Nike ACG Pegasus Trail im Test: All Condition Gravel

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Nike hat sein Trail-Segment neu aufgestellt. Unter dem ACG-Label laufen jetzt alle Trail- und Gravel-Modelle, und der Pegasus Trail ist dabei der logische Einstieg ins Line-up. Was passt besser als der bekannteste Daily Trainer der Marke als Basis für einen Gravel-Schuh? Der Pegasus ist seit Jahrzehnten Nikes verlässlichster Allrounder auf der Straße, und jetzt bringt er diese DNA ins Gelände. Die neue Version trägt erstmals das ACG-Logo und bringt dabei ein paar gezielte Updates mit, von denen vor allem die überarbeitete Außensohle und die veränderte Geometrie im Vorfuß auffallen.

Nike ACG Pegasus Trail: Einordnung im Nike ACG Line-up

Im Nike ACG Line-up ordnet sich der Pegasus Trail klar als Gravel-Daily-Trainer ein. Darüber steht der ACG Ultrafly als Flaggschiff mit Carbon-Faserplatte und viel Dynamik, darunter der Zegama als hochgedämpftes Trail-Modell mit mehr Schutz für anspruchsvolles Gelände. Ergänzt wird das Sortiment noch durch den Kiger 10 als schnelles, agiles Modell und den Wildhorse 10 als klassischen Trail-Allrounder. Der Pegasus Trail bedient den Bereich dazwischen: Asphalt, Schotter, leichte Trails, gemischte Untergründe, alles was unter dem Begriff Gravel zusammengefasst wird.

Gegenüber dem Vorgänger, dem Pegasus Trail 5, gibt es keine revolutionären Änderungen, aber gezielte Anpassungen, die den Schuh spürbar weiterentwickeln. Der Preis liegt bei 150 Euro, 10 Euro mehr als die Vorgängerversion. Das Gewicht beträgt 305 Gramm in EU 44. Der Vorfußstack liegt bei 27mm, die Ferse bei 35mm, woraus eine Sprengung von 8mm resultiert. Damit ist der Schuh im Fersenbereich etwas flacher geworden als noch beim Vorgänger.

Nike ACG Pegasus Trail React-X-Mittelsohle Vorfuß Detailansicht

Upper & Passform: Breiterer Vorfuß, aber ohne Schnürsenkel-Verstau

Das Obermaterial folgt dem typischen Aufbau eines Gravel-Schuhs: dünn, robust, atmungsaktiv, ohne übertriebene Schutzstrukturen. Das Mesh-Material macht einen sehr angenehmen Eindruck, trägt sich leicht und ist flexibel genug, um auf verschiedenen Untergründen gut mitzugehen. Verstärkungen gibt es an den relevanten Stellen, über den Zehen als Overlay und an den Außenseiten mit einem höher gezogenen Mesh-Element für mehr Schutz. Verglichen mit echten Trail-Modellen ist das dezenter gehalten, was für einen Gravel-Schuh aber vollkommen passt.

Eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger ist der Vorfuß. Mehr Breite, mehr Volumen in der Zehenbox, was eine breitere Zielgruppe anspricht und den Schuh allgemein zugänglicher macht. Der Vorgänger hatte hier noch Flyknit-Bändchen für die Schnürung, die sehr gute Anpassung ermöglichten. Jetzt kommen zwei Overlays mit Ösen zum Einsatz, durch die der Schnürsenkel läuft. Funktioniert ebenso zuverlässig und macht für die meisten Fußbreiten einen guten Lockdown möglich. Wer sehr schmale Füße hat, sollte aufpassen, da die Schnürsenkel relativ lang ausfallen. Eine Möglichkeit zum Verstauen der Senkel fehlt leider, was bei Trail- und Gravel-Schuhen eigentlich Standard sein sollte.

Die Fersenpartie ist angenehm gepolstert, nicht überladen, und sitzt sicher am Fuß. Meine normale Nike Größe hat gut gepasst, der Vorfuß fällt im Vergleich zum Vorgänger etwas breiter aus, was ich als Verbesserung empfinde.

