Mit den Prodigio Modellen ist La Sportiva ein großer Schritt gelungen, weg von reinen Alpinmodellen hin zu Trailschuhen mit deutlich breiterem Einsatzspektrum, ausgestattet mit moderner Dämpfung für nahezu alle Anlässe. Wer La Sportiva bisher vor allem mit konsequent auf den Alpinsport zugeschnittenen Modellen verbunden hat, wird bei den Prodigio Schuhen umdenken müssen. Mit dem Prodigio 2 erscheint nun bereits die zweite Version, die weiterhin als robuster Allrounder für die Trails positioniert ist und den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzt.
La Sportiva Prodigio 2: Einordnung im La-Sportiva-Line-up
Die Prodigio Modelle sind aktuell in aller Munde. Man sieht sie an vielen Füßen bei Trailrunning-Events aller Art, von lokalen Läufen bis zu größeren Rennen. Das spricht für sich und zeigt, wie gut La Sportiva mit diesem Ansatz eine Lücke im eigenen Sortiment geschlossen hat. Der Prodigio 2 besetzt dabei die Rolle des Allrounders im Line-up, geeignet von der kurzen Hausrunde bis zu deutlich längeren Läufen im Gelände. Ergänzt wird das Sortiment durch zwei weitere Modelle: den Pro, der stärker auf Geschwindigkeit getrimmt ist, und den Max, der für technische Langdistanzen mit spürbar mehr Dämpfung konzipiert wurde.
Zum Allrounder-Anspruch passen die Eckdaten sehr stimmig. Fersenhöhe 34mm, Sprengung 6mm, Gewicht rund 265 Gramm in US M9. Preislich liegt der Schuh bei 160 Euro, was ihn in einem fairen Bereich für diese Kategorie positioniert.
Upper & Passform: Geräumiger Vorfuß, sicherer Sitz
Ein 3D-AirMesh bildet das Obermaterial und bringt genau die Eigenschaften mit, die man sich von einem modernen Trailschuh wünscht: atmungsaktiv, leicht, flexibel und dabei durchgehend komfortabel. Möglich wird das auch durch passend platzierte Polsterungen, die an den relevanten Stellen sitzen, ohne das Material unnötig zu beschweren. Die Passform selbst ist kompakt und hält den Fuß von der allerersten Schnürung an sicher im Schuh, ohne dass man sich erst einlaufen oder eingewöhnen müsste.
Besonders auffällig ist der geräumige Vorfuß, der gut auf den Rest des Schuhs abgestimmt wirkt. Im Mittelfuß sitzt man dabei weiterhin sehr sicher, dennoch kann sich der Fuß im Vorfußbereich angenehm ausbreiten. Das ist deutlich weniger schmal geschnitten, als man es von älteren La-Sportiva-Modellen gewohnt ist, und dürfte einer breiteren Zielgruppe entgegenkommen. Mit schmalem Fuß hat die Passform im Test trotzdem sehr gut funktioniert, der großzügige Vorfuß hat an keiner Stelle zu Unsicherheit oder Instabilität geführt. Positiv fällt außerdem der tiefe Schnitt unterhalb der Knöchel auf. Dadurch entsteht selbst bei intensiveren Einheiten keinerlei Reibung, ein Detail, das sich erst auf längeren Läufen richtig bemerkbar macht, dort dann aber deutlich.
XFLOW-Foam-Mittelsohle: Reaktiv, kontrolliert, nie schwammig
XFLOW Foam kommt vollständig in der Mittelsohle zum Einsatz, ein hauseigenes Super Critical EVA, das in eine dynamische Rockergeometrie eingebettet ist. Diese Kombination sorgt für moderne Dämpfungseigenschaften. Das Material dämpft gut, wirkt dabei aber zu keinem Zeitpunkt schwammig oder träge. Dazu gesellt sich eine gute Portion Reaktivität, sodass sich das gesamte Laufgefühl stets kontrolliert anfühlt, gleichzeitig aber jederzeit bereit ist, wenn man das Tempo erhöhen möchte. Die Führung, die dabei entsteht, ist spürbar und trägt maßgeblich zum sicheren Gesamteindruck bei.
Mit 34mm Bauhöhe ist die Dämpfung für längere Distanzen im Gelände völlig ausreichend. Wer grundsätzlich mehr Volumen unter dem Fuß haben möchte, findet mit dem Prodigio Max die passende Alternative im eigenen Haus, ohne dass man die Marke wechseln müsste.
