Mit dem Hyperwarp Pure bringt Mizuno eines der radikalsten Modelle der neuen Hyperwarp-Kollektion auf den Markt – in puncto Leichtigkeit und reaktive Materialien. Mit rund 137 Gramm spricht der Schuh für sich. Entsprechend liegt der Fokus auf kürzeren Wettkampfstrecken, je nach Laufstil und Erfahrung auch deutlich darunter.
Einordnung im Mizuno Hyperwarp Line-up
Die Hyperwarp-Serie steht bei Mizuno klar für Geschwindigkeit. Auf den ersten Blick wirken Pure, Elite und Pro sehr ähnlich, doch die Unterschiede stecken wie so oft im Detail. Der Hyperwarp Pure liegt bei 300 Euro, kommt auf rund 137 Gramm und ist mit 34 Millimetern in der Ferse sowie 30,5 Millimetern im Vorfuß vergleichsweise flach und konsequent auf Leichtigkeit getrimmt. Der Hyperwarp Elite kostet 275 Euro, bringt etwa 165 Gramm auf die Waage und baut mit 38 Millimetern hinten und 34,5 Millimetern vorn spürbar höher. Den Einstieg in die Reihe markiert der Hyperwarp Pro für 250 Euro, der mit rund 195 Gramm am robustesten ausfällt und mit 39 Millimetern in der Ferse sowie 33,5 Millimetern im Vorfuß am meisten Material unter den Fuß packt.
Alle drei Modelle nutzen das gleiche Obermaterial. In der Mittelsohle unterscheiden sie sich. Der Pro, das zugänglichste Modell, setzt auf eine Carbon-infused-Platte und robustere Materialien. Der Elite kommt mit Full Carbon und einem Setup aus zwei Foams. Der Pure kombiniert Carbon mit sehr leichten, PEBA-basierten Mittelsohlenschichten. In dieser Kombination ist der Pure der schnellste Racer im Line-up. Gleichzeitig ist er nicht automatisch für jeden der passende Wettkampfschuh, da er mehr Lauftechnik und Erfahrung verlangt als die Modelle Pro und Elite.
Obermaterial und Passform
Alle Hyperwarp-Modelle nutzen ein Monofilament-Woven-Obermaterial. Dieses Material ist dünn und flexibel, bietet dem Fuß aber dennoch einen sehr sicheren Halt. Die Zunge besitzt zwei Laschen, sodass sie nicht verrutscht. In der Ferse befindet sich eine angenehm platzierte Polsterung, die den Halt verbessert, ohne das Obermaterial unnötig aufzublähen. Geriffelte Schnürsenkel erleichtern die Justierung und sorgen für einen sauberen Sitz.
Im Vorfuß fällt die Passform nicht zu schmal aus und sitzt auch bei schmalen Füßen sicher. Der Mittelfußbereich ist ebenfalls nicht zu eng, was das Tragegefühl angenehmer macht, als man es bei einem so leichten Racer erwarten könnte. In der Länge wirkt der Pure ähnlich wie der Pro etwas kurz. Wer zwischen zwei Größen liegt oder generell gern mehr Platz nach vorne hat, sollte eine halbe Nummer größer probieren. Mizuno verzichtet außerdem auf eine klassische Einlegesohle, um Gewicht einzusparen. Das ist mir erst nach dem zweiten Lauf wirklich aufgefallen, ich habe sie nicht vermisst.
Mittelsohle, Carbonplatte & Außensohle
In der Mittelsohle sind zwei Schichten des neu gestalteten Mizuno Enerzy XP verarbeitet. Grundlage ist eine TPEE, wobei sich die Zusammensetzungen der drei Hyperwarp-Modelle unterscheiden. Beim Pure steht das Setup klar auf Leichtigkeit und Reaktivität. Zwischen den beiden Schichten befindet sich eine steife Carbonfaserplatte, die von Mizuno als „Smooth Speed Plate” bezeichnet wird. Überrascht hat mich, wie stabil sich der Pure trotz des weichen PEBA laufen lässt. Mit 34 Millimetern in der Ferse bleibt die Bauhöhe moderat. Zusammen mit der Platte sorgt dies für einen sicheren Abdruck, auch in Kurven. Der gut ausgeprägte Rocker unterstützt das schnelle Abrollen bei höherem Tempo.