Nike ACG Pegasus Trail Mesh-Upper

React-X-Mittelsohle: Bewährt, ausgewogen, kein Spektakel

React X bleibt das Mittelsohlenmaterial, Nikes bewährter Trainingsschaum, der in vielen klassischen Laufschuhen zum Einsatz kommt. Die Reaktivität ist solide, die Dämpfung auf einem guten Level und die Stabilität ausgewogen. Kein Air-Zoom-Kissen wie beim aktuellen Straßenpegasus, was bei einem Gravel-Schuh dieser Kategorie aber keine Erwartung ist. Was gegenüber dem Vorgänger auffällt, ist mehr Material im Vorfußbereich. Fühlt sich nicht mehr so flach an, bietet mehr Führung im Fußgewölbebereich und insgesamt ein etwas satteres Laufgefühl. Das ist eine spürbare und willkommene Verbesserung.

ATC-2.0-Außensohle: Das entscheidende Update

Das große Update ist die Außensohle. Nike hat ihr All Terrain Compound in der Version 2.0 verbaut, kurz ATC, und der Unterschied zum Vorgänger ist deutlich. Der Grip ist wesentlich besser geworden, sowohl auf nassen als auch auf trockenen Untergründen. Die Stollenstruktur ist durchdacht gesetzt, mit offenen Bereichen für Flexibilität und ausreichend Material für Halt. Auf Schotter, nassem Asphalt und leichten Trails greift die Sohle zuverlässig zu, ohne schwer oder klobig zu wirken. Dass Nike hier auf eine eigene Mischung statt auf Vibram setzt, war lange eine Schwäche der Trail-Modelle. Mit dem ATC 2.0 ist das kein Kritikpunkt mehr.

Nike ACG Pegasus Trail ATC-2.0-Außensohle Stollenstruktur Detail

Laufgefühl: Zuverlässig auf Schotter und gemischten Untergründen

Auf typischen Gravel-Untergründen, Schotter und Asphalt, macht der Pegasus Trail genau das, wofür er gebaut ist. Das Laufgefühl ist unauffällig im besten Sinne: gute Dämpfung, angenehmes Feedback vom Untergrund, solide Führung. React X ist kein spektakuläres Material, aber ein verlässliches, und in Kombination mit der überarbeiteten Geometrie im Vorfuß fühlt sich der Schuh ausgewogener an als der Vorgänger.

Für Distanzen bis 20 oder 30 Kilometer auf gemischten Untergründen ist er sehr gut geeignet. Wer regelmäßig auf Schotter und Asphalt unterwegs ist und gelegentlich auf leichte Trails abbiegt, ist hier gut aufgehoben. Sobald es wirklich ins Gelände geht, in die Berge oder auf technischeres Terrain, ist ein Modell mit mehr Schutz und aggressiverer Sohle die bessere Wahl.

Nike ACG Pegasus Trail

Nike ACG Pegasus Trail vs. Salomon Aero Glide, Hoka Challenger 8 & Merrell ProMorph

Im Gravel-Segment ist der Markt gut besetzt. Vom Salomon Aero Glide 4 in der Gravel Edition bekommt man bei ähnlichem Preis etwas mehr Bounce und ein leichteres Gesamtpaket. Wer einen etwas kontrollierten, stabileren Charakter sucht, ist beim Hoka Challenger 8 gut aufgehoben, der trotz klassischem Rocker-Shape sehr ausgewogen läuft. Auch der Merrell ProMorph ist eine interessante Alternative, mit Vibram-Außensohle und sehr geschwungenem Aufbau, kostet allerdings 10 Euro mehr. Nike macht mit dem Pegasus Trail nichts verkehrt, das gewisse Extra, das einen sofort zur Marke greifen lässt, fehlt aber im direkten Vergleich ein bisschen.

Nike ACG Pegasus Trail - KEYFACTS

Für wen ist der Nike ACG Pegasus Trail geeignet?

Mit dem ACG Pegasus Trail liefert Nike ein solides Update eines bewährten Modells. Die überarbeitete ATC 2.0 Außensohle ist der deutlichste Fortschritt und macht den Schuh auf Gravel-Untergründen wesentlich kompetenter als den Vorgänger. Mehr Volumen im Vorfuß, bessere Dämpfungsabstimmung und ein angenehmes Gesamtgefühl runden das Paket ab. Für 150 Euro bekommt man einen zuverlässigen Gravel-Daily-Trainer, der auf Schotter, Asphalt und leichten Trails gleichermaßen funktioniert. Wer maximale Reaktivität oder ein besonders leichtes Paket sucht, schaut sich im Gravel-Segment besser um. Wer einen verlässlichen, alltagstauglichen Schuh für gemischte Untergründe sucht, ist mit dem Pegasus Trail sehr gut bedient.

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Der ACG Pegasus Trail wurde uns von Nike kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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