FriXion-Außensohle: Grip auf fast allem
FriXion Red Bi Compound übernimmt die Außensohle, ebenfalls eine hauseigene Mischung, die auf praktisch allen Untergründen exzellenten Grip liefert, auch dann, wenn es im Gelände nass wird. Die 4mm langen Stollen sind bewusst nicht zu lang gewählt, was auch Passagen über festeren Untergrund gut laufbar macht, ohne dass man sich dabei unwohl fühlt. Einzig auf sehr tiefem Schlamm stößt die Sohle erwartungsgemäß an ihre Grenzen, was aber im Rahmen des eigentlichen Einsatzzwecks des Schuhs meist vermeidbar bleibt und keinen echten Kritikpunkt darstellt. Zusätzlich ist ein Netz als Trittschutz verbaut, das vor durchdrückenden Elementen im Untergrund schützt und gerade auf steinigeren Passagen ein beruhigendes Gefühl vermittelt.
Laufgefühl: Sofort einsatzbereit, keine Einlaufzeit
Auf den Trails zeigt sich die gut abgestimmte Materialmischung des Prodigio 2 praktisch ohne Einlaufzeit. Man sitzt von Beginn an sicher und komfortabel im Schuh, was bei neuen Modellen keineswegs selbstverständlich ist. Dazu passt auch die Abstimmung der Mittelsohle: Weil sie nicht zu weich ausfällt, liefert sie durchgehend passende Führung. Gleichzeitig lässt sich jederzeit mit der Geschwindigkeit spielen, ohne dass man die Kontrolle verliert. Der Schuh drängt einen dabei nicht einfach nach vorn, sondern überlässt einem selbst, wie aktiv man laufen möchte, was auf technischeren Abschnitten ein echter Vorteil ist.
Das funktioniert über alle gängigen Untergründe hinweg zuverlässig. Auf moderaten Trails wirkt der Prodigio 2 nicht überdimensioniert oder zu massiv, was bei manchen Allroundern schnell passieren kann. Wird das Gelände anspruchsvoller, kann der Schuh durch seine Eigenschaften trotzdem punkten und fällt nicht ab, das nicht jedem Allrounder in dieser Kategorie gelingt. Für Läuferinnen und Läufer, die einen Trailschuh für möglichst viele Situationen suchen, ist der Prodigio 2 damit eine sehr passende Wahl. Distanzmäßig bestehen grundsätzlich keine Grenzen, solange man mit dem gebotenen Dämpfungsniveau zufrieden ist. Wer auf sehr langen Strecken lieber noch mehr Volumen unter dem Fuß hätte, findet mit dem Prodigio Max die logische Erweiterung, wer stattdessen mehr Tempo sucht, wird beim Pro fündig.
La Sportiva Prodigio 2 vs. Hoka Speedgoat 7 & Adidas Agravic TT
Der Hoka Speedgoat 7 setzt auf einen noch ausgeprägteren Rocker und lässt sich dadurch rollender übers Gelände treiben, was manchen Läufern mehr entgegenkommt. Der Prodigio 2 ist im direkten Vergleich kompakter am Fuß und vermittelt dadurch ein etwas höheres Maß an Sicherheit, gerade auf technischerem Terrain.
Der Adidas Terrex Agravic TT ist in Sachen Stabilität und Passform durchaus vergleichbar, tut sich aber auf einfacheren, moderaten Trails etwas schwerer und benötigt spürbar mehr Einlaufzeit, bevor er sein volles Potenzial zeigt. Der Prodigio 2 überzeugt dagegen von der ersten Einheit an schneller und unkomplizierter, was ihn für spontane Läufe auf unbekanntem Terrain attraktiver macht.
La Sportiva Prodigio 2 - KEYFACTS
Gewicht: 225 g – Damen | 265 g – Herren (Mustergröße)
Sprengung: 6 mm (34 – 28 mm)
Kategorie: Trailruninng
Marke: La Sportiva
Preis: 160 €
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Für wen ist der La Sportiva Prodigio 2 geeignet?
Der La Sportiva Prodigio 2 ist ein wirklich starker Allrounder für die Trails, dem sich im Test kaum eine echte Schwachstelle nachweisen ließ. Er ist ein Schuh für viele unterschiedliche Läufertypen und Einsatzzwecke, sehr ausgewogen im Gesamtaufbau, und funktioniert auf einer großen Bandbreite an Trails ohne große Eingewöhnung. Wer einen vielseitigen, unkomplizierten Begleiter für gemischtes Gelände sucht, der sowohl auf entspannten als auch auf anspruchsvolleren Trails überzeugt, findet im Prodigio 2 eine ausgesprochen empfehlenswerte Option.
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