Die Außensohle liefert typischerweise für Mizuno sehr guten Grip und macht einen haltbaren Eindruck. Auch auf nassem Asphalt bleibt der Schuh sehr stabil, was bei diesem Gewicht nicht selbstverständlich ist. Gleichzeitig bleibt ein Punkt wichtig. Das freiliegende Material ist aufgrund seiner weichen Charakteristik anfälliger für spitze Elemente. In der Winterzeit hatte ich zwei Situationen, in denen Steine ungünstig Kontakt mit dem Schuh bekommen haben. Das ist in dieser Kategorie bekannt und kein Totalausfall, man sollte es aber beim Einsatz des Schuhs auf verschiedenen Untergründen im Blick behalten.
Laufgefühl und Einsatzbereich
Der Hyperwarp Pure ist extrem leicht und entsprechend dynamisch. Damit ist er ein klarer Wettkampfschuh und eignet sich besonders für gezielte Tempoeinheiten. Komfort und Dämpfung sind vorhanden, erreichen aber nicht das Niveau von Carbon-Racern, die an der 40-Millimeter-Grenze unterwegs sind. Das ist die logische Kehrseite der extremen Leichtigkeit.
Für die Wettkampfdistanz gilt deshalb, dass man sie bewusst wählen sollte. Zehn Kilometer sind für ambitionierte Läuferinnen und Läufer kein Thema, darüber hinaus hängt viel vom Laufstil ab. Wer sauber läuft und gut über den Mittel- oder Vorfuß abrollt, kann auch längere Distanzen angehen. Wer mehr Material und Reserven für müde Beine braucht, ist mit den Modellen Elite oder Pro besser beraten.
Ich habe mit dem Pure verschiedene Tempoeinheiten absolviert, meist im Bereich Schwelle oder schneller. Das hat sehr gut funktioniert. Auch bei einer Einheit von etwa 16 Kilometern wirkte die Dämpfung nicht stumpf. Gleichzeitig merkt man deutlich, dass der Schuh nicht auf maximale Dämpfung ausgelegt ist. Der Abdruck bleibt direkt, der Bounce ist spürbar und das Laufgefühl ist jederzeit klar auf Geschwindigkeit ausgelegt.
Vergleich zu Hyperwarp Pro, Vaporfly & Co.
Im Vergleich zum Hyperwarp Pro ist der Pure flacher und aggressiver aufgebaut. Das Laufgefühl ist direkter und der Antrieb höher. Gleichzeitig bietet der Pro durch seine breitere und stabilere Ausrichtung mehr Sicherheit. Den Elite konnte ich bisher leider nicht testen, daher bleibt das Urteil hierzu offen.
Im Vergleich zu anderen Marken sehe ich Parallelen zum Nike Vaporfly 4: Beim Vaporfly ist das Laufgefühl weicher, der Pure wirkt straffer und somit stabiler. Auch der New Balance Pacer v2 geht in eine ähnliche Richtung, wobei man beim Pure das geringere Gewicht noch stärker spürt. Preislich bewegt er sich mit 300 Euro im oberen Bereich. In dieser Region liegt auch der ASICS Metaspeed Ray, der mit noch weniger Gewicht arbeitet, dafür aber eine höhere Bauhöhe und somit mehr Materialreserven für längere Distanzen bietet.
Mizuno Hyperwarp Pure - KEYFACTS
Gewicht: 137 g (Mustergröße)
Sprengung: 3,5 mm (34 – 30,5 mm)
Kategorie: Wettkampf | Carbon Racer
Marke: Mizuno
Preis: 300 €
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Fazit – Für wen lohnt sich der Hyperwarp Pure?
Der Mizuno Hyperwarp Pure ist ein sehr leichter und schneller Wettkampfschuh, der klar auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Gewicht, Obermaterial und das direkte Laufgefühl harmonieren gut miteinander, die Stabilität ist für diese Kategorie besser als erwartet. Gleichzeitig ist er kein Schuh für jeden, da die Abstimmung weniger verzeihend ist als bei komfortorientierteren Carbon-Modellen. Wer gezielt einen extrem leichten Schuh für schnelle Einheiten und Wettkämpfe sucht und mit einem strafferen, direkteren Setup zurechtkommt, erhält mit diesem Modell ein stimmiges Gesamtpaket. Der Preis von 300 Euro ist hoch, liegt im aktuellen High-End-Segment aber im Rahmen dessen, was ähnliche Modelle kosten.
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Der Hyperwarp Pure wurde uns von Mizuno kostenfrei zur Verfügung gestellt, dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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