Apple Watch Series 3 im Test

Apple Watch Series 3 im Test

Die Apple Watch Series 3 als Laufuhr? In den letzten Wochen war sie mein Trainingspartner und ich habe sie ausführlich getestet. Was sie kann und für wen sie die ideale Laufuhr ist, erfährst du hier in meinem Test.

Ausstattung der Apple Watch Series 3

Bei der Ausstattung mangelt es der Apple Watch an nichts: sie besitzt GPS, eine optische Herzfrequenzmessung und mit der dritten Generation ein Barometer. Besonders dieses erweitert den Einsatz für mich sehr, da ich dadurch auf Trails genauere Werte von zurückgelegten Höhenmetern geliefert bekomme. Zusätzlich ist die Uhr wasserfest und somit auch für Schwimmeinheiten nutzbar. Falls man sein iPhone beim Training dabei hat, nutzt die Apple Watch das GPS des iPhones und schont somit ihren Akku. Die Akkulaufzeit liegt laut Apple bei bis zu 5 Stunden im GPS Modus, dies sollte für die meisten Läufer auch auf der Marathon-Distanz ausreichen. Bei mir reicht der Akku zwei bis drei Tage, dabei kommen zusammen: 2 bis 3 Stunden laufen, 2 Stunden Alternativtraining und kleine Anwendungen im Alltag. Super ist auch: falls der Akku des iPhones während des Laufens leer geht, dann springt die Apple Watch direkt auf das eigene GPS-Signal um und somit muss man keine Einbüßen bei der Aufzeichnung in Kauf nehmen. Zusätzlich kann ich meine Bluetooth-Kopfhörer, die Beats X, mit der Apple Watch koppeln und somit während des Laufens Musik hören, ohne mein iPhone dabei haben zu müssen. Komfortabel ist auch die Möglichkeit, die Apple Watch im Fitnessstudio mit dem Laufband zu koppeln. Dadurch erhält man die Distanz und Pace vom Laufband und Werte wie Herzfrequenz direkt von der Apple Watch.

Alltag

Besonders hier punktet die Apple Watch mit ihrem Tragekomfort, da man sie am Handgelenk fast nicht spürt. Ich hatte bereits die zweite Generation mit dem gummierten Armband in der Nike+ Version im Einsatz und schon da war der Tragekomfort sehr gut. Aber mit dem Sport Loop Armband setzt Apple beim Tragekomfort noch eins drauf. Im Alltag kann sie etwas lockerer getragen werden und beim Sport kann ich sie für eine bessere Herzfrequenzmessung optimal an mein Handgelenk anpassen. Sehr nützlich finde ich beim Radfahren die Navigationsfunktion, denn so kann das iPhone im Rucksack bleiben und die Apple Watch zeigt mir den Weg an. Mithilfe der dauerhaften Messung des Pulses lässt sich zum Beispiel bei einem erhöhten Ruhepuls auf Übertraining oder eine kommende Krankheit früher reagieren. Für die Bewegungsmotivation sorgen die Aktivitätsringe, da kann man sich persönliche Ziele für Bewegen, Trainieren und Stehen setzen. Klar bewege ich mich bereits recht viel und benötige dies nicht unbedingt als Motivationshilfe, dennoch freue ich mich am Abend, wenn alle Ringe geschlossen sind und ich mein Ziel erreicht habe. Gerade für Einsteiger ist das ein schönes Feature, um jeden Tag aufs Neue motiviert zu bleiben.

Apple Watch beim Laufen

Lauf-App auswählen, Start klicken und los geht‘s. Das GPS wird sehr schnell gefunden und bleibt auch während des Trainings sehr zuverlässig. Als Vergleich dazu habe ich die Läufe mit meiner Suunto Ambit 3 Peak und verschiedenen Laufuhren von Läufern meines Lauftreffs verglichen. Die Unterschiede waren im normalen Bereich und in Ausnahmefällen waren es hin und wieder ein paar Meter mehr oder weniger. Anders sieht es jedoch bei der Messung der Herzfrequenz aus, denn da kommt es bei der Apple Watch öfters zu kleinen Aussetzern und die Herzfrequenz wird nicht konstant aufgezeichnet. Das ist natürlich ärgerlich und lässt einen dadurch nur schwer nach Puls trainieren. Da ich persönlich meine Einheiten nach Pace aufbaue, nutze ich die Herzfrequenz nur, um in der Auswertung die Gesamtbelastung zu verfolgen. Bei den Einstellungsmöglichkeiten für zum Beispiel Intervall Training ist man sehr beschränkt, da dies nur mit separaten Apps möglich ist.

