer mit vielen Dauerläufen und Alternativtraining wie Fahrradfahren und Schwimmen hinter mir. Jetzt zählen vor allem intensivere Einheiten zu meinem Training. Darunter fallen Intervalle, Sprints und intensive Krafteinheiten, da nun bald die ersten Wettkämpfe in der Halle anstehen. Dabei kommen in der Woche um die 80 Kilometer zusammen. Meine Dauerläufe liegen hier im Pace Bereich von 4:00 Minuten/Kilometer und kürzeren Einheiten bis zu 6 Kilometer bei einer Pace von 3:30.

Karl Bebendorf

Verein: Dresdner Sportclub 1898
Disziplin: 2.000 m / 3.000 m Hindernis
Jahrgang: 1996
Karl auf Instagram

Bestzeiten

3.000 m Hindernis – 9:04,78 min
1.500 m Hindernis – 5:40,98 min
3.000 m – 8:23,27 min
1.500 m – 3:41,34 min
800 m – 1:49,21 min
400 m – 48,61 sec

Welche Ziele hast du für 2019?

Für 2019 möchte ich mich zunächst im Männerbereich in der Halle präsentieren und mir da einen Namen machen. Nach meinem Wechsel vom Jugend- zum Männerbereich wird es für mich endlich Zeit, an meine Leistungen aus dem Jugendbereich anzuknüpfen. Durch meinen Trainerwechsel vor drei Jahren und die damit verbundene Trainingsumstellung sollte mein Körper jetzt für Top-Leistungen bereit sein. Bei den bald anstehenden Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Leipzig möchte ich in die Top 3 kommen und somit ein Zeichen setzen. Mittelfristig habe ich die WM in Doha angepeilt, jedoch muss ich bis dahin noch einen weiteren Sprung in Sachen Leistung schaffen. Als Vorbereitungen stehen noch zwei Höhentrainingslager in Arizona und Südafrika für jeweils 4 Wochen an, wovon ich mir vor allem mehr Grundlage und einen Leistungssprung erhoffe.

Was bringst du deinen Leistungssport und den Alltag unter einen Hut?

Wie bereits erwähnt, arbeite ich bei der AOK Plus und dafür bin ich sehr dankbar. Denn durch eine 25-Stunden-Woche schaffe ich es, zwei Trainingseinheiten am Tag zu absolvieren. Sonst wäre es sehr schwierig, die Qualität meines Trainings aufrechtzuerhalten. Mein Tagesablauf sieht wie folgend aus: 8:00 Uhr erste Trainingseinheit, 10:00 bis 15:00 Uhr arbeiten und dann stehe ich 15:30 Uhr wieder auf der Laufbahn für die zweite Einheit. Durch die Arbeit erhalte ich auch einen guten Ausgleich zum Sportlerleben und eine gute Abwechslung, besonders für den Kopf. Im Alltag benötige ich dabei vor allem eine gute Organisation, um jeden Tag so zu meistern.

Welche Rolle spielt bei dir die Ausrüstung?

Die Ausrüstung spielt nach meiner Gesundheit die wichtigste Rolle bei mir. Allgemein bin ich ein sehr technikbegeisterter Mensch und benötige stets die besten und neusten Dinge. Vor allem Musik ist mir beim Laufen sehr wichtig, denn ohne geht es bei mir nicht. Ein guter Beat im Ohr beim Tempotraining oder mit der Boom Box in der DSC-Halle hilft mir, mich auf das Training zu fokussieren. Auch der Style muss bei mir stimmen, denn ein einheitlicher Lock beim Training ist mir wichtig: Gern alles in einer Marke und farblich abgestimmt.

Lieblingsschuh und warum?

Das ist ganz klar der Nike Vaporfly 4%, einfach ein Hammer-Laufschuh. Vor allem genieße ich dabei die Karbonplatte in der Mittelsohle für den gewissen Kick. Oft kommt es auch vor, dass ich beim Training auf der Bahn den Vaporfly 4% dem Spike bevorzuge. Als Dauerlaufschuh setzte ich auf den Nike Epic React Flyknit, denn durch die Leichtigkeit und reaktive Dämpfung ist er für mich optimal.

Was motiviert dich?

Im Sport sehe ich persönlich den Weg für mich, Geld zu verdienen und vor allem glücklich zu werden. Da ich bereits mit 16 Jahren durch meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann angefangen habe zu arbeiten, habe ich relativ früh gemerkt, dass ich das nicht mein ganzes Leben lang machen möchte. Durch Talent, Training und viel Ehrgeiz, der immer weiter wächst, hoffe ich, in den nächsten Jahren mein Leben über den Sport finanzieren zu können. Vor allem aber möchte ich mein Hobby zum Beruf machen – das treibt mich täglich voran und motiviert mich.

Welche Rolle spielt Social Media bei dir?

Social Media spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle, um meine Freunde und Fans über mein Training und die Wertkämpfe zu informieren. Natürlich baut es auch Reichweite auf, was einen Sportler für Sponsoren interessanter macht. Es gibt auch Zeiten, in denen Social Media eine eher nebensächliche Rolle spielt, denn der Sport sollte natürlich im Fokus stehen. Auf jeden Fall macht es mir Spaß und ich werde da auch in Zukunft dran bleiben.

Standort Dresden: was bietet er dir?

Da ich in Dresden geboren bin und ich seit meinem neunten Lebensjahr hier trainiere, gibt es für mich nichts anderes. Über das gesamte Jahr  hinweg habe ich hier alle Möglichkeiten für ein effektives Training. Gerade im Winter kann ich in der Halle alle Einheiten absolvieren und muss nicht bei Schnee auf die Bahn. Mein gesamtes Netzwerk mit Ärzten, Physiotherapeuten und Leistungsdiagnostik steht hinter mir und unterstützt nicht seit Jahren bei meinem Training. Daher bin ich sehr froh und dankbar dafür, was mir Dresden für meinen Sport bietet!

Danke Karl für die interessanten Einblicke in deinen Trainingsalltag. Ich wünsche dir viel Erfolg und vor allem eine verletzungsfreie Saison!

Bestzeiten: https://www.laufsport-dresden.de/athleten/karl/

Bilder: Martin Weiß

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