Apps fürs Training und Auswertung

Für das Tracking von Trainingseinheiten gibt es zahlreiche Apps von den bekannten Plattformen wie Runtastic, Nike+ Run Club, Strava oder die Bewegungs-App von Apple. Die App von Nike ist auf das Laufen spezialisiert und die anderen bieten weitere Sportarten zur Auswahl an. Als iPhone-Nutzer greift man sicherlich auf die bereits auf dem iPhone installierten Apps zurück. Die Apple Watch liefert bereitseine grundlegende Auswertung über das Training. Detaillierter wird es dann in den jeweiligen Apps. Für meine gesamte Laufauswertung nutze ich die Strava-App, mit der ich meistens  meine Läufe aufzeichne. Dabei muss beachtet werden, dass man keine Aktivitäten vom Nike+ Run Club oder aus der Bewegungs-App automatisch zu Strava synchronisieren kann. Da bleibt einem nur die Möglichkeit, die Aktivitäten manuell über den Computer zunächst zu exportieren und dann wieder zu importieren, was nicht wirklich smart ist.

Eine Gesamtauswertung bietet auch die Health App auf dem iPhone, die jedoch nicht so detailliert ist wie zum Beispiel die Strava-App,  aber man erhält eine gesamte Auswertung für alle Vitalwerte. Eine weitere App auf dem iPhone heißt Aktivität und zeigt die kompletten Bewegungswerte an. Hier kann man seine Erfolge verfolgen wie oft man seine Ringe geschlossen hat, was für die nötige Motivation sorgt. Zusätzlich motivieren Erfolgsauszeichnungen, wie zum Beispiel das Bewegungsziel als Wochenstreak zu schaffen

Apple Watch beim Alternativsport

Neben dem Fokus auf das Laufen unterstützt die Apple Watch auch viele weitere Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder auch Radfahren. Je nach Aktivität passt sich das Display mit den wichtigsten Kennzahlen der jeweiligen Sportart an – Distanz, Dauer, Pace und Herzfrequenz. Auch Einheiten wie HIT-Training habe ich mit der Strava-App getrackt und da gab es nur wenige Probleme bei Aufzeichnung der Herzfrequenz, also wesentlich zuverlässiger als beim Laufen.

Wie geht es weiter mit der Apple Watch?

Im Herbst erscheint watchOS 5 für die Apple Watch Series 3 und hat viele neue Features in petto. Die Apple Watch soll zukünftig automatisch Workouts erkennen und aufzeichnen, falls man einmal vergisst, die Aufzeichnung zu starten. Für uns Läufer wird es detailliertere Werte in der Auswertung geben, wie zum Beispiel die Schrittfrequenz. Beim Laufen soll sich ein Tempoalarm einstellen lassen, durch den man informiert wird, wenn man eine vorgegebene Tempozone verlässt.

Fazit

Zunächst muss ich ganz klar sagen, dass ich die Apple Watch Series 3 in meinem Alltag und Training nicht mehr missen möchte. Ich nutze sie für Läufe in entspanntem Tempo mit Musik, zum Kilometer sammeln und bei allen Workouts im Alternativtraining. Durch die Probleme bei der Aufzeichnung der Herzfrequenz und den beschränkten Einstellungsmöglichkeiten beim Intervalltraining muss ich dafür auf meine vorhandene Laufuhr zurückgreifen. Auch auf Trails, wo die Gefahr besteht, an Steinen hängen zu bleiben, lasse ich sie lieber daheim, da sie mir nicht robust genug ist. Sehr positiv empfinde ich den ausgezeichneten Tragekomfort und die innovative Bedienung. Das positive Gesamtergebnis runden viele smarte Features im Alltag im Zusammenspiel mit dem iPhone ab.

Für welche Läufer eignet sich die Apple Watch?

Hier sehe ich vor allem Hobbyläufer, die ihre Läufe tracken möchten und nicht die Tiefe an Laufdaten bei der Auswertung benötigen, als ideale Zielgruppe. Wenn man sie dazu noch im Alltag tragen möchte und die Vorteile einer Smart Watch genießen möchte, dann ist die Apple Watch Series 3 eine klasse Laufuhr. Für ambitioniertere Läufer oder Trailläufer, wo ich mich dazu zähle, sehe ich sie eher als eine sehr gute Ergänzung und super als Zweituhr.


Die Apple Watch Series 3 wurde mir kostenfrei von Apple zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Test.

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1 Kommentar

  1. […] ich bereits die Apple Watch Series 3 getestet hatte, war ich sehr gespannt auf die neuen Features, welche die Apple Watch Series 4 […]

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